22.10.2016, 04:55
Zitat:Ich würde mich einfach an der höchsten Leitlinie orientierem um sicher zu gehen.Sehe ich genauso. Sicher gehen kann man nicht, aber so sicher wie möglich halt. Nebst Orientierung an Leitlinien ist es sehr wichtig, sich am individuellen klinischen Verlauf zu orientieren. Das macht das Ganze dann noch sicherer.
Zitat:Ich finde es nur fraglich, dass uns in der Uni etwas anderes eingetrichtert wird, als das was eben die Zeckenliga o.ä. proklamiert, da ich denke, dahinter stehen Spezialisten.Das liegt am jahrzehntelangen Expertenstreit. An der Uni wird geltende Lehrmeinung gelehrt. Die Borreliose hält sich aber offensichtlich öfter nicht ans Schulbuch. Deshalb gibt es Experten, die das Ganze anders sehen. Wer Recht hat und wer nicht, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beantwortet werden. Vermutlich haben alle ein bisschen recht, je nach Patient und Verlauf. Ich als chronisch Betroffene hätte allerdings mehr davon, wenn sich die Experten zusammensetzen und Forschung anstossen würden, wo nötig als sich darüber zu streiten, wer Recht hat oder nicht.
Allem voran brauchen wir belastbare Diagnostik, die aktive von abgelaufenen Infektionen unterscheiden kann. Evtl. weitere Marker, weil ich mir vorstellen könnte, dass es Leute gibt, die trotz aktiver Borreliose ein fröhliches Leben führen. Ohne brauchbare Diagnostik wird das Leid noch Jahrzehnte weitergehen. Der Schweizer Infektiologe hatte letztes Jahr in der Sendung Puls nur ein Schulterzucken zur Antwort, als er auf die Diagnose-Misere angesprochen wurde. Also kein Interesse von ärztlicher Fachgesellschaft.
LG, Regi
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz

