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Ceftriaxon wirksam?
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borrärger Offline
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Beitrag #11
RE: Ceftriaxon wirksam?
Ich schließe mich soweit Markus an, mit Doxy habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, es hat zwar unter der Therapie sehr gut gewirkt, aber hinterher ging es mir schnell wieder schlecht.
Cef hat bei mir besonders gut gewirkt, als ich einen entzündeten Liquor hatte und später nicht mehr besonders.
ich glaube das hier hab ich mal aus dem Hopf-Seidel Buch
Zitat:"Ceftriaxon ist wasseliebend und bindet sich an das Plasma Eiweiß. Dadurch ist es nur teilweise im fettreichen ZNS vorhanden. Erst wenn eine Entzündung entsteht, kann es die Blut- Hirn- Schranke durchwandern und ist dann mit 17% seiner Serumwirkspiegel im ZNS verfügber. Seine beste Wirksamkeit kann es also entfalten, wenn eine entzündliche Reaktion vorhanden ist, was seine gute Wirksamkeit im Stadium der frühen Neuroborreliose erklärt. Außerdem scheint es nervenzellschützende Wirkung zu haben, da es das extrazelluläre Glutamat, einen poteziell nervschädigenden Neurotransmitter vermindert. Es hat jedoch nur solange eine Schutzwirkung auf die Nervenzellen, solange es in ausreichender Konzentration im Raum zwischen den Zellen, dem Extrazellulärraum, vorliegt. Dies entspricht auch der klinischen Beobachtung, dass sich die Zustandsverbesserung, die sich während der Ceftriaxon Behandlung einstellt, oft innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder verflüchtigen und sich der klinische Zustand wie vor der Therapie wieder einstellt, wie viele Patienten berichten."
Deckt sich mit meinen Erfahrungen daher hab ich es abgeschrieben.
Wenn ich es mir leisten könnte, aber wirklich nur dann würde ich die Sauerstofftherapie auch mit machen.
Am besten würde ich das Cef mitnehmen und gleich im Anschluss mit Mino in Kombi therapieren. Ich danke dass die Dauer einer Therapie den Nutzen erhöht.
Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen Cef und Mino würde ich das Mino auf alle Fälle bevorzugen
(03.02.2019 16:34)ExGärtner schrieb:  alternativ von einem anderen über längere Zeit Minocyclin 150 mg, evtl plus Tinidazol...
Wenn das klappen würde wäre mir das am liebsten, dann würde ich sogar auf das Cef verzichten und das Mino, bei guter Verträglichkeit, am besten in 200mg nehmen wollen und Tini dazu. Das war die Therapie die bei mir am besten geholfen hat (hatte aber anders vorher) und wenn ich nachlegen muss, würde ich wieder dazu greifen und habe das auch schon gemacht und mich dann sogar mit nur zwei drei Wochen Therapie wieder in einen ganz guten Zustand gebracht.
Mit Co.Infektionen war ich wohl nicht so belastet und was bei dem einen gut ist muss bei einem anderen nicht auch gut sein, ich schreibe nur meine Erfahrungen.
Die Liquoruntersuchung würde ich mir sparen, vorallem im April wenn Du jetzt therapierst ist der Liquor dann sehr warscheinlich eh in Ordnung und Du hast die Untersuchung nicht gut vertragen. Außerdem weißt Du schon dass Du was im Liquor hattest. Wenn dann höchstens lange nach der Therapie und nur wenn Du denkst dass es Dir zu weiteren Behandlungen verhilft und das ist oft fragwürdig.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 10:25 von borrärger.)
06.02.2019 10:17
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fischera Offline
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Beitrag #12
RE: Ceftriaxon wirksam?
Hallo ExGärtner, auf Zeit hoffentlich.

Fakt ist aus meiner Sicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen ist die Borreliose Anamnese/Behandlung leider in den "Kinderschuhen" steckengeblieben.
Fehlende Forschung wird durch Patienten und Dr. Erfahrungen versucht zu ersetzen.
Bestimmte Gruppen verstehen es auch der Politik gegenüber das aber anders zu verkaufen, erfolgreich. Auf den Punkt gebracht: Nach 3 Wochen AB keine Borreliose mehr.
Welches AB usw. spielt alles fast keine Rolle. Der Dr. in der Praxis hat anderes in der Regel nie gehört, vielen Ärzten ist das Thema in der Ausbildung nur am Rande untergekommen.
Selbst solche Meldungen veranlassen nicht wirklich die Politik zu Handeln.
Zitat:2013 musste die CDC einräumen, dass sich die Zahl der jährlich gemeldeten Fälle auf mindestens 300.000 pro Jahr belaufe und nicht wie zuvor angenommen, auf 30.000. Siehe: http://www.verschwiegene-epidemie.de/201...-gemeldet/

Ich habe nie richtig an Doxi geglaubt, im Spätstadium. Für mich war das eine gute und preiswerte Möglichkeit Erkrankten etwas preiswertes in die Hand zu geben.
Der Arzt fragt nicht nach und in Fall der Fälle besucht der Patient einen anderen Arzt.
Um nicht gleich als austherapiert zugelten, wird er seine Borreliosebehandlung im Vorfeld vielleicht verschweigen. Für alle läuft es dann dumm.

Es gibt diese Hinweise im Labor (in VITRO) auf Zystenbildung (Sapi) bei Doxi.
Aber ich wollte es hier mal besprochen wissen.
Auch dieser Beitrag hat keine Lösung für Dich, aber vielleicht hilft er bei einer Entscheidung.
http://www.zeckenliga.ch/downloads/vortr...hoff_d.pdf

NACHTRAG
Was sagt man hier zu einer 2. Liquoruntersuchung nach AB Behandlung. So als Behandlungskontrolle.
Man kann sich als Bürger dort Rat holen, steht auf der HP.
Die Antwort würde hier viele User interessieren!

"3. Entwicklung beziehungsweise Verbesserung diagnostischer Verfahren, Koordination bei der Standardisierung und Verbreitung allgemeingültiger Testverfahren sowie Initiierung von Untersuchungen zur Qualitätssicherung
...
Zum Problemfeld Lyme-Borreliose ist die kompetente Beratung über Telefon und E-Mail mit mehr als 20 Stunden pro Woche die Hauptaufgabe des NRZ. "
Aus:
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/inf...relien.htm
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 15:09 von fischera.)
06.02.2019 15:01
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Beitrag #13
RE: Ceftriaxon wirksam?
Danke,
Ihr habt wohl recht, das mit der Liquorpunktion sollte ich vielleicht lassen. Ob ich die Option habe, erst Ceftriaxon und dann Mino zu therapieren, ist die Frage. Der Cef. -Arzt würde mir kein Mino für anschließend verschreiben; ich möchte gern den anderen fragen, was er davon hält, wenn ich erst Cef. mache und er mir anschließend Mino verschreibt. er könnte natürlich ablehnen. Oder ich verschweige ihm die Cef-Therapie und gehe anschließend einfach zu ihm und erzähle eine Geschichte... aber das möchte ich eigentlich nicht! Es ist zum Kotzen, wozu man sich gedrängt fühlt, aber... beide Ärzte bauen jew. auf eine MONO-Therapie! d.h. eigentlich ohne Tini, das bekomme ich aus anderer Quelle und würde das auf eigene Faust dazunehmen! Eigentlich besteht also kein optimales Vertrauensverhältnis zu einem der Ärzte, das stört mich irgendwie! Aber man muss ja offenbar froh sein, wenn man überhaupt eine Behandlung findet...

schöne Grüße!
07.02.2019 23:14
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urmel57 Offline
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Beitrag #14
RE: Ceftriaxon wirksam?
Hallo ExGärtner,

das Problem mit Therapie in Eigenregie ist, dass du bei seltsamen Erscheinungen keinen deiner Ärzte zu Rate ziehen kannst.

Die Tinidazolversessenheit kann ich persönlich nur schwer nachvollziehen.

Es ist sowieso für deine Ärzte sehr heikel auf Borrelien behandeln zu wollen. Ich denke, du solltest ehrlich mit deinen Ärzten darüber sprechen, sonst hast du sie dir leicht verprellt oder die kommen dann selbst schnell in Mißkredit und werden von Kollegen angegriffen, sollte was bei der Behandlung schiefgehen.

Ich rate daher von eigenmächtigen Veränderungen von Therapieplänen ab.

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08.02.2019 08:05
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petersilie12 Offline
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Beitrag #15
RE: Ceftriaxon wirksam?
Hallo Urmel,

http://www.zeckenliga.ch/downloads/vortr...hoff_d.pdf

ich habe dieses Dokument von fischera angesehen und gelesen, dass Tinidazol dort als mit am besten wirksam gegen Borrelienzysten genannt wird.

Falls man Borrelien-Zysten hat, bleibt einem ja anscheinend nicht so viel übrig, wenn man den Zysten an den Kragen möchte.

LG petersilie
08.02.2019 21:07
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urmel57 Offline
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Beitrag #16
RE: Ceftriaxon wirksam?
Hallo Petersilie,

letztlich gibt es lediglich Meinungspublikationen zur Wirkung von Tinidazol beim Menschen. Das kann man glauben oder auch nicht. Klinische Anwendungsstudien gibt es nicht. Die in-vitro- Studien, auf die sich bezogen werden, arbeiten mit Konzentrationen, bei denen es fraglich ist, ob sie im Körper realisierbar sind, um diese Wirkung zu bekommen. Mag sein oder auch nicht. Wirkung hat Tinidazol, es bleibt die Frage, was es wirklich macht.

Es gibt interessante Betrachtungen aus unserem Forum. Ich finde es lohnt sich, diese zur eigenen Überlegung einzubeziehen.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=5844

Liebe Grüße Urmel

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08.02.2019 22:03
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petersilie12 Offline
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Beitrag #17
RE: Ceftriaxon wirksam?
Hallo Urmel,

vielen Dank für den Tipp!! Diese frühere Diskussion scheint sehr interessant zu sein. Ich lese es morgen.
Ich bin bzgl. Borreliose noch recht unerfahren und bilde mich da gerne weiter ;-)

Liebe Grüße, Petersilie
08.02.2019 23:05
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