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Borreliose oder nicht???
#1

Hallo ich bin ganz neu hier und ich würde sehr gerne eure Meinung hören.
Seit etwa 5 Jahren habe ich eine Menge Symptome, "Allerweltssymptome" die auf alles Mögliche hindeuten könnten. Aber je mehr ich mich in das Thema Borreliose hineinlese, desto mehr erkenne ich mich wieder. Ich will mich hier nicht selbst diagnostizieren, aber ich möchte einfach mal eure Meinung hören, bevor ich diesen Verdacht meinem Arzt mitteile.
Vor etwa 5 Jahren fing es an das ich sehr müde wurde, Mittagsschlaf dehnte sich dann auf den ganzen Tag aus, und die Konzentration war auch nicht mehr so toll wie früher und Rückenschmerzen kamen. Das war in einer stressigen Zeit, und deshalb hab ich es nicht ernst genommen. Irgendwann wurde es besser, dann wieder schlechter.Nach zwei Jahren kam hinzu das meine Hände und Füße oft kribbelten, ich ständig Kopfschmerzen hatte und nur noch schlecht drauf war. Mein Arzt testete dann auf einiges, auch auf Borreliose, heraus kam das Antikörper vorhanden sind. Er meinte ich solle das in einem Krankenhaus abklären lassen, aber er vermutete das es Depressionen sind. Darauf kam er weil das in meiner Familie oft vorkommt und zu der Erschöpfung und Müdigkeit passt.
Im Krankenhaus kam ich auf ein völlig überfülltes Zimmer, und vom ersten Tag an wollten sie mich loswerden weil jemandem mit Depressionen hier nicht geholfen werden kann und ich das Zimmer blockiere. Nachdem meine Eltern druck gemacht haben, haben sie einen Test mit Strom gemacht um das kribbeln in der Hand abzuchecken, der kein Ergebniss brachte. Ab da wurde ich nur sch*** behandelt, sie wollten mich loswerden, mein Frühstück wurde verlegt und solche Sachen. Es war schlimm und seitdem habe ich echt richtig Angst vor Krankenhäusern und Ärzten.
Nach dem Krankenhaus also wieder zum Hausarzt, der sah sich durch die Unterlagen vom Kh in der Diagnose Depressionen bestätigt. Alle weiteren Symptome die danach hinzukamen wurden abgetan und ich glaube er hat mich als Hypochonder abgestempelt.
Ich war irgendwann so fertig von meinen Symptomen das ich gedacht habe, gut gehst du halt zum Therapeuten, glaube zwar nicht das es Depressionen sind, aber wenn die Ärzte das sagen. Ja und dann sagt mir die Therapeuten das ich nicht an Depressionen leide und die Symptome anderen Ursprungs sein müssen.
Tut mir leid für die Geschichte, aber das lag mir auf dem Herzen und ich möchte das ihr versteht das ich mir nichts einbilde und etwas einrede.
Jetzt zu meinen Symptomen, ich habe seit diesen 5 Jahren ständig Kopfschmerzen die sich immer weiter steigern. Ich habe Rückenschmerzen die echt heftig sind, und seit einem Jahr Nackenschmerzen und einen steifen Nacken die fast ohne Unterbrechung da sind und mir manchmal die Tränen in die Augen treiben. Meine Konzentration hat nachgelassen, ich hab oft das Gefühl mein Kopf ist in den Wolken, halt so benebelt. Mein Kurzzeitgedächnis ist praktisch nicht mehr vorhanden. Was ich gerade gesagt habe? keine Ahnung mehr. Ich vergesse praktisch alles, was wollte ich nochmal in der Küche? warum war ich nochmal ins Wohnzimmer gegangen?
Früher war ich stolz darauf klug zu sein, jetzt hab ich angst das die Leute mich als dummes Blondchen abstempeln. Oft ist mir auch schwindelig und mein Gleichgewichtssinn ist total schlecht geworden.
Hinzu kommt das ich ständig das Gefühl habe Muskelkater zu haben, ich hab schwere Beine und Arme, manchmal fühlt es sich an als wäre alles dick und so "wattig".
Meine Muskeln im ganzen Körper tuen ständig weh. Und meine Gelenke, besonders die Ellbogen, Knie, Knöchel und Handgelenk. Ich hab oft am Hals und in den Achseln das Gefühl als wäre da etwas geschwollen und schmerzhaft, obwohl nichts zu sehen ist. Außerdem habe ich ständig das Gefühl eine richtig dicke Grippe zu haben, nur ohne Nase laufen und husten. Generell hab ich das Gefühl das mein Immunsystem miserabel ist, früher war ich so stolz drauf nie krank gewesen zu sein, jetzt habe ich alle zwei Wochen eine Erkältung/Grippe ohne husten&nase laufen. Ich bin auch oft gereizt und schlecht gelaunt ( vlt. nur weil ich jeden Tag schmerzen habe?)
Ich weiß ihr könnt mir nicht sage " du hast es" oder "du hast es nicht", aber ich würde gerne eure Meinung hören. Ich muss mir sicher sein das ich begründete Verdacht habe, bevor ich es meinem Arzt sage, denn er nimmt mich eh nicht ernst und ich will ihm dann nicht irgendwas was total abwegig ist.
Vielen dank fürs Lesen, ich hoffe so sehr das mir jemand von euch weiterhelfen kann, denn ich weiß nicht mehr weiter.
Franzi
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Thanks given by: Waldgeist
#2

Hallo Franzi und willkommen im Forum

Ich habe/hatte ähnliche Symptome wie du, allerdings keine andauernde Kopf- und Rückenschmerzen sondern nur im Schub und/oder nach starker Belastung.

Ich weiss nicht, inwieweit du dich schon informiert hast. Es ist wichtig, dass du dich informierst. Die Diagnose einer Borreliose ist schwierig. Hier findest du Infos dazu:
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=8747
Wenn du etwas nicht verstehst, dann frag bitte. Es ist wichtig, dass du verstehst, was du liest.

Für dich bedeutet das konkret, dass du nach geltender Lehrmeinung aufgrund deiner unspezifischen Symptome die Diagnose nicht bekommst, egal ob positiver oder negativer Test. In der Konsequenz folgt auch keine Therapie - nicht mal versuchsweise. Unsere Spezis würden das anders sehen. Da hat es aber auch solche dabei, für die ist alles Borreliose und sie zocken die Patienten mit zweifelhaften Tests und Therapien ab. Irgendwie ist beides nicht gut. Therapieverweigerung bei vorliegender Borreliose genauso wie ewig lange, hoch dosierte AB-Therapien, wenn keine Borreliose vorliegt.

Die Diagnose basiert auf Vorgeschichte, Verlauf, Symptomen, Ausschluss anderer möglicher Krankheiten und unbrauchbaren Tests. Am Ende resultiert eine Wahrscheinlichkeit für oder gegen eine Borreliose, der nur mit einem Therapieversuch begegnet werden kann.

Um bei dir die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose einschätzen zu können, fehlen mir zuviele Infos.
Vorgeschichte: Hattest du mal einen Zeckenstich oder warst/bist du durch Beruf, Hobbys, freilaufende Haustiere zeckenexponiert?
Verlauf: Hattest du mal eine Wanderröte, eine andere ungeklärte Hautveränderung oder andere typische Symptome einer Borreliose?
Ausschluss anderer möglicher Krankheiten: Wenn du schreibst, dein HA hätte Tests gemacht, dann hilft das nichts. Da müsste man schon wissen, welche Tests mit welchen Ergebnissen gemacht wurden.

Bitte frag, wenn du etwas nicht verstehst.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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#3

