So, nu' aber endlich!
Ich hatte gestern ein wenig Zeit, mich wieder etwas zu 'entbügeln'.
Zuerst einmal:
@Hydrangea:
Sicher wird es nichts bringen, aber ein kleines bisschen ist meine Kampflust und persönliche Neigung zu Ironie und Zynismus wieder aufgewacht.
Ich habe ja noch den ganzen Tag heute Zeit mir eine klitzekleine Strategie zu überlegen, wie ich das kleine Assistenzärztlein, das vorgestern ins gleiche Horn getutet hatte wie sein Chef (von wegen Psychosomatik), psychologisch-dynamisch-wertvoll mit ein paar gut überlegten Worten an die Wand klatschen kann.
Mal schauen, wer dann das letzte Wort über solche vorschnellen Schubladen-Diagnosen behält...
@Urmel:
Den Spruch mit der Krone kenne ich auch - ich glaube, momentan könnte echt nichts besser passen!
Du hast auf jeden Fall recht: Ich nehme an (Ausschluss)Diagnostik alles mit, was ich bekommen kann, und sehe dann zu, wie ich daraus eine weitere Strategie basteln kann.
Ich empfinde es nur als immer zermürbender und kraftraubender, dass scheinbar jeder Schritt in Richtung einer Lösung /Unterstützung/Hilfe immer wieder Enttäuschung und Kampf mit sich bringt. Man geht mit ein bisschen Hoffnung hin und kommt desillusioniert zurück... *seufz*
Und mir war absolut nicht klar, wie dermaßen vernagelt die Neurologie in Bezug auf Borreliose ist. Der Tellerrand, über den sie nicht hinausschauen, ist wohl ziemlich breit.
@Fischera:
Sehr interessanter Link!
Solche Differenzierungen müsste man tatsächlich mal den Ärzten hier vorlegen. Und dass das ausgerechnet auch noch von einer Fachbereichs-Kollegin kommt...
Aber wahrscheinlich würde man sie als 'schwarzes Schaf' aburteilen.
@Borrärger:
Danke für deine Tipps.

Genau wegen des Verdachts u. a. auf Polyneuropathien werde ich hier auch untersucht. Ich schreibe gleich unten allgemein noch etwas dazu (genau wie zur geplanten Lumbalpunktion).
Was ein MRT angeht, wird das wohl wahrscheinlich nicht nötig sein, außer man sucht noch etwas ganz anderes (s. unten).
Ich denke, es wäre nicht so gut, hier etwas von Symptomen zu erzählen, die ich nicht habe (Taubheitsgefühle im Kopfbereich oder so), denn 1. könnte ich damit möglicherweise die Diagnostik falsch beeinflussen, und 2. würde ich erst recht als unglaubwürdig dastehen, wenn das auffliegt.
Neeneee, also besser nicht...
Und was das Laufen angeht: Na, immerhin bin ich gestern draußen hier auf dem Gelände im Umkreis von 100 Metern mehr schlecht als recht von Parkbank zu Parkbank geeiert. Aber immerhin auf meinen eigenen Beinchen!, hurra!!! *schief grins*
@Filenada:
Selbst wenn ich den Ärzten hier mit solchen Fakten aus der Quelle renommierter Institute um die Ecke käme - sie hätten wahrscheinlich immer Gegenargumente.
Aber dennoch sind genau
solche Infos für mich der Hauptgrund, eine Lumbalpunktion abzulehnen.
Dazu kommt noch, dass in meiner Symptomatik so gut wie nichts darauf hindeutet, dass ich eine
Neuroborreliose haben könnte.
Ich gehe mal davon aus, dass die lieben Mitbewohner (noch) nicht den Weg ins ZNS gefunden haben - und deswegen gehe ich auch noch einmal umso mehr davon aus, dass eine Liquoruntersuchung nichts bringen und negativ ausfallen wird.
Wozu das dann also....?
@Rosenfan:
Man hat mir tatsächlich gesagt, der Doc hätte sehr geschickte Händchen, und liegenbleiben müsste ich i. d. R. nur ca. eine halbe Stunde.
Ich habe auch keine Angst vor Nebenwirkungen - nur ist für mich ein Eingriff ein Eingriff.
Und wenn nicht einmal eine wirkliche Notwendigkeit gegeben zu sein scheint, überlege ich mir dreimal, wen ich an meinen Wirbelkanal ranlasse.
@IrisBeate:
S. teilweise oben und s. teilweise unten.
Man geht auf jeden Fall (wenn überhaupt) vom ZNS aus, Polyneuropathie hin oder her. Offensichtlich ist es ja im neurologischen Bereich nicht anerkannt, eine Borreliose als systemische Erkrankung anzuerkennen - daher akzeptiert man scheinbar auch nicht, dass meine z. B. Gehproblematik keine zentralen Ursachen hat, sondern wahrscheinlich durch die Aktivität der Viecher direkt 'vor Ort' verursacht sein kann.
Und wenn immer jede Borreliose sich 'nur' durch neurologische Symptome äußern würde - wie würde man sich dann hier bspw. eine Lyme-Arthritis erklären?
Im letzten Jahr wurde kein MRT gemacht.
Dafür gab's ein ENG, ein SEP, ein EMG, einen Laktat-Ischämie-Test, eine Doppler-Sonographie der Beingefäße und diverse Laboruntersuchungen zur Auffindung von Antikörpern, die bei diversen neuromuskulären Erkrankungen zu finden sein können.
Das gleiche Procedere findet diesmal u. a. auch statt.
Ach ja, und was so die Nebenmodalitäten geht:
Das Beste, was meine Bettnachbarin angeht, ist - ich
habe gar keine!

