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Bakteriophagen Borrelien Test
#41

Wider Erwarten gab es noch eine Stellungnahme seitens der Entwickler und Anbieter des Tests, welche die Schlüsse der Studie anzweifelt. Sinngemäß wird argumentiert, dass sich die Wissenschaftler beim Versuch der Reproduktion der Ergebnisse nicht exakt an der Vorgehensweise der Originalpublikation gehalten haben und neuere Weiterentwicklungen in der Technologie ignorieren würden. Daher könne die Studie den Nutzen des Tests nicht widerlegen.
Link zur Stellungnahme: https://www.sciencedirect.com/science/ar...9X2500158X

Auf diesen Kommentar gab es bereits eine Antwort, in welcher erläutert wird, dass eine exakte Reproduktion (Vollblut statt Serum bspw.) nicht zwangsläufig notwendig wäre und auch mit den Ergebnissen der Methodenbeschreibung vereinbar wäre. Zudem wurde seitens der Testentwickler und Anbieter keine Weiterentwicklung publiziert. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass es weitere methodische Kritik an der Erststudie gab, auf die nicht reagiert wurde (wie ich in diesem Thread auch bereits mitgeteilt habe).
Link zur Stellungnahme der Stellungnahme: https://www.sciencedirect.com/science/ar...via%3Dihub

Die Zweifel an der Aussagekraft des Tests bleiben weiterhin bestehen und bei allen Unsicherheiten sollte meiner Meinung nach der Test daher auch nicht für Selbstzahler angeboten werden und für eine Diagnosestellung oder gar ein Therapiemonitoring verwendet werden.

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Thanks given by: urmel57
#42

Frage: Wird weiter an einem Phagentest geforscht? Evtl. um ihn zu verbessern und hinsichtlich anderer Anwendungsbereiche für die Diagnostik?

Google-KI-Antwort:

Ja, die Forschung an Phagentests wird auch im Jahr 2026 intensiv fortgesetzt. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Strömungen: die spezifische Verbesserung der Borreliose-Diagnostik und die Ausweitung der Phagentechnologie auf völlig neue medizinische Bereiche.

1. Weiterentwicklung des Borreliose-Phagentests

Trotz der kritischen Studie von Anfang 2025 arbeiten Entwickler (wie die Organisation Phelix) und spezialisierte Labore (z. B. R.E.D. Laboratories) weiterhin an der Validierung und Verfeinerung des Tests.

  • Verbesserung der Spezifität: Um die Kritik an falsch-positiven Ergebnissen zu entkräften, wird an präziseren Primern und Sequenzierungsschritten gearbeitet, die Verwechslungen mit menschlicher DNA ausschließen sollen.
  • Therapie-Monitoring: Der Test wird 2025/2026 verstärkt eingesetzt, um zu prüfen, ob eine Antibiotikatherapie erfolgreich war. Da Phagen nur in lebenden Bakterien existieren, deutet ein Verschwinden der Phagen-DNA nach der Behandlung auf eine erfolgreiche Erregereliminierung hin.

2. Neue Anwendungsbereiche in der Diagnostik

Phagen werden 2025 und 2026 als „moderne diagnostische Werkzeuge“ für weit mehr als nur Borreliose erforscht:

  • Schnelltest für multiresistente Keime (MRSA & Co.): Da Phagen hochspezifisch nur bestimmte Bakterienstämme befallen, werden sie genutzt, um innerhalb weniger Stunden (statt Tagen in der Kultur) festzustellen, welcher Erreger eine Infektion verursacht.
  • Phagen-Biosensoren: Es werden Sensoren entwickelt, die Phagen als Sonden nutzen, um Krankheitserreger in Blut, Lebensmitteln oder Wasser mit extrem hoher Empfindlichkeit nachzuweisen.
  • Tuberkulose-Diagnostik: Hier bieten Phagen das Potenzial, lebensfähige Bakterien schneller nachzuweisen als herkömmliche Methoden, was besonders in Ländern des globalen Südens von Bedeutung ist.

3. Der größere Kontext: Phagentherapie

Die diagnostische Forschung ist eng mit dem Boom der Phagentherapie verknüpft. Der globale Markt für Phagentechnologien wird für 2026 auf über 1,34 Milliarden USD geschätzt. Da für eine erfolgreiche Therapie genau bekannt sein muss, welcher Phage ein Bakterium abtötet, ist die Entwicklung präziser Diagnostik-Tools (Phagentypisierung) eine zwingende Voraussetzung.