Hallo Regi, erstmal danke für deine Antwort. Informiert habe ich mich schon sehr viel, das erste mal vor etwa 2,5 Jahren nachdem mein HA den Gedanken aufbrachte. Er kam anhand meiner Symptome drauf, und weil mein früherer Kinderarzt einen "auffäligen" Zeckenstich dokumentiert hatte. Das Problem ist das ich als Kind bis ins Teenageralter praktisch im Wald gelebt habe und jede Woche mit ein oder mehreren Zecken nach Hause kam. Deshalb können sich meine Eltern nicht mehr dran erinnern.
Aufgrund dessen hat mein HA mich auch ins KH zur Abklärung geschickt. Für ihn war klar, das es Depressionen oder Borreliose ist, beides könnte er hier in seiner Praxis nicht diagnostizieren. Bei dem Aufnahmegespräch im KH haben sie die Vermutungen meines Arztes bezüglich der Borreliose direkt abgetan "kann auf keinen Fall sein", und das noch bevor ich meine Symptome geschildert habe oder irgendwas zu meiner Person. "Sowas gibts nicht" war die Antwort warum das nicht sein kann.
Mein HA hat nicht wirklich viel getestet, und was genau kann ich leider auch nicht sagen, auf jeden Fall waren es nur Bluttests, unter anderem auch auf fehlende Nährstoffe und so.
Mittlerweile habe ich auch Sehstörungen, manchmal sehe ich einfach verschwommen und nicht so scharf wie sonst. Und mein Herz fühlt sich manchmal komisch an, also nicht doll oder beängstigend, nur manchmal irgendwie größer, schwer zu beschreiben, ich fühle es einfach viel mehr,und vom Gefühl her würde ich sagen es schlägt auch manchmal schneller. Aufgrund dessen hat mein Arzt Blutdruck gemessen und für zu hoch befunden, " wahrscheinlich wegen vorausgegangenen Anstrengungen", ich saß vorher drei Stunden im Wartezimmer, weiß nicht wo da die Anstrengungen war???
Tut mir leid das ich deine Fragen nicht so wirklich beantworten kann :/
Aber je mehr ich hier schreibe, desto mehr denke ich mir, vielleicht sollte ich mal den HA wechseln, einfach um dieses abgestempelte zu umgehen, jemand mit einer frischen Sicht auf die Sache, der auch bereit ist weiter zu forschen und nicht bei einer Diagnose "Depressionen" ( die ja schon wiederlegt ist) bleibt und nur schmerzmittel verschreibt. Vielleicht findet der ja etwas raus, egal was es letztendlich ist, Hauptsache meine Lebensqualität wird endlich wieder besser.
Achja und das mit den Kopf und Rückenschmerzen ist zwar immer, aber auch wie die anderen Symptome kommt es manchmal Schubweise zur Verschlimmerung, meist zeitgleich mit dieser komischen "Grippe", und einigen anderen Symptomen wie dem Muskelkater.
Was genau meinst du mit typischen Symptomen? Meinst du ob ich mich an die im ersten Stadium nach dem Biss erinnern kann? Kann ich nicht :/ Oder meinst du jetzt nur die Wanderröte und diese Hautveränderung im letzten Stadium, hab das Wort gerade vergessen :0 Auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ansonsten gibt es ja nicht viele typische Symptome oder? nur eine bestimmte Kombination aus unspezifischen Symptomen die einen Hinweis drauf gibt, oder?
Lg Franzi
p.s. mein HA hat wohl auch einen Antikörpertest gemacht, der positiv war, nur weiß ich leider nicht welchen.
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Thanks given by: Waldgeist
#4

Zitat:Mein HA hat nicht wirklich viel getestet, und was genau kann ich leider auch nicht sagen, auf jeden Fall waren es nur Bluttests, unter anderem auch auf fehlende Nährstoffe und so.

mein HA hat wohl auch einen Antikörpertest gemacht, der positiv war, nur weiß ich leider nicht welchen.
Kannst du dir bitte mal die Kopien der Befunde holen und mit geschwärztem Namen hier einstellen? Beim Borreliose-Test möglichst die Befundkopie vom Labor, nicht nur die Zusammenfassung vom HA. Borreliose-Tests werden immer extern ins Labor geschickt.

Zitat:Aber je mehr ich hier schreibe, desto mehr denke ich mir, vielleicht sollte ich mal den HA wechseln, einfach um dieses abgestempelte zu umgehen, jemand mit einer frischen Sicht auf die Sache, der auch bereit ist weiter zu forschen und nicht bei einer Diagnose "Depressionen" ( die ja schon wiederlegt ist) bleibt und nur schmerzmittel verschreibt.
Das kannst du natürlich versuchen und vielleicht hast du auch Glück - vielleicht auch nicht. Im ersten Beitrag schriebst du, dass du mittlerweile Angst vor Arzt und KH hast. Nur du kannst spüren, wieviel Ignoranz du im schlimmsten Fall noch etragen kannst. Kommt auch darauf an, was du möchtest. Wenn du unbedingt eine Diagnose möchtest, dann kann es sein, dass du bis zum bitteren Ende die Depression aufgedrückt bekommst; vielleicht auch mal eine Fibromyalgie oder ein Chronisches Müdigkeitssyndrom, was alles eine therapeutische Sackgasse ist.

Wenn du einen Therapieversuch mit AB machen möchtest, dann sind die Chancen dafür am grössten, wenn du zu einem von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi gehst. Ich würde mir mit deiner Vorgeschichte und deinen Symptomen auch ohne weitere Tests einen Therapieversuch gönnen, wenn Vit. B 12, Vit. D, Schilddrüsen und Rheuma ohne Befund getestet wurden sowie das grosse Blutbild unauffällig ist. Einen Therapieversuch würde ich nur nach Empfehlungen der DBG und/oder ILADS machen wollen. Sie dosieren höher und länger. Bei tiefer Dosierung weisst du danach nicht, ob eine höhere Dosierung was gebracht hätte.

LG, Regi

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#5

All meine Dokumente sind leider dem Hochwasser zum Opfer gefallen, aber ich bin selbst schuld, Dummheit musste ja auch bestraft werden, hab schließlich alles in einem Ordner im Kellerschrank aufbewahrt Confused Blush
Muss mein Arzt halt nochmal alles rausrücken, vielleicht fühlt er sich dann auf die Füße getreten und gibt sich mehr mühe? Die Hoffnung stirbt zuletzt Rolleyes
Vielleicht wird es beim nächsten Arzt genauso, aber ich muss da meine Ängste überwinden und jede Chance nutzen, denn ja ich will unbedingt eine Diagnose. Nicht weil ich etwas bestimmtes haben will, sondern weil ich hoffe das ich dann endlich behandelt werden kann und meine Lebensqualität steigt. Ich will nur gesund werden, oder wenigstens ein Teil der Symptome los werden.
Dank dem versuch eine Therapie gegen meine Depressionen zu machen, habe ich es jetzt schwarz auf weis das es keine sind.Vielleicht hilft das ein wenig damit ich nicht immer bei dem Thema hängen bleibe.
Jetzt wo sie das gerade schreiben, fällts mir wieder ein das auf Vitamin B12 getestets wurde und auf D glaube ich auch.
Und mein HA hat das kleine Blutbild gemacht und als das OB war hat er das große gemacht was ebenfalls OB war. Schilddrüse wurde auch getestet und war in Ordnung. An Rheuma kann ich mich jetzt nicht erinnern. Mrt Bilder vom rücken und Kopf wurden auch gemacht, bis auf eine kleine Zyste auch OB, wobei das Bild von Kopf laut dem Arzt ziemlich schlecht war. Weiß jetzt garnicht ob das relevant ist, fiel mir aber gerade so ein.
Ich denke ich werde es noch einmal mit einem anderen Arzt versuchen, einfach um eine Zweitmeinung zu haben. Und wenn das nichts bringt werde ich wohl einen Spezialisten aufsuchen. Hier bekommt man ja ganz tolle Tipps und Erfahrungsberichte, ich lese schon ganz fleißig überall mit. Und selbst wenn der Spezialist sagt es ist doch keine Borreliose, dann hab ich eine Information mehr, und vielleicht komme ich ja dann irgendwann durch eine Ausschlussdiagnose zu einem Ergebniss.
Ganz vielen lieben dank, Sie haben mir wirklich sehr weiter geholfen. Ich bin ihnen wirklich dankbar. Dieses Forum ist einfach fantastisch und ich bin froh das es soviele tolle Menschen gibt die fremde Menschen einfach unterstützt und ihnen helfen ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
liebe Grüße Franzi
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Thanks given by: Waldgeist , Regi , urmel57
#6

Hallo und herzlich willkommen im Forum Icon_winken3

Regi hat dir ja schon alles wichtige geschrieben und dem möchte ich mich anschließen.
Deine Symptome könnten von einer Borreliose kommen, denn leider gibt es ja keine "typischen" Borreliosesymptome, sondern die Borreliose kann als Multisystemerkrankung ganz unterschiedliche Symptome machen.
Fiese Nackenschmerzen waren übrigens auch eines meiner ersten Symptome.

