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Metronidazol, Tinidazol: Kanzerogen?
#21

Hallo Markus,
Aus #19
Zitat: Ich versuche jetzt auch nur noch zu klären, wie man auf diese 10-Tagesregel gekommen ist.
Zitat:3.1 Art und Dauer der Anwendung
"Metronidazol Stada Tabletten" wird unzerkaut während des Essens oder kurz danach mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt.
Wie bei anderen nitro-imidazolhaltigen Arzneimitteln darf die Behandlung im Allgemeinen 10 Tage nicht überschreiten.
Aus:
http://www.apotheken-umschau.de/do/exter...77063.html
Mail an,
https://www.stada.de/kontakt-rechtliches/impressum.html
ABER
Zitat:Metronidazol-bedingte Polyneuropathien sind seit Jahrzehnten bekannt. Aventis gibt die Häufigkeit der peripheren Neuropathie unter Metronidazol mit 1% bis 10% an (Aventis: Schreiben vom 11. März 2002). Meist treten die Symptome nach zwei- bis dreimonatiger Therapie auf, zum Teil auch schon nach drei bis vier Wochen (Bull. from SADRAC 1985; No. 44).
Aus:
http://www.arznei-telegramm.de/html/2002...54_01.html
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Thanks given by:
#22

Ich habe zwischenzeitlich Antwort vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bekommen. Es liest sich zunächst so, dass die Anwendungsbegrenzung eher auf die neurotoxischen Effekte zurückzuführen ist. Ich werde aber nochmals nachhaken, wenn ich Zeit dafür finde. Wenn jemand noch eine Nachfrage hat, kann ich die dann auch noch mit einflechten. Nachfolgend meine Anfrage und die Antwort darauf:

Anfrage schrieb:Ich befasse mich derzeit mit der Fragestellung des Einsatzes von Metronidazol zur Behandlung bei Spätborreliose bzw. chronischer Borreliose. Durch Sapi et al. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21753890) konnte gezeigt werden, dass Metronidazol und Tinidazol in vitro sehr gute Eigenschaften, nicht nur gegen Spirochäten, sondern insbesondere auch gegen sogenannte Persisterformen (Zystenform der Borreliose) aufweisen.

Ein mögliches Therapieregime würde z.B. den Einsatz von Metronidazol über 6 Monate hinweg an 10 Tagen pro Monat bei einer Dosierung von (500-500-500) mg pro Tag vorsehen.

Bei Metronidazol steht eine mögliche Kanzerogenität im Raum, wie auch aus dem Arzneimittelverzeichnis 2014 ersichtlich ist. Zitat: „Die Behandlung darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger Indikationsstellung überschritten werden. Behandlung möglichst selten wiederholen (Schädigung menschlicher Keimzellen nicht auszuschließen u. Zunahme bestimmter Tumoren im Tierversuch).“

Aus den mir vorliegenden Papers ist für mich nicht ersichtlich, weshalb Metronidazol gerade maximal 10 Tage gegeben werden sollte (und nicht etwa 3 oder 50 Tage). Mit welcher Begründung wurde die maximale empfohlene Anwendungsdauer von Metronidazol auf 10 Tage begrenzt? Gibt es belastbare Daten, die dieser Entscheidung zugrunde liegen? Wenn ja, können Sie mir die Quellen hierzu nennen? Oder handelt es sich bei der „10-Tage-Regel“ um eine Art Vorsichtsmaßnahme, da zurzeit keine Daten zur längerfristigen Behandlung mit Metronidazol beim Menschen vorliegen?

Meines Wissens ist Tinidazol in Deutschland nicht zugelassen. Hat dies auch mit einem möglichen kanzerogenen Effekt zu tun oder ist dies anderweitig begründet?

Antwort vom BfArM schrieb:Metronidazol ist in Deutschland für folgende Indikationen bei Erwachsenen und Kindern zugelassen:

· Trichomoniasis
· bakterielle Vaginose (Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis)
· Amöbiasis
· Lambliasis (Giardiasis)
· Infektionen mit Beteiligung von Anaerobiern, besonders Infektionen, die vom weiblichen Genitale, Magen-Darm-Trakt, Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund- Kiefer-Bereich ausgehen
· Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich
· Infektionsprophylaxe bei operativen Eingriffen im gynäkologischen Bereich oder im Magen-Darm-Trakt

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol dabei zu berücksichtigen.

