24.02.2016, 04:54
Zitat:Was meint Ihr dazu und habt Ihr vielleicht noch Tipps für mich?Ziemlich allgemeine Frage. Meinst du das in Bezug auf die Borreliose-Diagnostik?
Die Diagnose einer Borreliose in späteren Stadien ist schwierig, weil die Tests nicht viel hergeben und kein Symptom beweisend ist. Die Diagnose basiert auf Vorgeschichte (Zeckenstich? Zeckenexposition z.B. durch Beruf, Hobby, freilaufende Haustiere?), Verlauf, Symptomen, Ausschluss anderer möglicher Krankheiten, Tests und evtl. Ansprechen auf entsprechende Therapien. Am Ende resultiert eine Wahrscheinlichkeit für oder gegen eine Borreliose, der nur mit einem Therapieversuch begegnet werden kann. Der sichere Beweis einer Borreliose ist nur selten möglich. Der sichere Ausschluss unmöglich.
Zur Vorgeschichte schreibst du nichts. Verlauf und Symptome könnten auf eine Borreliose passen, sind aber nicht beweisend, da unspezifisch. Das heisst, es könnte auch eine andere Krankheit sein. Welche das ist, können wir als Laien dir kaum beantworten. Welche Krankheiten konnten durch welche Spezialfachärzte und/oder Untersuchungen/Tests mit welcher Aussagekraft schon ausgeschlossen werden? Welche Verdachtsdiagnosen wurden geäussert (aussser Psycho)? Wurde schon ein Blutbild gemacht? Mit welchem Ergebnis? Welche möglichen Mängel an Vitalstoffen wurden schon untersucht (z.B. Vit. B12, Vit. D, Eisen)? Wie siehts mit der Schilddrüse aus?
Es ist eine Zwickmühle. Wenn es eine Borreliose ist, dann sind die Chancen besser, wenn man so früh wie möglich therapiert. Da du aber immer wieder längere, gute Phasen hast, wird der Leidensdruck vermutlich zuwenig hoch sein, dich der mühsamen Diagnostik zu stellen und auf gut Glück eine agressive Therapie zu machen. Mal ganz davon abgesehen, dass dir mit deinen Symptomen wohl kein "normaler" Arzt einen Borreliose diagnostiziert und/oder therapiert. Am ehesten kommst du bei einem von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi zu Diagnostik und Therapie auf Verdacht. Da wird aber grösstenteils privat abgerechnet.
Trotz der eingeschränkten Aussagekraft, würde ich als ersten Schritt einen Bluttest auf Borreliose machen. Da aber unbedingt darauf bestehen, dass der erste Suchtest (ELISA) und der Bestätigungstest (WesternBlot/Immunoblot) gemacht wird. Nach geltender Lehrmeinung muss der Blot nicht gemacht werden, wenn der ELISA negativ ist. Notfalls bezahlst du den Blot selbst. Unter Umständen ergibt sich ein Ergebnis, das richtungsweisend ist. Es kann aber auch sein, dass das Ergebnis nicht verwertbar ist.
LG, Regi
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz