18.01.2026, 16:37
Die Weiterentwicklung der Borreliose-Phagentests im Jahr 2026 konzentriert sich primär auf die Überwindung der Sensitivitätslücken bei europäischen Borrelien-Stämmen und die Erweiterung auf Koinfektionen.
Aktuelle Entwicklungen (Stand 2026)
Kritische Einordnung und Validierung
Obwohl der Test von spezialisierten Anbietern wie RED Laboratories als "Game-Changer" vermarktet wird, bleibt er 2026 in der medizinischen Fachwelt umstritten:
Alternativen in der Entwicklung
Parallel dazu wird an anderen hochsensitiven Methoden gearbeitet:
Zusammenfassend bietet die Phagen-Diagnostik 2026 eine wertvolle Ergänzung für chronische oder unklare Verläufe, ersetzt jedoch (noch) nicht die standardmäßige Zwei-Stufen-Serologie in der kassenärztlichen Routineversorgung.
(Übersicht erstellt mit Hilfe von Google AI)
Aktuelle Entwicklungen (Stand 2026)
- Phelix Borrelia-Phage Test: Dieser Pionier unter den Phagentests (ursprünglich von der University of Leicester entwickelt) nutzt Real-Time PCR, um im Blut zirkulierende Bakteriophagen-DNA nachzuweisen. Da Phagen in bis zu 10-facher Überzahl zu ihren Wirtsbakterien vorkommen können, dient dieser Ansatz als "Verstärker" für den Nachweis.
- Verbesserte Stamm-Abdeckung: Neuere Versionen des Tests zielen darauf ab, die genetische Varianz der in Europa verbreiteten Stämme (B. afzelii, B. garinii) besser zu erfassen. Frühere Studien hatten kritisiert, dass das genutzte Zielgen (terL) bei europäischen Proben oft zu falsch-negativen Ergebnissen führte.
- Erweiterung auf Koinfektionen: Die Phagen-basierte Diagnostik wird 2025/2026 auf weitere Erreger wie Bartonella spp. und Rickettsia spp. ausgeweitet. Das Ziel ist ein Multi-Pathogen-Screening, das gleichzeitig verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen erkennt.
Kritische Einordnung und Validierung
Obwohl der Test von spezialisierten Anbietern wie RED Laboratories als "Game-Changer" vermarktet wird, bleibt er 2026 in der medizinischen Fachwelt umstritten:
- Validierung: Kritiker weisen darauf hin, dass unabhängige groß angelegte klinische Studien zur Sensitivität (wie gut der Test Infektionen tatsächlich findet) noch ausstehen. Ein positives Ergebnis gilt als starker Hinweis auf eine aktive Infektion, da Phagen nur in lebenden Bakterien aktiv sind.
- Test-of-Cure: Ein bedeutender Fortschritt ist der Einsatz als Therapiekontrolle. Da Phagen nur wenige Tage nach dem Absterben ihrer Wirtsbakterien überleben, kann ein negatives Testergebnis nach einer Behandlung den Erfolg der Therapie bestätigen.
Alternativen in der Entwicklung
Parallel dazu wird an anderen hochsensitiven Methoden gearbeitet:
- Hybrid Lyme ELISA: Ein 2025 vorgestellter Ein-Stufen-Test, der Antigene nutzt, die bereits in der Frühphase der Infektion (Wanderröte) anschlagen.
- Digital PCR (dPCR): Diese Technik ermöglicht eine noch präzisere Quantifizierung kleinster DNA-Mengen als die herkömmliche qPCR und wird zunehmend für die Borrelien-Diagnostik optimiert.
Zusammenfassend bietet die Phagen-Diagnostik 2026 eine wertvolle Ergänzung für chronische oder unklare Verläufe, ersetzt jedoch (noch) nicht die standardmäßige Zwei-Stufen-Serologie in der kassenärztlichen Routineversorgung.
(Übersicht erstellt mit Hilfe von Google AI)