Fazit für 2026: Während der spezifische terL-PCR-Test für Borreliose in der breiten klinischen Fachwelt noch um Anerkennung ringt, gilt die Bakteriophagen-basierte Diagnostik insgesamt als eines der vielversprechendsten Forschungsfelder für die Früherkennung komplexer Infektionen.

Quellen: [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8], [9], [10], [11], [12], [13], [14] (teils mit #-Zitatsbezug-Markierung)

So ist also allein schon der Wert für "die Früherkennung komplexer Infektionen" hoch, um ggf. vorhandene Co-Infektionen zu (chron.) Borreliose zu erkennen oder auch Neuro-/Borreliose bei ähnlichen Symptomenkomplexen besser abgrenzen bzw. leichter ausschliessen zu können.
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#43

(17.01.2026, 14:36)krudan schrieb:  
  • Phagen-Biosensoren: ...

...werden mglws. auch für das epidemiologische Abwassermonitoring allg. sowie speziell hinsichtlich Lyme Borreliose relevant.

Utilizing Wastewater-Based Surveillance to Monitor Borrelia sp. for the Detection of Lyme Disease in a Nonendemic Region of the United States 
(Environ. Sci. Technol. Lett. 2026, 13, 1, 7–13)
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#44

Was genau möchtest du mit der KI-Antwort, die im Übrigen sehr undifferenziert ist (keine Sorge, ich gehe aus Prinzip nicht auf KI Antworten ein), nun mitteilen, das sich auf den konkreten, in diesem Thread diskutierten Test bezieht?

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#45

Die Weiterentwicklung der Borreliose-Phagentests im Jahr 2026 konzentriert sich primär auf die Überwindung der Sensitivitätslücken bei europäischen Borrelien-Stämmen und die Erweiterung auf Koinfektionen.

Aktuelle Entwicklungen (Stand 2026)

  • Phelix Borrelia-Phage Test: Dieser Pionier unter den Phagentests (ursprünglich von der University of Leicester entwickelt) nutzt Real-Time PCR, um im Blut zirkulierende Bakteriophagen-DNA nachzuweisen. Da Phagen in bis zu 10-facher Überzahl zu ihren Wirtsbakterien vorkommen können, dient dieser Ansatz als "Verstärker" für den Nachweis.
  • Verbesserte Stamm-Abdeckung: Neuere Versionen des Tests zielen darauf ab, die genetische Varianz der in Europa verbreiteten Stämme (B. afzelii, B. garinii) besser zu erfassen. Frühere Studien hatten kritisiert, dass das genutzte Zielgen (terL) bei europäischen Proben oft zu falsch-negativen Ergebnissen führte.
  • Erweiterung auf Koinfektionen: Die Phagen-basierte Diagnostik wird 2025/2026 auf weitere Erreger wie Bartonella spp. und Rickettsia spp. ausgeweitet. Das Ziel ist ein Multi-Pathogen-Screening, das gleichzeitig verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen erkennt.

Kritische Einordnung und Validierung

Obwohl der Test von spezialisierten Anbietern wie RED Laboratories als "Game-Changer" vermarktet wird, bleibt er 2026 in der medizinischen Fachwelt umstritten:

  • Validierung: Kritiker weisen darauf hin, dass unabhängige groß angelegte klinische Studien zur Sensitivität (wie gut der Test Infektionen tatsächlich findet) noch ausstehen. Ein positives Ergebnis gilt als starker Hinweis auf eine aktive Infektion, da Phagen nur in lebenden Bakterien aktiv sind.
  • Test-of-Cure: Ein bedeutender Fortschritt ist der Einsatz als Therapiekontrolle. Da Phagen nur wenige Tage nach dem Absterben ihrer Wirtsbakterien überleben, kann ein negatives Testergebnis nach einer Behandlung den Erfolg der Therapie bestätigen.

Alternativen in der Entwicklung

Parallel dazu wird an anderen hochsensitiven Methoden gearbeitet:

  • Hybrid Lyme ELISA: Ein 2025 vorgestellter Ein-Stufen-Test, der Antigene nutzt, die bereits in der Frühphase der Infektion (Wanderröte) anschlagen.
  • Digital PCR (dPCR): Diese Technik ermöglicht eine noch präzisere Quantifizierung kleinster DNA-Mengen als die herkömmliche qPCR und wird zunehmend für die Borrelien-Diagnostik optimiert. 

Zusammenfassend bietet die Phagen-Diagnostik 2026 eine wertvolle Ergänzung für chronische oder unklare Verläufe, ersetzt jedoch (noch) nicht die standardmäßige Zwei-Stufen-Serologie in der kassenärztlichen Routineversorgung. 

(Übersicht erstellt mit Hilfe von Google AI)
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