Es wäre also wichtig, dass alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen sind (Hinweise hat Regi ja geschrieben), dazu unbedingt alle Befunde vom Arzt holen - da hast du ein Recht drauf!
Es wäre auch interessant, diese mit geschwärztem Namen hier einzustellen, denn du schreibst ja, dass es sogar einen positiven Borrelienbefund gab!
Es wäre sehr gut zu wissen, was das für einer war! Interessant auch, warum du bei positivem Befund nicht behandelt wurdest.

Wenn du der Borreliosespur nachgehen möchtest, dann wird es dir leider überhaupt nichts nützen, einen neuen Hausarzt zu suchen. Du wirst nur Hilfe bekommen, wenn du dich an einen Borreliosespezialisten wendest, dafür würde ich dir empfehlen, eine Anfrage hier im Forum zu stellen und Kontakt zur nächstgelegenen Selbsthilfegruppe aufzunehmen, um eine gute Empfehlung zu bekommen. Es gibt bei den Spezialisten nämlich große Unterschiede, wie sie arbeiten.

Folgenden Ablauf könnte ich mir vorstellen in dem Fall, dass tatsächlich eine Borreliose vorliegt:
  • alle Befunde vom Hausarzt holen über die Schwestern (dafür brauchst du gar keinen Termin)
  • Empfehlung für einen Spezialisten holen (Forum, SHG)
  • Termin beim Borreliosespezialisten mit den Befunden, dieser wird dir dann vielleicht noch Hinweise geben, um die Diagnose abzusichern (z.B. den LTT im IMD Berlin, die CD-57-NK-Zellen oder Tests im Deutschen Chroniker Labor, weitere Tests auf Co-Infektionen...)
  • im optimalen Fall hättest du einen schriftlichen Brief mit den Therapieempfehlungen (im Fall einer Borreliose)
  • mit diesen könntest du dann zu deinem Hausarzt gehen - ich könnte mir vorstellen, dass du zusammen mit dem Schriftstück, das eine Depression ausschließt, dann gute Chancen hast, den Hausarzt mit ins Boot zu holen - ich halte die Chance bei deinem alten Hausarzt jedenfalls für größer als bei einem neuen Arzt, der deine Vorgeschichte nicht kennt

Ich finde übrigens, dass dein Hausarzt sich schon bemüht hat, immerhin hat er die Dinge abklären lassen, für die er sich nicht kompetent hielt. Dass es einen großen Richtungsstreit bezüglich der Borreliose gibt und dass in allen deutschen Krankenhäusern das Vorliegen einer chronischen Borreliose verleugnet wird, wusste er vermutlich nicht.
Deswegen sehe ich Potential, dass du ihn weiter ins Boot holen könntest.

Die großen Probleme bezüglich der Borreliose hat Regi ja schon beschrieben:
- die Tests sind absolut unzuverlässig, deswegen ist Borreliose eine klinische Diagnose und deswegen muss vorher erst alles andere ausgeschlossen sein
- es gibt einen großen Streit, wie therapiert werden sollte - die einen glauben, das wäre eine harmlose Krankheit, die nach 2 Wochen geheilt ist. Die anderen glauben, es ist eine schwere Multisystemerkrankung, die lange und mit kombinierten Antibiotika behandelt werden muss. Zu der zweiten Gruppe gehört die Deutsche Borreliose Gesellschaft und die Spezialisten, die wir hier im Forum empfehlen. Deswegen ist es wichtig, sich vorher zu informieren, sonst gerät man an einen Arzt der ersten Gruppe und bekommt einfach keine Hilfe. Bei der Vielzahl deiner Symptome und Länge der Erkrankung würdest du sicherlich eine längere Therapie in Form einer Kombinationsantibiose benötigen. Ich würde dir auch empfehlen, schonmal die Leitlinien der Deutschen Borreliose Gesellschaft zu lesen, damit du weißt, wie von diesen Ärzten üblicherweise behandelt wird.

