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Gegen Psychosomatische Diagnose wehren - Welche Wege sind sinnvoll?
#1

Einen schönen Sonntagmorgen wünsche ich euch,

wer meinen Thread im Vorstellungsbereich etwas verfolgt hat, der weiß sicher, dass ich wegen div. Beschwerden eine Klinik hier aufgesucht habe und der Oberarzt mir recht schnell sagte meine ganzen beschwerden seien Psychosomatisch und ich bräuchte dringend hilfe in einer psychosomatischen Klinik. In erster Linie bezog sich das auf Hals und Brustschmerzen die ich als Herzsymptome fehlinterpretierte und sich letzten Endes durch ein anderes Klinikum als mittelschwere Ösophagitis mit ausgeprägter Rötung herausstellte.

Kurzum, der behandelnde Oberarzt hat eine Ösophagitis als psychosomatische Störung fehldiagnostiziert, vermutlich weil ich bis zum Zeitpunkt der Borreliose Diagnose etliche Vorbefunde gesammelt habe.

Ich bin nach 1-2 untersuchungen einfach abgedüst und habe mir nach langem überlegen gedacht dass lasse ich mir hier nicht bieten. Ich weiß also nicht was alles für fürchterliches Zeug im Arztbrief steht.

Da sich auch an meinem Zeitungsartikel bzgl Langzeittherapie bei Borreliose einen richtigen Narren gefressen hatte und mir sicher eins Reindrücken will, stell ich mir jetzt die Frage wie ich dagegen vorgehen kann?

Krankenkasse anrufen und den aktuelleren Befund der Ösophagitis vorzeigen? Kassenärztliche Vereinigung anrufen?

Irgendwie muss ich ja diesen Befund "loswerden" können. Er selbst wird ihn 100% nicht korrigieren, so wie er sich verhalten hat.
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#2

Gute Frage!

Den Befund kannst du dir doch in Kopie ggf. vom. Hausarzt (wenn er an den geschickt wurde) geben lassen. Oder auch vom OA eine Kopie anfordern. Dann weist du erstmal was drin steht.
Ich persönlich würde es ggf. als Fehldiagnose sehen und wenn es sein muss eine Zweitdiagnose holen. Man muss ja den Befund selbst nicht weiterreichen.

Zur Borreliose und Psyche gab es vor ca. 10 Jahren einen guten Fachartikel in einer Fachzeitschrift der Psychologen. Den habe ich mal wieder rausgesucht. Vielleicht den OA damit konfrontieren.

Der Borreliosepatient im Fokus des Psychotherapeuten. Siehe hier

Ich habe mich lange gewehrt in Psychotherapeutische Behandlung zu gehen. Denn ich hatte den Tipp hauptsächlich immer von der DRV im Rentenverfahren in Psychotherapie zu gehen. Letztendlich habe ich es auch getan, damit da endlich Ruhe wird. 
Ich habe 12 Stunden Psychotherapie wortwörtlich abgesessen, denn nach der Probestunde waren alle Therapeuten der Meinung, sie wüssten nicht wie sie mich behandeln sollen. Ich habe dann beim 3. gesagt, dass ich die Zeit dann wenigstens absitzen möchte, damit das Thema vom Tisch ist. Haben wir dann auch getan und ich habe auch gesagt, dass gern im Bericht stehen kann, dass das ganze Desaster der Borreliosemissere bzgl. Anerkennung und Behandlung sowie mein persönlicher Verlust am Lebensqualität durch die Einschränkungen schon auch die Psyche beeinflussen. Wenn man seinen Traumberuf nicht mehr ausführen kann und den sozialen Abstieg akzeptieren muss.

Damit hatte ich in gewissen Sinn auch die psysische Ursache für die Beschwerden im großen und ganzen ausgeschlossen und konnte argumentieren, dass mir das nichts gebracht hat.

PS. Und den OA könntest du ja auch auf die Info aus der RKI-Ratgener verweisen, dass Borreliose gar nicht so leicht zu diagnostizieren und zu Behandeln ist aufgrund der vielen Manifestationen usw. und das deshalb die Prävention so wichtig ist.
Aber ich würde meine Nerven schonen und das ganze soweit möglich ignorieren. Ansonsten gibt's ja auch ein paar Argumente

LG von FreeNine

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

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Thanks given by: micci , urmel57 , berta , Sabine
#3

In der Schweiz ist es so, dass man gesetzlichen Anspruch auf seine gesammelte Daten hat. Das betrifft auch die komplette Krankengeschichte. Dies ist im Datenschutzgesetz geregelt. Ebenfalls hat man Anspruch auf Korrektur der Daten, wenn sie nachweislich falsch sind. Vielleicht findest du im Deutschen Datenschutzgesetz eine Regelung, die den Arzt zwingt, den Bericht zu korrigieren.

Ich gebe nichts mehr auf falsche Arztberichte. In der Regel haben sie keine Konsequenzen. Würden Arztberichte sorgfältig gelesen, wäre die Gesundheitsversorgung für chronische Patienten schon um ein vielfaches besser.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

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Thanks given by: urmel57 , FreeNine , berta , Sabine
#4

Hallo Blazer,
die Erfahrung ist bitter und ärgerlich.