Wahrscheinlich hat man Angst, irgendjemand könnte mich mit einem multiresistenten Keim anstecken, nach dieser angeblich 'unverantwortlichen' (O-Ton) Antibiose, die ich gerade hinter mir habe.

Soll mir aber recht sein.
Das Pflegepersonal ist übrigens Gott sei Dank größtenteils fast knuddelnswert.
Stand der Dinge jedenfalls:
ENG und SEP im mündlichen Vorabbefund offensichtlich negativ - also messtechnisch kein Anhaltspunkt für eine Polyneuropathie. In Referenz zu den Werten vom letzten Jahr stellte man sogar eine Art
Verbesserung(!) fest.
Wie bitte...? !
EMG auch unauffällig.
Dafür ein grenzwertiger Glukosetoleranz-Test. Hat Frau H.-S. nicht auch eine Insulinresistenz als mögliche Folge einer Borre benannt?!
Naja, toll! Das ist jedenfalls mal wieder eine völlig neue Baustelle, die vor ein paar Monaten auch noch nicht da war...
Laborergebnisse mit Antikörpern etc. stehen noch aus.
Auch der Verdacht auf eine Vaskulitis soll z. B. noch überprüft werden.
Und was man sonst noch so evtl. geplant hat, weiß ich noch nicht.
Weiterhin erwarte ich zumindest ein paar Erklärungsversuche für meinen blauroten, teilweise kribbelig-tauben Füße (ACA?) und für meine Haut, die mittlerweile fast ganzkörpertechnisch immer wieder netzartig blaurot anläuft.
Und dann soll'n se mir bitte noch erklären (und zwar
mit Lösungsmöglichkeiten), warum ich weder auf den Zehen noch auf den Hacken mehr stehen kann, allgemein nicht lange stehen und nur schwer gehen kann.
Ah, und natürlich möchte ich vor diesem Hintergrund auch erfahren/wissen, wie man solche Phänomene 'psychosomatisch' erklären will...

Wenn sie
das plausibel schaffen, müssten sämtliche Lehrbücher und Diagnostika der Psychologie umgeschrieben werden.
Respekt!!!