Malarone gegen Babesien: erstes mal Notaufnahme
#1

Wer hat noch Erfahrungen mit der Malaronetherapie?

Habe vor ca. 6 Wochen mit Malaronebehandlung angefangen, da 5 Jahre Antibiose kaum Erfolge hatte und die Leitsymptome Schwitzen, subfebrile Temperaturen und Erschöpfung passen. Nehme zusätzlich Azi und Tinidazol.

Habe innerhalb von 2 Wochen auf Enddosis von 6 Tabletten/d gesteigert, das Schwitzen wurde wie erwartet noch schlimmer, aber damit hatte ich gerechnet. Alpträume und extrem unruhiger Schlaf ist auch hinderlich, aber da will ich durch.

Nachdem dann nach 4 Wochen der richtige Wirkstoffpegel erreicht wurde, bekam ich über Nacht hohes Fieber, Magenkrämpfe, wurde innerlich so unruhig, dass ich erstmals im Leben in die Notaufnahme mußte. Ich hatte das Gefühl, ich verbrenne innerlich und war nahe dran aus dem Fenster zu springen. Kannte ich noch nicht!

Gott sei Dank kannte ein Oberarzt diese Malarone Nebenwirkung (Halluzinationen und innere Unruhe), setzte es sofort ab und gab hochdosiert Lorazepam und ein Opiat gegen die heftigen Magenkrämpfe. Nach einem Tag war das Schlimmste überstanden, obwohl ich in dieser Nacht wirklich dachte, ich mache ein Ende, weil das Hitzeempfinden so extrem war, dass ich es nicht mehr aushielt. Blieb noch 5 Tage in der Klinik.

Auch wenn die Klinikärzte mich für verrückt halten, beginne ich nun wieder, Malarone gaaaaaaaaaaaaaaaaanz langsam einzuschleichen, denn ich deute das nicht so sehr als Nebenwirkung, sondern als herxheimerähnliche Reaktion. Lorazepam für den Notfall ist besorgt.

Zudem metabolisiert bei mir Malarone -wie schon das Rifampicin- mein L-Thyroxin schneller, ich muss das Thyroxin stark erhöhen, um einigermaßen normale Schilddrüsenwerte zu erhalten. Es spricht also Vieles gegen Malarone. Dennoch sehe ich es als quasi letzte Chance...

Kennt das jemand?

Es ist Unrecht über den Sterbenden zu lächeln, der mit der Todeswunde auf der Bühne liegt und eine Arie singt. Wir liegen und singen jahrelang (Brief Kafka an geliebte Milena)
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Thanks given by: borrärger , Heinzi
#2

Ich kann dir direkt auch nicht weiterhelfen, aber vielleicht schaust du mal in einem US-Forum? Babesien sind dort ja wesentlich häufiger als hierzulande. Ich würde mich auch über die Buhner-Kräuter schlau machen (Cryptolepis, Alchornea, Sida), könnte mir vorstellen, dass Babesien damit recht gut beherrschbar sind. Da gibt's bestimmt auch Erfahrung zu in US-Foren.

Wegen der herxheimerähnlichen Reaktion wäre ich vorsichtig. Es ist nicht so, dass alle Erreger Herxheimer-Reaktionen auslösen beim Absterben. Kenne mich aber mit Babesien nicht aus. Hat dein Spezi jetzt doch Malarone aufgeschrieben, auch ohne positives Testergebnis ?
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Thanks given by: borrärger
#3

Hallo berndjonathan,

in US-Foren gibt es jede Menge Austausch darüber und es wurde eigens ein Thread eingerichtet mit dem Thema "Mepron Blues", damit die Leute vor den möglichen suizidalen Tendenzen gewarnt sind.

MEPRON BLUES WARNING!!


MEPRON depression?

LG, ticks
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OnLyme-Aktion.org
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Thanks given by: borrärger
#4

Babesien sind leider kaum im Serum nachzuweisen, daher kann muss man nach Klinink behandeln, ich selbst bin seronegativ (aber es werden ja eh nur wenige Stämme getestet).

Von dem Malarone-blues habe ich auch gehört, den hatte ich aber nicht. Es war neben Schlagstörungen und Alpträumen eine extreme Agitiertheit und quasi eine Halluzination, ich würde unter 1000 Heizstrahlern liegen und langsam verkohlen..... Ich bin entschlossen, die Therapie jetzt einschleichend und vorsichtig durchzuziehen und werde parallel noch nach anderen Parasiten (Toxocarose) suchen. Da ich Malarone mit Azi und Tini kombiniere, bekommen ja auch die Borrelien etwas ab.

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#5

Habe nun Malarone drei Tage gaaaaaaaaaaaanz vorsichtig eingeschlichen, 2 Tabletten statt 6, jetzt von einer Minute auf die andere: Fieber, Schüttelfrost, Bauchkrämpfe, Gliederschmerzen und wieder diese unglaubliche, unerträgliche innere Unruhe.
Nehme jetzt Lorazepam in Höchstdosis, setzte sofort Malarone ab und hoffe, dass morgen alles wieder vorbei ist. Ungöaublich, wie ich auf das mittel reagiere....