Dementsprechend verfügt Metronidazol nicht über eine Zulassung mit der Indikation Borreliose, Spätborreliose oder chronische Borreliose. Eine Anwendung für diese Erkrankungen würde einem Off-label Use entsprechen.

In Ihrer Anfrage wird eine in-vitro-Untersuchung zur Wirksamkeit von Metronizadol gegenüber verschiedenen morphologischen Formen von Borrelia burgdorferi aufgeführt. Zum Wirksamkeitsnachweis für eine Zulassung müssen hier klinische Studien in der beabsichtigten Indikation durchgeführt und vorgelegt werden. Hierfür verweisen wir auf die entsprechende europäische Guideline “Evaluation of medicinal products indicated for treatment of bacterial infections” (CPMP/EWP/558/95 Rev. 2; http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/docu...003417.pdf) und das “Addendum to the guideline on the evaluation of medicinal products indicated for treatment of bacterial infections” (EMA/CPMP/351889/2013; http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/docu...153953.pdf).”

Zu dem angesprochenen Verdacht einer krebserregenden und keimschädigenden Wirkung von Metronidazol können wir Ihnen Folgendes mitteilen:

Metronizal hat in Mäusen und Ratten in Lebenszeitstudien, d.h. nach lebenslanger Behandlung, Tumoren induziert. Bei Hamstern konnte diese Wirkung unter gleichen Bedingungen nicht nachgewiesen werden. Das im Tierversuch aufgedeckte krebserregende Potential wird als schwach eingestuft und beruht anscheinend nicht auf einem auf den Menschen übertragbaren Mechanismus. Diese Annahme wird auch durch den negativ verlaufenden Versuch am Hamster unterstützt. Klinisch wurden mehrere epidemiologische Untersuchungen an Patienten durchgeführt, die mit Metronizadol behandelt wurden. Diese ließen keine auffällige Zunahme von Tumoren erkennen, die ausschließlich der Metronidazolgabe zuzuschreiben wäre.

Im Jahre 2002 wurde Metronidazol für die topische Anwendung von Rosacea ohne gravierende Einschränkung der Behandlungsdauer (durchschnittliche Behandlungsdauer 12 Wochen) in

Deutschland zugelassen. Dieser Entscheidung war eine Neubewertung des genschädigenden und krebserregenden Potentials auf der Basis einer Reihe neuer präklinischer Studienergebnisse vorausgegangen. Als Ergebnis dieser Bewertung wurde festgestellt, dass das Risiko einer Tumor erzeugenden und keimschädigenden Wirkung im Menschen als äußerst gering angesehen wird. Die sonstigen toxischen Wirkungen und klinischen Nebenwirkungen sind jedoch weiterhin zu berücksichtigen, weshalb die Behandlungsdauer den in der Fachinformation/Gebrauchsinformation angegebenen Zeitraum nicht überschreiten darf.

Allgemein kann gesagt werden, dass dem therapeutischen Einsatz oder der Zulassung eines Arzneimittels immer eine Nutzen-zu-Risiko-Abschätzung vorausgeht. D.h., auch die maximale Dauer einer Behandlung wird auf der Grundlage einer solchen Nutzen-Risiko-Bewertung festgeschrieben. Im Falle der Indikation (Spät)-borreliose könnte eine maximale Anwendungsdauer also erst im Rahmen der Bearbeitung eines Zulassungsantrages, insbesondere auf der Basis klinischer Daten zur Wirsamkeit und Sicherheit, festgeschrieben werden.

Tinidazol-haltige Arzneimittel sind - wie Sie sehr richtig schrieben - in Deutschland nicht mehr zugelassen. Die Zulassungsinhaber hatten seinerzeit auf die Zulassung verzichtet oder die Löschung der Zulassung beantragt.
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#23

Ich will euch an dieser Stelle nicht vorenthalten, dass ich bereits am 13.03. nachfolgende Rückfrage an das BfArM geschickt habe. Bis heute (seit 4 Monaten!) habe ich trotz Nachfrage keine Antwort darauf erhalten. Es liegt an jedem selbst hieraus seine Schlüsse zu ziehen. Ich bleibe trotzdem an der Sache dran.

Zitat:Gestatten Sie mir noch folgende Nachfragen:

Zitat: "Im Jahre 2002 wurde Metronidazol für die topische Anwendung von Rosacea ohne gravierende Einschränkung der Behandlungsdauer (durchschnittliche Behandlungsdauer 12 Wochen) in Deutschland zugelassen. Dieser Entscheidung war eine Neubewertung des genschädigenden und krebserregenden Potentials auf der Basis einer Reihe neuer präklinischer Studienergebnisse vorausgegangen."

