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Studie zum Post-Lyme Syndrom
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Beitrag #1
Studie zum Post-Lyme Syndrom
Entwicklung einer Basis für eine Falldefinition des Post(Nachbehandlungs)-Lyme-Syndroms.

Development of a foundation for a case definition of post-treatment Lyme disease syndrome.

Ziel der Studie ist es, die klinischen und wissenschaftlichen Nutzen einer operationalisierten Definition Post-Lyme-Borreliose-Syndrom (PTLDS) zu demonstrieren, wie von der Infectious Diseases Society of America vorgeschlagen.

74 Patienten mit bestätigtem Erythema migrans und 14 Kontrollpersonen wurden vor und bei Nachuntersuchungen, über 6 Monate nach der Behandlung, gemäß der Symptom- und Gesundheitsfunktion (SF36) untersucht..

Ergebnisse:
Keine der Kontrollpersonen hatte funktionelle Auswirkungen.
43 (60%) der Patienten hatten 6 Monate nach der Behandlung wieder in ihre früheren Gesundheitszustand.
Acht (11%) Patienten erfüllten die operationalisierte Definition des Post-Lyme-Syndroms.
Zwanzig (28%) Patienten hatten entweder Restsymptome, oder funktionelle Auswirkungen, aber nicht beides, und entsprachen nicht den Kriterien für das Post-Lyme-Syndroms.

FAZIT: Diese operationalisierte Definition des Post-Lyme Syndroms ermöglicht die Identifizierung von Patienten, die auf die frühe Lyme-Borreliose behandelt wurden und erhebliche Nachbehandlungskrankheit haben, da beide verbleibende Symptome und Auswirkungen auf ihre tägliche Lebensfunktion hatten. Mit weiteren Verfeinerung und Verbesserung dieser operationalisierten Definition kann die wahre Inzidenz des Post-Lyme Syndroms bestimmt und zukünftige Studien zur Untersuchung ihrer Pathophysiologie und Therapie entwickelt werden.


Nach dieser Studie hatten also 40% der Patienten mit einem Erythema migrans 6 Monate nach der Behandlung noch erhebliche Beschwerden!
Wie sieht es dann erst bei einer fortgeschrittenen/chronischen Borreliose aus?
Nur gehen die Autoren, ohne jeden Beweis davon aus, dass mit einer einfachen Therapie die Borreliose geheilt ist und mit einem Post-Lyme Syndrom nur noch Restbeschwerden bestehen.
Die eher wahrscheinliche Möglichkeit von Therapieversagern und weiter persitierender Infektion wird offensichtlich von vorn herein ausgeschlossen.

Allgemein wird immer behauptet die Borreliose wäre leicht zu „behandeln“.
Das mag zwar „für den Arzt“ richtig sein, denn er muss nur ein einfaches Rezept für Doxy ausstellen.
Aber nicht für die Patienten!
Dabei muss man nur den entscheidenden Unterschied zwischen „behandeln“ und „heilen“ betrachten.

„behandeln“ bedeutet laut Duden:
a.(einen Patienten) zu heilen „versuchen“
b.(eine Krankheit, eine Verletzung) zu heilen „versuchen“

„heilen bedeutet:
a. gesund machen
b. durch entsprechende ärztliche, medikamentöse o.ä. Behandlung beheben, beseitigen

Die Borreliose zu „behandeln“, also nur der Versuch zu „heilen“, ist sehr einfach.
Nur die Borreliose „heilen“ ist das Problem bei dem die meisten Ärzte scheitern!

Mit dem Begriff einfach „behandeln“ werden nach meiner Ansicht bewusst, sowohl die Ärzte, als auch die meisten Patienten getäuscht.
Denn im Prinzip kann man fast jede Krankheit wie AIDS und Krebs „behandeln“.
Die entscheidende Frage ist nur ob diese damit auch immer "heilbar" ist?

Also lasst euch nicht immer mit dem Begriff „behandeln“ veräppeln. Sondern fordert eine klare Aussage zur Heilung!


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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.08.2013 14:24 von lI Moderator Il.)
13.03.2013 16:51
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Filenada Offline
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Beitrag #2
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Zitat:entsprachen nicht den Kriterien für das Post-Lyme-Syndroms

Würde mich mal interessieren, wie diese heißen und was der Unterschied zu einer chronischen Borreliose / Spätborreliose / Borreliose im III. Stadium (oder wie man es sonst noch nennt) ist... *räusper*

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Rosenfan Offline
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Beitrag #3
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Unter einem Post-Lyme-Sydrom verstehe ich die Beschwerden, die übrig geblieben sind, nachdem die eigentlichen Erreger eleminiert wurden.
Oder mache ich da einen Gedankenfehler? Denn das Wort POST bedeutet ja nach

Ich frage mich schon die ganzen Jahre, ob die gesundheitlichen Probleme, mit denen ich mich herumplage, ein Post-Lyme-Syndrom sind oder eigenständige Krankheiten, evtl. altersbedingt.

Gruß - Rosenfan

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Beitrag #4
Rainbow RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Nach meinen bisherigen Erkundungen gibt es keine genaue Definition eines Post Lyme Syndrom.Zerlegt man den Namen,hat man eine "nachträgliche Zusammenfassung der Symptome oder Vorspiegelung einer Krankheit".Was für ein Blödsinn.Ein Post Syndrom hat eventuell der Herr Mehdo...
Fakt ist eigentlich,das die erkrankten Patienten in einen extrem dehnbaren Begriff gesteckt werden.Für KK,RV,BG und Gerichte gibt es diesen Begriff gar nicht.So bleibt also nur der Begriff "Syndrom" übrig.
2. Definition
Syndrom → Symptom: Symptome sind Zeichen, Anzeichen, Kennzeichen; Das Erleben und/oder Verhalten, das in Verbindung mit einer Krankheit oder einem anormalen psychischen Zustand (Neurose, Psychose) steht.