Ich kenne sie seit Jahr(zehnt)en, und wundere mich immer noch, wie mich umhaut, wenn eine blöde Osteopathin, die sich Gelenke ansehen soll, mit ihren angeblich wissenschaftlichen Erkenntnissen über keine chronische Borreliose ungefragt herumpalavert, und mir möglichst unbemerkt, aber natürlich total durchschaubar verklickern will, Borrelien oder welche Keime auch immer könnten keinesfalls mehr dasein und würden mich Kopf belasten. "Das sei doch traurig, oder?"
Ich hatte das weder behauptet (Keime sicher noch da) noch sie dazu gefragt, sondern immer wieder auf Arthrose mit sehr ordentlichen MRT-Befunden verwiesen, sondern nur gesagt: Es ist unklar, welche Rolle eine chronische Infektion, z. B. mit Borreliose dabei spielen kann.
Und trotzdem könnte ich jetzt auf der Stelle  wieder darüber  die Nerven verlieren.
Genauso ein angesehener Allergologe, Monate  auf den  Termin gewartet, ewige Anfahrt, genauster Untersuchungsschein des überweisenden Arztes: Abklärung von verschiedenen Unverträglichkeiten. Neurologe, Orthopäde, Rheumatolge, Allergologin, Gyn, Kinderärztin: überall immer mal derselbe Mist.
Was soll man machen? Würde mir jemand die Krankheit jenseits von Borreliose und Co. (immer wieder verschiedene Blutbefunde, bei denen bei Spezis noch NIE ein Zweifel bestanden hat)  nennen, die es ist: Ok, und herzlichen Dank, ich würde mich daraufstürzen und alles dagegen versuchen bzw. mich informieren. Dabei sind auch immer schon mal Kleinigkeiten aufgetaucht, die untersucht und zum Teil behandelt wurden, aber ohne den durchschlagenden Erfolg, von Schilddrüse bis Mangel an irgendetwas. Wäre ja schön gewesen, wenn es den Durchbruch gebracht hätte.
Aber die Psychoschiene, ohne einen zu kennen, außer der MRT-Diagnose: Das z. B. kann man nicht Ernst nehmen. (Auch wenn es mich tagelang so runterzieht, als ich würde ich es ernst nehmen, leider...)
Dennoch: Dagegen vorgehen? Ich weiß nicht, was es bringen soll.
Außer, es geht um Krankenkassenübernahmen oder Anerkennungsgeschichten. Aber selbst da ist die Frage: Wo besteht überhaupt Aussicht, dass sich eine Auseinandersetzung irgendwie finanziell lohnt?
Und dann ist noch die Frage, was vorteilhafter ist: Psycho (was wohl falsch ist) oder Chronische Borreliose (oder so, die wohl vemutlich stimmt, meinetwegen ob mit oder ohne  vorhandenen Borrelien) und automatisch in der Schublade SpinnerIn sein.
Versuche mit Leuten zu reden, die dich ernstnehmen und mit irgendetwas Frust und  Aggression abzubauen.
(Dafür könnte dann Psychotherapie helfen, vorausgesetzt, man findet einEn, der/die einem nicht unbemerkt und superdiplomatisch doch etwas verklickern will. Und überhaupt: Ich würde mich nur darauf einlassen, wenn ich überzeugt wäre, dass einE TherapeutIn bei der Diagnose mindestens völlig ergebnisoffen ist.)
Alles andere führt nur zu schlimmerer Frustration.
Beweisen kann man nämlich sowieso sehr wenig bis gar nichts

LG und diesbezüglich: Kopf hoch und Einstellung ändern (was mir auch sehr schwerfällt und oft nicht gelingt, aber dein Bericht hilft mir und anderen dabei, danke)
Berta
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Thanks given by: FreeNine , micci , Sabine
#5

Danke Berta für deine lange Antwort.

Ich bin dieser Tage auf einen öffentlichen Beitrag in einem Ärzteportal gestoßen.
Die Kontroverse bei Borreliose wird angeschnitten, aber leider nur einseitig. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht groß verbreiten, da ich mich so darüber geärgert habe. 
Das sind angeblich Fachleute???
Da wundert es doch keinen Patienten mehr, wenn er vor den Kopf gestoßen wird und die Behandlung anders abläuft als erwartet.
Ohne weitere Worte.

LG FreeNine

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Thanks given by: micci
#6

Was ist denn nun daraus geworden?
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Thanks given by:
#7

Noch nichts. Ich sammle noch immer Ideen die ich mir aufheben muss.

Aktuell gehe ich aufgrund körperlicher Verfassung definitiv keinen Rechtstreit ein, wollte mir aber dennoch schonmal etwas Infos vorweg holen.

Inzwischen denke ich eine sachliche Darlegung mit Differenzialdiagnosen bei der Ärztekammer scheint mir die beste lösung.
natürlich höflich, sachlich und fachlich korrekt - ist klar.

echt ätzend, wenn man sich aus der bettlägrigkeit noch um irgendwelche streits kümmern muss.
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Thanks given by: micci , Sabine , FreeNine


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