Welche Studienergebnisse sind dies konkret (Quelle)?

Zitat: "Die sonstigen toxischen Wirkungen und klinischen Nebenwirkungen sind jedoch weiterhin zu berücksichtigen, weshalb die Behandlungsdauer den in der Fachinformation/Gebrauchsinformation angegebenen Zeitraum nicht überschreiten darf."

Heißt das, die Anwendungszeitbeschränkung fußt nunmehr nicht auf einer potentiellen Kanzerogenität, sondern (ausschließlich) auf der Möglichkeit von anderweitig toxischen Effekten?
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Thanks given by: urmel57
#24

Es wäre eine Katastrophe, wenn jetzt Metronidazol und Tinidazol verboten würden. Ich habe keine andere Wahl als es zu nehmen und ich will ich ehrlich gesagt, nicht damit beschäftigen.

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org

Alle meine Aussagen sind persönliche Meinungen und ersetzen keinen Arztbesuch!


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Thanks given by:
#25

Von Verbot spricht doch niemand, oder habe ich was übersehen? Es geht lediglich darum, dass das BfArM transparent macht, worauf deren Einschätzungen beruhen; schließlich bezahlen wir den Verein aus unseren Steuergeldern.
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Thanks given by: Klaus , Filenada , borrärger
#26

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Thanks given by:
#27

Zitat:48 Präparate beinhalten den Wirkstoff Metronidazol
aus der gelben Liste
http://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/w/n...idazol_561
Seit 1960 auf dem Weltmarkt. Bitte einmal Seite 268 + lesen
https://books.google.de/books?id=4hF9BwA...kt&f=false
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Thanks given by: huwe17 , Hydrangea
#28

@Markus, ... vielleicht prüfen sie es ja nochmal jetzt und verbieten es dann.....

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org

Alle meine Aussagen sind persönliche Meinungen und ersetzen keinen Arztbesuch!


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Thanks given by:
#29

Luddi, ich glaube da brauchst du dir keine Sorgen machen, dass das verboten wird. Warum kann dir Horst Seehofer erklären ;-)

Das BfArM hatte ja eine Neubewertung des Krebsriskos vorgenommen und kommt da zum Ergebnis, "dass das Risiko einer Tumor erzeugenden und keimschädigenden Wirkung im Menschen als äußerst gering angesehen wird." Wem diese Aussage so reicht, kann es dann ja beruhigt nehmen.
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Thanks given by: Luddi , Hydrangea , urmel57 , borrärger
#30

Danke für Deine Erläuterung Markus. Das beruhigt mich schon ;-). Ich habe keine Alterative. Ich muss es nehmen. Wenn ich mir darüber zu viel Gedanken mache, tue ich mir nichts Gutes, sondern ich beschäftige mich dann neben meiner Krankheit mental auch noch mit den verordneten Medikamenten. Ich will damit nicht sagen, dass man ungeprüft alles schlucken soll. Ich habe mich z.B. auch lange mit Kortison beschäftigt, aber allzuviel googeln und grübeln ist nach meiner Meinung definitiv nicht gut und viele Ärzte halten das ja sogar leider für pathologisch. Meine Ärztin sagte mir gestern, ich solle aufhören über zu viel Blutuntersuchungen nachzudenken (weil ich ständig mit neuen Werten komme, die ich gerne geprüft haben möchte). So rutscht man dann (sicherlich zu Unrecht) bei vielen Ärzten in die Psychoecke. Es nützt mir nichts zusätzlich zu meiner Angst, nicht mehr gesund zu werden, jetzt auch noch Angst vor Krebs zu haben. Ich glaube nicht, dass die Ärzte, die von Borre keine Ahnung haben, ganz genau wissen, wovon man Krebs bekommt. Ich habe für mich entschieden, das Leben zu genießen, so gut es geht, so lang es geht. Ich werde eines Tages sterben, das weiss ich auch, ohne dass ich google. Ich wünsche mir entspannt zu leben bis dahin und danach in Frieden zu ruhen, nicht ohne vorher im Krematorium endlich meinen Borrelien den Garaus gemacht zu haben.

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org

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Thanks given by: Hausel , Ikarus , Marion , Katie Alba


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