Spricht man vom P-L-S,so wird dabei leider Neurose und Psychose gemeint.Mittels der Definition kann man mit den Patienten machen was man will.

Kommt bitte zum Protesttag und unterzeichnet den offenen Brief.Das ist sehr wichtig,um wenigstens erst mal anerkannt zu werden.

Grüße vom Stahlkocher

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Beitrag #5
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Ein Post-Lyme Symdrom ist für mich nicht existent, aus heutiger Sicht. Auch hier auf Seite 2, ist etwas beschrieben, zum PLS
http://www.borreliose-nachrichten.de/wp-...n-DH21.pdf
14.03.2013 12:49
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Beitrag #6
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Zitat:Ein Post-Lyme Symdrom ist für mich nicht existent

Für mich auch nicht. Genauso wenig wie ein Post-Bronchitis-Syndrom oder ein Post-Tuberkulose-Syndrom oder ein Post-Syphilis-Syndrom oder oder oder...

Nachzulesen, woher dieses Wort kommt, im Buch "Die verschwiegene Epidemie" - Pflichtlektüre für Patienten UND Ärzte! Icon_buch

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Beitrag #7
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Da passt der Artikel auch gut dazu, wenn ich alles richtig überflogen und verstanden habe:

http://www.verschwiegene-epidemie.de/201...orreliose/

LG

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Beitrag #8
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
PS:
In einer Ablehnung der RV nennt sich die Erkrankung:
"Zustand nach B." - Was ist eigentlich ein "Zustand" ????? Icon_verwirrt2
- das konnten Sie mir auch nicht erklären: Icon_seb_dead

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Beitrag #9
Rainbow RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
@ Freenine

Mit der Bezeichnung "Zustand" wollte man vermeiden,eine Beschreibung wie "psychische Störung des Schmerzgedächtniss".
So,oder so ähnlich sehen die das.

LG der Sk

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Beitrag #10
RE: Studie zum Post-Lyme Syndrom
Die medizinische Abkürzung Z.n. heißt „Zustand nach“
"Zustand nach" bedeutet, dass die ursprüngliche Krankheit nicht mehr vorliegt, z.B. "Zustand nach Mammakarzinom".
Also eine behandelte und in der Regel ausgeheilte Erkrankung. Denn solange die Krankheit noch weiter besteht, muss man von „Zustand während“ sprechen.

Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit nach ICD-10:
(ICD-10 ist das wichtigste, weltweit anerkannte Diagnoseklassifikationssystem der Medizin)

A (Ausgeschlossene Diagnose) , G (Gesicherte Diagnose) , V (Verdachtsdiagnose) und Z ((symptomloser) Zustand nach der betreffenden Diagnose)

In der ambulanten Versorgung müssen die Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit (A, G, V oder Z) angegeben werden, d.h. die Angabe ist obligatorisch.

In der stationären Versorgung sind die Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit verboten.

Für die ambulante Behandlung gilt:
Die ICD-10-SGB-V (Ausgabe für die Zwecke des SGB V) und die ICD-10-GM (German Modification) sehen für "Zustand nach" das Zusatzkennzeichen "Z" vor, das an die Schlüsselnummer der Erkrankung angehängt wird.

Für "Zustand nach Borreliose" lautet dann die Verschlüsselung A69.2Z

Bemerkenswert ist schon allein die Unterbewertung der Borreliose im internationalen ICD-10 Schlüssel.
Dort gibt es für die gesamte Borreliose, egal ob Früh, Spät, Neuroborreliose, Lyme-Arthrits, Lyme-Kardits, ACA etc. nur einen einzigen Schlüssel.
Der sich zwar im Prinzip nur auf das Erythema migrans bezieht, aber mangels Untergruppierungen für alle Borrelioseformen verwendet wird.

Einziger Diagnoseschlüssel der Borreliose nach ICD-10 ist:

A69.2 Lyme-Krankheit
Erythema chronicum migrans durch Borrelia burgdorferi

Selbst bei einer schweren chronische Neuroborreliose wird nach 2-3 Wochen Antibiotika, auch bei massiven Symptomen, in der Krankenakte meist nur die Diagnose A69.2Z angegeben.
Also nur "Zustand nach" einem einfachen behandelten "Erythema migrans" ?

Im Vergleich dazu die ebenfalls durch Spirochäten verursachte Syphilis, die in 4 verschiedene Hauptgruppen unterteilt wird.

A50 Syphilis connata
A51 Frühsyphilis
A52 Spätsyphilis
A53 Sonstige und nicht näher bezeichnete Syphilis

Wobei jede der Hautgruppen noch in einige Untergruppen aufgeteilt wird.
Z.B. hier bei A52 Spätsyphilis
http://www.icd-code.de/suche/icd/code/A5...ml?sp=Sa52

Allein schon der ICD-10 Diagnoseschlüssel sorgt weltweit für die völlige Unterbewertung der Borreliose!
Eigentlich sollten weltweit alle Borreliosepatienten dagegen heftigen Protest einlegen und fordern, dass endlich einmal die Borreliose im ICD-10 den nötigen Stellenwert bekommt und jeweils Schlüsselnummern für alle möglichen Borreliosemanifestationen eingeführt werden.
Und die gesamte Borreliose bei sämtlichen Diagnosen nicht nur auf ein (einfaches) Erythema migrans reduziert wird! Huh


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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.08.2013 14:25 von lI Moderator Il.)
15.03.2013 15:41
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