Hallo ihr drei,
@Valtuille, deine empfohlene englische Seite war sehr interessant und hat das Thema tief ausgelotet. Die Vielzahl an Untersuchungen, Forschungsergebnissen war spannend, wenn auch sehr anstrengend zu lesen (selbst für jemanden, der seine Krimis und Fachbücher gern auf Englisch liest....;) )Insgesamt finde ich den Text sehr lesenswert, da hat sich jemand wirklich Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen, einzelne Studien zu vergleichen und zu reflektieren. Toll. Und super, dass du auf die Seite verwiesen hast. Nochmals danke.
Ich versuche die neuen und die schon vorhandenen älteren Infos jetzt mal für alle zusammen zu fassen:
1. Sexuelle Übertragbarkeit kann man nicht sicher ausgeschlossen werden, gilt aber als sehr unwahrscheinlich.
2. Die Anzahl der Borrelien(-DNA), die z.B. beim GV übertragen werden, reicht nicht aus, um eine Infektion auszulösen (Sam Donta)
3. Bisher konnte in Samen und anderen Sekreten nur DNA der Borrelien nachgewiesen werden, aber keine lebenden, beweglichen Borrelien.
4. Teilweise konnten Antikörper beim Partner nachgewiesen werden, das bedeutet aber nicht, dass er infiziert ist, sondern dass sich sein Immunsystem mit der DNA auseinandergesetzt hat. Auch muss in solchen Studien überprüft werden, ob es sich um den gleichen Borrelienstamm handelt und ob es nicht weitere, also *eigene* Möglichkeiten der Ansteckung des Partners gegeben haben könnte. Die Geschichte von Nadja hier im Forum klingt in diesem Zusammenhang beunruhigend, aber es gibt bisher wohl nur sehr wenige solcher Fälle.
5. Beim Zeckenstich verläuft die Ansteckung ohnehin völlig anders, siehe Valtuilles informativem Beitrag.
6. Es gibt verschiedene Experimente mit Tieren, in denen infizierte und gesunde Tiere zusammen gesperrt wurden. Es lassen sich daraus bisher keine Rückschlüsse für den Menschen ziehen, auch kommen die einzelnen Forscher zu völlig verschiedenen Ergebnissen.
7. Borrelien-Erreger lieben es kühler und sind *wärmeflüchtend*, was sie nicht gerade dafür prädestiniert, sexuell übertragbar zu sein.
8. Im Tierversuch wird mehr über die mögliche Übertragbarkeit durch Urin nachgedacht. Was mögliche Ansteckbarkeit über Toiletten angeht: Borrelien lieben es anaerob. Also würde ich mir darüber nicht zu viele Sorgen machen.
Gern könnt ihr mich korrigieren, falls ich etwas falsch geschrieben habe oder ergänzen, wenn euch noch etwas einfällt! Bitte bedenkt, ich komme von Haus aus zwar aus einem stark medizinisch geprägtem Umfeld und weiß auch ziemlich viel, liege auch sehr oft *richtig, bin aber keine Medizinerin. Meine eigene Erfahrung hat aber gezeigt, dass es sehr gut ist, als *sogenannter Laie* sich ebenfalls gut auszukennen. Einmal habe ich einem Freund sogar das Leben retten können, weil mehrere Ärzte sich geirrt hatten und ich noch auf einen letzten Untersuchungs-Termin bestanden hatte. Der führte dann zu einer Chirurgin, die kurz vor Zwöf noch erfolgreich operieren konnte.....
liebe Grüße, Jada
@Valtuille, deine empfohlene englische Seite war sehr interessant und hat das Thema tief ausgelotet. Die Vielzahl an Untersuchungen, Forschungsergebnissen war spannend, wenn auch sehr anstrengend zu lesen (selbst für jemanden, der seine Krimis und Fachbücher gern auf Englisch liest....;) )Insgesamt finde ich den Text sehr lesenswert, da hat sich jemand wirklich Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen, einzelne Studien zu vergleichen und zu reflektieren. Toll. Und super, dass du auf die Seite verwiesen hast. Nochmals danke.
Ich versuche die neuen und die schon vorhandenen älteren Infos jetzt mal für alle zusammen zu fassen:
1. Sexuelle Übertragbarkeit kann man nicht sicher ausgeschlossen werden, gilt aber als sehr unwahrscheinlich.
2. Die Anzahl der Borrelien(-DNA), die z.B. beim GV übertragen werden, reicht nicht aus, um eine Infektion auszulösen (Sam Donta)
3. Bisher konnte in Samen und anderen Sekreten nur DNA der Borrelien nachgewiesen werden, aber keine lebenden, beweglichen Borrelien.
4. Teilweise konnten Antikörper beim Partner nachgewiesen werden, das bedeutet aber nicht, dass er infiziert ist, sondern dass sich sein Immunsystem mit der DNA auseinandergesetzt hat. Auch muss in solchen Studien überprüft werden, ob es sich um den gleichen Borrelienstamm handelt und ob es nicht weitere, also *eigene* Möglichkeiten der Ansteckung des Partners gegeben haben könnte. Die Geschichte von Nadja hier im Forum klingt in diesem Zusammenhang beunruhigend, aber es gibt bisher wohl nur sehr wenige solcher Fälle.
5. Beim Zeckenstich verläuft die Ansteckung ohnehin völlig anders, siehe Valtuilles informativem Beitrag.
6. Es gibt verschiedene Experimente mit Tieren, in denen infizierte und gesunde Tiere zusammen gesperrt wurden. Es lassen sich daraus bisher keine Rückschlüsse für den Menschen ziehen, auch kommen die einzelnen Forscher zu völlig verschiedenen Ergebnissen.
7. Borrelien-Erreger lieben es kühler und sind *wärmeflüchtend*, was sie nicht gerade dafür prädestiniert, sexuell übertragbar zu sein.
8. Im Tierversuch wird mehr über die mögliche Übertragbarkeit durch Urin nachgedacht. Was mögliche Ansteckbarkeit über Toiletten angeht: Borrelien lieben es anaerob. Also würde ich mir darüber nicht zu viele Sorgen machen.
Gern könnt ihr mich korrigieren, falls ich etwas falsch geschrieben habe oder ergänzen, wenn euch noch etwas einfällt! Bitte bedenkt, ich komme von Haus aus zwar aus einem stark medizinisch geprägtem Umfeld und weiß auch ziemlich viel, liege auch sehr oft *richtig, bin aber keine Medizinerin. Meine eigene Erfahrung hat aber gezeigt, dass es sehr gut ist, als *sogenannter Laie* sich ebenfalls gut auszukennen. Einmal habe ich einem Freund sogar das Leben retten können, weil mehrere Ärzte sich geirrt hatten und ich noch auf einen letzten Untersuchungs-Termin bestanden hatte. Der führte dann zu einer Chirurgin, die kurz vor Zwöf noch erfolgreich operieren konnte.....
liebe Grüße, Jada