Orales Doxycyclin bei Neuroborreliose
#1

Orales Doxycyclin bei Neuroborreliose

Die Therapieempfehlung für Neuroborreliose mit Symptomen des zentralen Nervensystems ist intravenöses Ceftriaxon, laut aktuellen amerikanischen und europäischen Leitlinien.

Diese retrospektive Studie wollte die Effektivität von Doxycycline bei Neuroborreliose untersuchen.
Dazu wurden 115 Patienten mit Symptomen des peripheren Nervensystems und 26 Patienten mit Symptomen des zentralen Nervensystems zwischen 1990-2012 miteinbezogen,

Ersatzmarker für das Therapieergebnis waren die mononukleären Zellen im Zentralen Nervensystem, die bei beiden Gruppen gemessen wurden.
Der Rückgang der ZNS-mononukleären Zellen zwischen den beiden Gruppen zeigte keinen signifikanten Unterschied.

Alle Patienten zeigten eine Besserung der Symptome, obgleich 62% verbliebene Symptome am Ende des Follow-ups hatten.

Das Ergebnis weist darauf hin, dass orales Doxyxyclin eine effektive Therapie für Neuroborreliose ist, unabhängig von der Schwere der Symptome.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.11...0/abstract


Es gibt wohl eine Diskrepanz zwischen dem, was die medizinische Forschung unter effektiv versteht, und meiner Auffassung dazu...

We lay by cool still waters
And gazed into the sun
And like the moth's great imperfection
Succumbed to her fatal charm
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#2

Dazu gibt es auch aus Norwegen eine in Deutsch übersetzte Studie:

http://www.evimed.ch/AGORA/HTZ000/downlo...eldoxy.pdf

Mich wundert nur, das 60 % der Patienten nach der Behandlung noch "Restsymptome" hatten Buchstaben_callsign

Meine eigene mit mir selbst durchführte Doppel sehend Studie widerspricht dem übrigens Icon_winkgrin

Gruß

Ponti

#DER WILLE IN MIR IST STÄRKER ALS DIE BORRELIOSE IN MIR#
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#3

Die Studie aus Norwegen ist laut einem Schweizer Leitlinien-Mitautor das einzige interessante Forschungsergebnis in Sachen Borreliose seit der letzten CH Leitlinien-Version 2005 Confused
Das einzige Forschungs-Ergebnis, das in die Überarbeitung der LL einfliessen könnte..... Icon_unknownauthor_bigtongue

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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#4

Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe es nicht, dass man bei einem Erfolg von 40% von "Erfolgen" spricht.

Wenn man mal Empfehlungen des Robert-Koch-Insitituts zur Behandlung für Q-fieber (Rickettsien) liest, dann ist eine Behandlungszeit von 1 Jahr mit Doxycyclin in Kombination mit Hydroxychloroquin bei Persistenz empfohlen.

Bei Vorliegen einer chronischen Infektion anschließende Behandlung mit Doxycyclin und Hydroxychloroquin, wie bei Patienten mit Herzklappenanomalien, d. h. für die Dauer eines Jahres.

Rickettsien gelten als Erkrankungen die chronisch verlaufen können und befallen auch die Makrophagen. Borrelien befallen Makrophagen und gelten nicht als chronisch verlaufende Erkrankung, weil nicht sein darf, was man nicht glaubt. Mich würde mal interessieren, wer in der Neurologie alles auf Q-Fieber untersucht wurde bei persitierenden Beschwerden und ohne weiteren Untersuchungen als geheilt entlassen wurde.

Ich denke, man sollte wirklich nicht nur auf den einen Erreger schauen, wenn man Studien durchführt und sich daran festbeissen in der Aussage ob Patienten weiterbehandelt werden sollen oder nicht.

LG Urmel

Mitglied bei => Onlyme-Aktion.org

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Like a drunk in a midnight choir
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#5

Zu dieser umstrittenen Sache hier meine Erfahrungen.

Borreliose seit 1957, erkannt 2000, 2x gepulste Heidelberger Therapie nach Dresdner Schema. Vorher auf bestem Weg zum Pflegefall (Halbseitenausfälle rechts) und Endzeit-Gedanken. Nach den Antibiosen deutliche Besserung, eu-Berentung mit für mich akzeptabler Lebensqualität, in großen Abständen akute Schübe mit Doxibehandlung.

Akute Schübe: schmerzhafte Zustände wie Bannwarthsyndrom und/oder Tinnitus/Hyperakusis/Parästhesien/Ameisenlaufen/Sehstörungen rechte Kopfhälfte, Schwäche im rechten Arm.

Ich gehe mal davon aus, daß diese Symptomatik für Neuroborreliose spricht.

Bisher Doxi bei akutem Schub und Abklingen dieser akuten Symptome, also effektiv.

Unabhängig davon besteht andauernde Bewegungseinschränkung wahrscheinlich durch Bindegewebsproblematik und chron. Erschöpfung/Leistungseinschränkung, die nicht durch ABs beeinflußt wird ((Restsymptome?)).

Daraus schließe ich:

- Bei mir wirkt Doxi bei Neuroborreliosesymptomen (Kopf und rechter Arm)

- trotz verbliebener Symptome, die für eine unbefristete Berentung ausgereicht haben, ist die erreichte Verbesserung ein Erfolg für mich. Ich wäre bei den 60 % dabei.

- Erfolg und Effektivität werden wohl sehr subjektiv bewertet werden.

- Der Erfolg liegt im Auge des Betrachters, deshalb stehe ich allen Studien, Zahlenspielen und Verallgemeinerungen sehr skeptisch gegenüber.

LG Oolong

Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheit bei,
als alle Kunst der Medizin.


Wolfgang Amadeus Mozart
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Thanks given by: Sunflower , lymph
#6

http://www.riedel-luckau.de/content/medi...idemie.pdf

Doxy fördert persistierende Formen, siehe Seite 10 im link.

Oolong

Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheit bei,
als alle Kunst der Medizin.


Wolfgang Amadeus Mozart
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Thanks given by: Filenada
#7

Unter allen Tetrazyklinen wirkte bei mir Doxy. am besten !
Nun leider garnicht mehr.

Doch wirksamer war Ceftriaxon 2g. über 4 Wochen, am besten von allem bisher.

Ich kenne 2 Betroffene, die teils auch mit Lähmungen dann so 6 Wochen Doxy. bekamen...und bis heute (wenige Jahre) beschwerdefrei/arm sind.
Kein Rückfall !

Ein Dritter nimmt von Zeit zu Zeit mal über 10- 12 Tage Doxy. und kann so seinen akzeptablen Zustand halten.
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Thanks given by: johanna cochius


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