Q-Fieber Langzeitantibiose
#1

Gerade zufällig bei Wikipedia zum Thema Q-Fieber gefunden.

Zitat:Die Therapie der akuten Form ist in aller Regel erfolgreich und erfolgt in Absprache mit Infektiologen durch Antibiotika. Zum Einsatz kommen intrazellulär wirksame Antibiotika, insbesondere Tetracycline, Makrolid-Antibiotika und Chinolone. Außerdem sind das Malariamittel Hydrochloroquin und das Chloramphenicol wirksam.

Zur Behandlung der chronischen Form wird für eine Dauer von – je nach Autor – einem bis vier Jahren eine Zweier- oder Dreier-Kombination der genannten Antibiotika verabreicht.
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Thanks given by: Waldgeist
#2

WAS IST DENN Q-FIEBER?
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Thanks given by: borrärger , Waldgeist , bine
#3

Hallo Linus,

Aus Wikipedia:

Q-Fieber ist eine durch das strikt intrazellulär lebende, gramnegative Bakterium Coxiella burnetii verursachte Zoonose (von Tieren auf Menschen übertragene Krankheit), die meist grippeähnliche Symptome hervorruft. Der Erreger kann als so genannte Dauerform (Sporen) z. B. in Staub, auf Heu oder auf Wolle jahrelang überleben und infektiös bleiben. In Deutschland sind vor allem Schafe (durch den Kot der Auwaldzecke) Träger des Erregers. Die Übertragung erfolgt meist durch Inhalation kontaminierten Staubs. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung kommt nur in Ausnahmefällen vor. Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 40 Tage. Q-Fieber ist eine in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Erkrankungen von Wiederkäuern an Q-Fieber unterliegen in Deutschland der Meldepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz.[1]

Grüße, Waldgeist
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Thanks given by: linus , urmel57 , borrärger , fischera
#4

Eine bakterielle Infektionserkrankung hervorgerufen durch den Erreger Coxiella burnetii, häufig übertragen durch Schafe. Mehr weiß ich darüber auch nicht. Ich fand es aber bemerkenswert das Kombinationsantibiosen auch mehrjährig offenbar durchaus möglich sind, solange es sich nicht um eine Borreliose handelt.

Bei TB gibt man ja auch eine Kombo, aber da behandelt man glaube ich in der Regel nicht länger als 1 Jahr. 4 Jahre ist schon eine Ansage. Bakterielle Endokarditis wird auch (wenn ich mich recht erinnere) locker 6 Monate mit AB behandelt. Langzeitantibiosen sind also auch in der Schulmedizin nichts Ungewöhnliches. Vielleicht hätte man bei einem richtigen Infektiologen ja dann auch mehr Glück bzgl. Borreliosebehandlung.
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Thanks given by: Waldgeist , linus , urmel57 , Hydrangea , borrärger , Heinzi , bine
#5

Bei den Infektiologen würde ich mir keine große Hoffnung machen.
Die meisten Infektiologen halten sich an die wissenschaftliche Evidenz und da gibt's keine belastbare Studie, die nun wirklich einen positiven Effekt für Langzeitantibiosen belegt, dafür aber mehrere RCT die keinen Nutzen gegenüber kurzen Antibiosen festgestellt haben.
Bei Brucellose, Q-Fieber, TBC ist das halt anders.... da kann man den Erreger aber auch viel einfacher direkt nachweisen als bei Borreliose. Da gelingt das ja selbst vor Antibiose nur bei einem überschaubarem Teil der Patienten.

In den Fallberichten mit immungeschwächten Patienten, die mir bekannt sind, waren die Standardantibiosen ausreichend (wie lange nachbeobachtet wurde, ist eine andere Sache), was auch ein Argument der Infektiologen ist (da werden bei anderen Infektionen häufiger längere Antibiosen notwendig).
In vielen Fällen gibt man die ABs auch eher um Rezidive zu verhindern, bei TB ist das auch aufgrund der Resistenzproblematik wichtig, die es bei Borreliose nicht gibt.

Im Spezi-Bereich sind Infektiologen auch eher selten, ein bekannter Vorwurf der Gegenseite (die IDSA sind ja die Infektiologen). Mir fallen nur zwei aus den USA ein, die Langzeitantibiosen einsetzen bzw. einsetzten.

Bei frischer Infektion wird Q-Fieber übrigens auch nur mit wenigen Wochen Doxy behandelt. Von bleibenden Beschwerden wollte man da in einem mir bekannten Fall auch nichts wissen...

We lay by cool still waters
And gazed into the sun
And like the moth's great imperfection
Succumbed to her fatal charm
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#6

4 Jahre, nee, dafür fehlt mir jetzt der Glaube - bei Dauereinsatz ....
Wahrscheinlich erleben die Probanten schon eher Verbesserungen.

Ach, irgendwie ist das nix mit den ganzen ABs.
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Thanks given by: Waldgeist , borrärger
#7

(01.09.2016, 17:57)Markus schrieb:  Vielleicht hätte man bei einem richtigen Infektiologen ja dann auch mehr Glück bzgl. Borreliosebehandlung.

Die Erfahrungen meiner SHG-Leute und meiner Mutter mit Infektiologen waren bisher nicht allzu berauschend. Die meisten Infektiologen kennen sich scheinbar nur mit HIV und Hepatitis aus, beim Thema Langzeitantibiosen gegen Borreliose bekommen sie Schnappatmung... Sad

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
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#8

Mich würde interessieren, wie es jemandem nach einer mehrjährigen Kombo aufgrund TB oder Q-Fieber geht. Wenn ABs wirklich die Mitochondrien schädigen, müssten diese Leute ja schwer krank sein. Im Umkehrschluß könnte man sagen, dass AB dann vielleicht doch nicht so schädlich für die Mitos sind.
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Thanks given by: Waldgeist
#9

Ich hatte hier mal eine kleine Geschichte dazu geschrieben...

http://forum.onlyme-aktion.org/showthrea...7#pid50637

Dem Mann geht es übrigens weiterhin gut!

Liebe Grüße Jo


OnLyme-Aktion.org


Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben,an denen du nichts ändern kannst.
Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

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Thanks given by: Waldgeist , ticks for free
#10

Zitat:Reservoir
Das epizootologisch bzw. epidemiologisch relevante Reservoir stellen infizierte Paarhufer (Rinder, Schafe, Ziegen) dar, darüber hinaus können auch Katzen, Hunde, Kaninchen und Wildtiere (Rehe, Füchse etc.) sowie Vögel Reservoirwirte sein. C. burnetii konnte häufig auch aus Arthropoden, Läusen, Milben, Fliegen sowie über
40 Zeckenspezies isoliert werden;
letztere sind zugleich Reservoir und wichtige Vektoren.
Aus:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Epi...ieber.html

Aktuell
http://www.teckbote.de/nachrichten/zwisc...94031.html
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Thanks given by: Waldgeist , bine


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