Viele Grüße und viel Glück!
Katie

Werde auch du Mitglied bei OnLyme - ich bin dabei: http://www.onlyme-aktion.org

Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen.
Den Vorhang zu und alle Fragen offen
(Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan)
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Thanks given by: Waldgeist , Franzi8827 , Regi , borrärger , urmel57
#7

Zitat:Termin beim Borreliosespezialisten mit den Befunden, dieser wird dir dann vielleicht noch Hinweise geben, um die Diagnose abzusichern (z.B. den LTT im IMD Berlin, die CD-57-NK-Zellen oder Tests im Deutschen Chroniker Labor, weitere Tests auf Co-Infektionen...)
Ich finde das etwas unglücklich formuliert. Kein Test auf dieser Welt kann die Borreliose-Diagnose absichern. Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass LTT und die meisten Tests im Chroniker Labor privat bezahlt werden müssen. Sie sind von geltender Lehrmeinung nicht anerkannt und können lediglich Hinweise aber keine Beweise oder Sicherheit liefen. LTT auf Ko-Infektionen müssen auch privat bezahlt werden. CD57 wurde beim mir von der Kasse bezahlt. Weiss aber nicht, wie das in D ist.

Zitat:Bei der Vielzahl deiner Symptome und Länge der Erkrankung würdest du sicherlich eine längere Therapie in Form einer Kombinationsantibiose benötigen.
Das kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingeschätzt werden. Die Verläufe und das Ansprechen auf die Therapien sind je nach Patient total unterschiedlich.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

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Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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Thanks given by: Waldgeist , borrärger , urmel57
#8

(14.12.2016, 20:29)Regi schrieb:  Ich finde das etwas unglücklich formuliert. Kein Test auf dieser Welt kann die Borreliose-Diagnose absichern. Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass LTT und die meisten Tests im Chroniker Labor privat bezahlt werden müssen. Sie sind von geltender Lehrmeinung nicht anerkannt und können lediglich Hinweise aber keine Beweise oder Sicherheit liefen. LTT auf Ko-Infektionen müssen auch privat bezahlt werden. CD57 wurde beim mir von der Kasse bezahlt. Weiss aber nicht, wie das in D ist.

Ich finde du übertreibst das. In der Regel kann man mit den genannten Tests in Verbindung mit Symptomen und Verlauf Borreliose diagnostizieren. Bei mir hat sich zumindest die Diagnose durch positiven LTT und erniedrigte CD57 im weiteren Verlauf bestätigt. Klar gibt es auch Ausnahmen, wo trotz Borreliose alle Tests negativ ausfallen, aber das kommt sehr selten vor.
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Thanks given by: anfang
#9

Zitat:Klar gibt es auch Ausnahmen, wo trotz Borreliose alle Tests negativ ausfallen, aber das kommt sehr selten vor.
Und ich finde, du drehst mir das Wort im Munde um.

Ich bin nur realistisch. Kein Test auf dieser Welt kann eine Borreliose sicher ausschliessen. Bewiesen werden kann eine Borreliose nur durch eine positive Kultur. Alle anderen Tests können nur Hinweise, aber keine Beweise liefern. Wer etwas anderes behauptet, der lügt oder weiss es nicht besser. Ich finde, jeder hat das Recht auf realistische Informationen.

KLP, ich hoffe, du startest hier nicht wieder eine deiner Grundsatzdiskussionen - dem Betroffenen zuliebe.

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

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Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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Thanks given by: Zotti
#10

Liebe Franzi,
ich hoffe die letzten Diskussionen haben dich nicht verwirrt.
Sie spiegeln das große Problem der miserablen Diagnostik wider und zeigen, wie schwierig sich die Diagnosefindung (auch für die Spezialisten) gestaltet.

Vielen Dank, Regi, für den Hinweis - ich werde künftig das Wort stützen benutzen, um Missverständnissen und Irritationen vorzubeugen.

Liebe Franzi, ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen auf deinem Weg zur richtigen Diagnose und hoffe, dass du bald gute ärztliche Hilfe findest!

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Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen.
Den Vorhang zu und alle Fragen offen
(Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan)
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Thanks given by: urmel57 , Waldgeist , anfang , Regi , borrärger , Franzi8827


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