04.01.2013, 00:09
Boulder Diagnostics schrieb:Eine erste Studie an der Universität Nijmegen bei der die SpiroFind Technologie zur Diagnose eingesetzt wurde, ergab eine hohe Übereinstimmung zwischen positiv getesteten und tatsächlich betroffenen Patienten (Publikation der Daten voraussichtlich Januar 2013).Das impliziert eine gesicherte Diagnosestellung. Die Diagnose erfolgt allerdings in erster Linie klinisch, d.h. anhand des Krankheitsbildes und dieses ist meines Wissens nicht eindeutig definiert. Orientierte man sich bei dieser Einstufung an den Kriterien der IDSA?
Aus diesem Grund wurden die Patienten genau untersucht und anhand definierter akuter Marker (EM, ACA etc.) als Borreliosepatienten eingestuft. Die Entscheidung beruht also auf klinischen und Patienten individuellen Gesichtspunkten
Boulder Diagnostics schrieb:Jemand der also zuvor Kontakt mit Borrelien hatte, zeigt nach spezifischer Stimulation der Zellen einen erhöhten Zytokinwert, während jemand der keine Borreliose hat niedrige Werte aufweistDemnach reagiert jeder, der Kontakt mit Borrelien hatte, auf diesen Test. Allein die Höhe der Werte entscheidet über positiv oder negativ. Das Testergebnis steht und fällt somit mit dem Cut off, von dem wir immer noch nicht wissen, wie er zustande gekommen ist.
Boulder Diagnostics schrieb:SpiroFind wird mit einer Reihe verschiedener Kontrollen durchgeführt, um die grundsätzliche Aktivität der Immunzellen sicherstellen zu können Der Test fragt also, ob das Immunsystem bereits zuvor mit Borrelien Kontakt hatte (molekulares Gedächtnis) bzw. welche Zytokinwerte sich hieraus ergeben. Bei einem grundsätzlich schwachen Immunsystem fallen die Werte vergleichsweise geringer aus, zeigen jedoch über die verschiedenen MOI hinweg ein einheitliches Bild.Inwiefern wird ein schwaches Immunsystem mit niedrigeren Zytokinwerten beim Cut off berücksichtigt, nachdem „jemand der keine Borreliose hat niedrigere Werte aufweist“?
Boulder Diagnostics schrieb:Interessanterweise zeigte sich auch, dass eine Behandlung mit Antibiotika sich sowohl positiv auf die Symptome (diese gingen zurück) als auch auf das Testergebnis auswirkten (Diese Patienten waren nach der erfolgreichen Therapie im Test negativ)Wie lange wurden diese Patienten nach der Therapie beobachtet?
Auf Anfrage von onlyme-aktion.org wurde uns mitgeteilt, dass Boulder in den letzten Monaten zusammen mit der Radboud Universität Nijmegen mehrere hundert Patienten getestet hat. Die Studie dazu sei noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Ich schließe daraus, dass die Ergebnisse der Testpatienten von Boulder mit in diese Studie einfließen. Handelt es sich dabei um die von Ihnen erwähnte Studie (Publikation voraussichtlich im Januar 2013)?
Falls es sich um eine weitere Studie handelt, welche Erkenntnisse erhofft man sich von dieser Studie? Fand bei diesen Probanden ebenfalls eine Diagnoseeinstufung nach festgelegten Kriterien statt?
Mehrere Probanden haben – wie Filenada und Andrea in diesem Thread – berichtet, im Vorfeld nicht darüber aufgeklärt worden zu sein, dass eine Antibiotika-Therapie die Ergebnisse beeinträchtigt und beide Probanden haben diesen Test während einer Antibiose durchgeführt. Welche Auswirkungen hat dies auf die Studie? Werden die Ergebnisse dadurch nicht verfälscht?
Des weiteren wurde uns von Boulder mitgeteilt: „Die beschriebenen Tarnmechanismen des Borrelien Erregers gegenüber dem Immunsystem betreffen die Erstinfektion“. Wie definiert Boulder eine „Erstinfektion“ und in welchem Zusammenhang steht diese Aussage mit den Tarnmechanismen bei Chronifizierung?
Danke, dass Sie sich die Zeit für all unsere Fragen nehmen.