Hallo Anne,
für mich wäre die entscheidende Frage, ob du eine orale oder eine Infusionstherapie bekommst.
Wenn oral: dann Tini
Wenn Infusionstherapie: würde ich Metro bevorzugen
Meine Erfahrung ist, dass Infusionen generell effektiver waren als Tabletten. Das deckt sich mit der Meinung einiger guter Spezis, die sagen, dass einer schwere Borreliose im Spätstadium inkl. Co-Infektionen nur angemessen mit Infusionen begegnet werden kann.
Was das Metro angeht: Die Nebenwirkungen fand ich sehr verschieden zwischen Infusionen vs. Tabletten, unter den Metro-Infusionen hatte ich nur Müdigkeit und etwas Schwindel, die Tabletten haben dagegen bei einer rein oralen Metro-Antibiose (ich hatte damals 1200 mg oral täglich) ziemlich "reingehauen" und das fand ich auch psychisch schwieriger, ich erinnere mich, dass ich öfter mal ohne erkennbaren Grund weinen musste.
Wenn du eine Chance auf Infusionen hättest, würde ich es mit Metro probieren, wenn du 1000 mg i.v. bekommst, fehlt ja nur noch 1x500 mg als Tablette, außerdem kannst du ja einschleichen (erstmal 500 mg i.v., dann 1000 mg iv, als letztes die Tablette dazu). Die Tagesdosis scheint von Spezi zu Spezi unterschiedlich zu sein, ich hatte Dosierungen von 1200 mg bis 1500 mg täglich. Es ist halt etwas blöd, wenn man nur 1x täglich die Chance auf Infusionen hat, bei mir war das so und ich habe dann immer die 1000 mg iv auf einmal bekommen, für die Verteilung ist das blöd (man soll es ja eigentlich 3x täglich nehmen), aber ging nicht anders.
Wenn du also erstmal aufdosierst und dann merken solltest, dass es zu schwierig wird, könntest du ja relativ schnell absetzen, denn die Halbwertszeit ist ja nicht so lang.
Wie wäre es mit deinen Wochenenden, hättest du da eine Chance auf Infusionen oder würdest du rein oral therapieren?
Meine Verträglichkeit der Metro-Tabletten hat zum Ende der letzten Langzeit-Antibiose etwas abgenommen, ich hatte dann irgendwann keine Lust mehr auf die höheren Nebenwirkungen im Vgl. zu den Infusionen, ich war da von der anstrengenden Bartonellentherapie schon ziemlich gebeutelt. Dann habe ich die 10 Tage immer so gelegt, dass wirklich nur ein Wochenende drin war und zum Ende hin bin ich sogar an den infusionsfreien Wochenenden auf Tinidazol umgestiegen, die Not macht ja erfinderisch.
In der Anfangszeit habe ich Metro oral aber viel besser vertragen und ich kenne auch welche, die es problemlos schlucken können, die Verträglichkeit ist ja sehr unterschiedlich.
Es sagt sich jetzt natürlich leicht, wo du Angst vor noch mehr psychischen Nebenwirkungen hast, aber ich würde es einfach ausprobieren. Die Halbwertszeit ist überschaubar, du kannst also sehr schnell abbrechen.
Und es ist ja auch die interessante Frage, woher deine derzeitigen psychischen und Schlafprobleme ausgelöst werden, wir wissen ja alle was Bakterien für massive Störungen auslösen können.
Ich drück dir jedenfalls fest die Daumen, dass du alles gut in die Wege leiten kannst und dass dich die Therapie weiterbringt.
PS. Hat sich grad überschnitten mit den anderen Beiträgen - Boembel hat das schön formuliert - Jeder Jeck ist anders!