Leider gibt es ja bei Babesien kaum Alternativen, fahre morgen zum Spezi, wenn es mein Zustand zuläßt, und werde wohl nie wieder Malarone nehmen (Habe noch für 2 Monate...)

Mist. So bescheiden hab ich mich noch nie Gefühlt...

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#6

Zitat:Leider gibt es ja bei Babesien kaum Alternativen

Ich habe meine Babesien mit Clindamycin und dazu (gepulst - immer mal wieder für 8 Tage, da ich es nicht länger am Stück vertrage) Tinidazol sehr gut weg gekriegt. Rolleyes

Gruß
Leonie

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Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen.

Platon

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#7

(20.06.2016, 19:34)berndjonathan schrieb:  Leider gibt es ja bei Babesien kaum Alternativen

Wäre interessant, auf welchen der beiden Wirkstoffe in Malarone Du so reagierst. Wäre es Proguanil, dann könnteste noch Wellvone nehmen (allerdings sehr teuer), welches nur den Wirkstoff Atovaquon der beiden beinhaltet. - Ich denke, das könnte man rausbekommen durch einen Bluttest.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

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#8

Junge, junge, mich hat es echt zerschossen. Komme kaum aus dem Bett, Durchfall, Krämpfe, seltsamer Hsten, Fieber, Unruhe, seit vielen Stunden kein Schlaf.

Mein spezi testet jetzt erstmal das Malarone in einem Bluttest, ob ich da allergisch reagiere. Alternativ könnte man -das eigentlich noch heftigere- Lariam probieren, ist aber in Deutschland nicht mehr erhältlich. Ich würde da eine kleine Menge zum testenbenötigen. Hat da irgendwer zufällig eine Tablette herumfliegen?

Von Wellvone hab ich auch schon gehört, komisch, dass ein Wirkstoff teuerer ist als zwei...Ist es irgendwo erhältlich, kennt jemand Quellen? Oder hat davon jemand zufällig eine tablette herumfliegen?

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#9

(22.06.2016, 08:12)berndjonathan schrieb:  Alternativ könnte man -das eigentlich noch heftigere- Lariam probieren, ist aber in Deutschland nicht mehr erhältlich.

Doch, ist noch erhältlich, aber nur unter bestimmten Bedingungen:
"...unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht und darf in Deutschland sowie zahlreichen anderen Ländern aufgrund möglicher schwerer und lang anhaltender Nebenwirkungen nur nach dem Ausfüllen einer Checkliste für Kontraindikationen und dem Aushändigen eines Patientenpasses verschrieben werden."
(Quelle: Wiki)

Ich selbst kann nur von Lariam abraten, das hat mich mal soooo dermaßen aus den Latschen gehauen, daß ich da gar nicht mehr dran denken mag. Hatte es zur Malaria-Prophylaxe, als ich nach Gambia und in den Senegal gereist bin. Nach der ersten Tablette war alles ok, absolut keine Nebenwirkungen. Und die zweite hat mir dann das Genick gebrochen: lag vier Tage wie sterbend im Bett - Durchfall, Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen bis zum Gehtnichtmehr, Teilnahmslosigkeit, Schwäche hoch zehn, kurze Bewußtlosigkeiten. Zum Glück hat mich das Zimmermädchen gefunden, ins Bett geschleppt und die Tage über versorgt. Warum sie keinen Arzt geholt hat, ist mir bis heute ein Rätsel. Aber ich selbst war nicht fähig, nach einem zu fragen. Dann am fünften Tag war der ganze Spuk plötzlich vorbei, als ob nie was gewesen wäre. Hab dann erfahren, daß es der halben Reisegruppe so ging. Wir grübelten, ob das vielleicht am Wasser lag, mit dem der Krümelkaffee und Tee gekocht wurde (dafür braucht man ja nicht zwingend kochendes Wasser) oder an einem bestimmten Essen oder oder oder. Keine Übereinstimmungen. Bis wir dann drauf gekommen sind, daß alle die, die flach lagen, Lariam genommen hatten. Und da wir alle die Prophylaxe nach demselben Schema nahmen, hatte es uns alle am selben Tag umgehauen.
Lariam würde ICH nur noch mal nehmen, wenn wirklich mein Leben von abhängt.
Es gibt aber auch Leute, die gar keine Nebenwirkungen davon hatten, wie ich später im Bekanntenkreis hörte.

Zitat:Ist es irgendwo erhältlich, kennt jemand Quellen? Oder hat davon jemand zufällig eine tablette herumfliegen?

Ist verschreibungspflichtig und gibt's in jeder Apotheke.
Ich kenne nur die Suspension davon; laut Internet soll's das wohl auch als Tabletten geben - noch nie von gehört.

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#10

Hallo Berndjonathan,

wie geht es Dir jetzt? Gib uns doch bitte mal ein Lebenszeichen.

In Sorge
Ursula
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