Autoimmune Gelenkerkrankung nach Borreliose
#1

Neue Studie aus Harvard unter Beteiligung von Steere.

In einem Zeitraum von 13 Jahren wurden 30 Patienten identifiziert, bei denen nach der Borreliosediagnose und deren Behandlung (Median: 4 Monate, meist Erythema migrans) eine neuauftrende autoimmune systemische Gelenkerkrankung diagnostiziert wurde.

Bei 15 war es rheumatoide Arthritis, 13 hatten Psoriasisarthritis und 2 Spondyloarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung.

Die meisten Patienten litten unter Polyarthritis und hatten oft IgG Borrelien Antikörper im ELISA, die jedoch signifikant niedriger waren, als bei Lyme-Arthritis Patienten.

Vor der Diagnose haben viele Patienten wiederholte Antibiosen erhalten aufgrund des Verdachts auf Lyme Arthritis, jedoch ohne Erfolg.
Es wurden entzündungshemmende Medikamente, meist Basismedikamente für rheumatische Erkrankungen, verschrieben, die Besserung brachten.

Abstract:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27636905

"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts."
Bertrand Russell
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#2

Hm, mir scheint die Studie nicht sehr aussagekräftig. Klar bringen entzündungshemmenden Mittel auch bei florider Borreliose zunächst mal Verbesserung. Aber das hält nicht lange. UND: Die einzigste Möglichkeit zu erfahren, ob eine aktive Borreliose vorliegt, ist und bleibt nun mal der LTT. Auch wenn er durchaus mal falsch negativ sein kann, passen seine Ergebnisse doch sehr häufig zum Befinden der Patienten. Die Serologie als Maß für die Aktivität einer Borreliose kann man dagegen bekanntermaßen vergessen.

LG
Claire

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Thanks given by: Waldgeist , borrärger , Hydrangea
#3

Finde ich sehr interessant und bestätigt auch ein bissle das, was bei mir abläuft. Nach langer Infektionsdauer sind automimmune Prozesse nachweisbar.

Man darf die Augen nicht vor dieser Tatsache verschließen, vor allem, wenn eine Behandlung mit Antibiotika keinen Erfolg mehr bringt.

Der LTT ist leider auch nur ein Indiz. Kann nicht nur falsch negativ sein, sondern auch falsch positiv. Ich fände es wichtig, wenn es zum LTT mehr Untersuchungen geben würde.

LG Niki

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#4

Dito. Meine "Enddiagnose" lautet ja auch Psoriasis-Arthritis, wobei ich das inzwischen auch für am wahrscheinlichsten halten, denn Schuppenflechte und Gelenk-/Sehenprobleme gingen mehr oder weniger gleichzeitig los und meine Leitsymptome decken sich schon ziemlich mit der PSA. Wahrscheinlich hatte ich nie eine Borreliose sondern der Zeckenstich war eher der Trigger, der das durch EBV vorgeschädigte Immunsystem zum Überschwappen gebracht hat - sei es durch irgendetwas, was ins Blut geraten ist ober aber auch einfach nur meine Ängste nach dem Stich.
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#5

Das bestätigt, was ich schon immer im Hinterkopf hatte: nach dem Ausbruch der Borreliose vor ca. 10/12 Jahren, die eigentlich erfolgreich behandelt wurde, traten irgendwann die Muskel- und Gelenkschmerzen auf. ANA-Titer zeitweise bei über 5.000, im Moment über 2.000. Verdacht auf Kollegenose bzw. Lupus.

Nächste Woche weitere Blutuntersuchung. Mal sehen, ob dieses mal etwas genaueres dabei herauskommt.

Gruß - Rosenfan

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Thanks given by: urmel57 , leonie tomate , Valtuille , Greif , Regi , borrärger
#6

Ich kann mich da im Grunde einreihen.
2011 Infektion mit Borrelien (vielleicht auch noch gleichzeitig mit ein paar netten Coinfektionen, denn u.a. wurden bei mir positive AK auf Babesien, Bartonellen festgestellt).
Keine Wanderröte, aber so massives Krankheitsgefühl und schlechter Allgemeinzustand, dass intensiv nach der Ursache geforscht wurde.
ELISA und Western Blot im IgM positiv.
Drei Wochen Doxy - mit zunächst gutem Erfolg. 4 Wochen nach Antibiotikaeinnahme massiver Rückfall.
Danach immer wieder wochen-, monatelange unterschiedliche Antibiosen, die anfänglich Verbesserungen brachten und irgendwann vollkommen wirkungslos blieben.
Dann 2013: ANA-Titer bei 1:12000.
Nach weiteren Untersuchungen - Diagnose: Kollagenosen, Overlapsyndrom (Systemischer Lupus und Systemische Sklerodermie).

Ich kann das nicht beweisen, aber ich bin mir sehr, sehr sicher, dass es keinen Ausbruch der Autoimmunerkrankungen ohne die Borreliose gegeben hätte. Dodgy


Liebe Grüße

Leonie

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Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen.

Platon

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#7

auch bei mir war/ist es so. Habe inzwischen eine rheumatoide Arthritis. In der Rheumaklinik wurde bei mir die Borreliose durchaus auch als Auslöser/Trigger der Autoimmunerkrankung anerkannt.

lg moritz
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#8

Zunächst ist es kein schlechtes Zeichen wenn etwas "über die Haut ausgeleitet" wird! Borrelien sind am langlebigsten in ihrem eigenen Biofilm. Man stelle sich einen Sack Mehl (Körper) vor, dem man oben einen Tropfen Öl (Biofilm) hinein gibt. Dies verteilt sich über die Jahre erstmal gemächlich im ganzen Körper um dann bevorzugt in den knorpeligen Teilen nach weiterer Nahrung zu suchen. Die Kardewurzeltinktur, (Vorsicht, gering dosieren max. 3-5 Tr./ Glas Wasser! Karde erzeugt nämlich ebenfalls heftige Herxheimer Reaktionen), verändert die Biochemie und drängt ganz langsam (aber sicher) die Biofilmsubstanz an die Peripherie, also Haut. Wie eine Flechte sitzt die nun fleckig, borkig und fallweise entzündlich an der Oberfläche. Zuvor war der Schaden weitaus größer(!) erinnere mich an die unerträglichen Schmerzen und Gelenkentzündungen (ich hatte Kniegelenkentzündung, Achillessehne und zusätzlich Großzehe entzündet wie bei Gicht), konnte teilweise nur mit Krücken laufen! Zuvor Rückenschmerzen die in der Nacht am stärksten waren, dies führte mich überhaupt zu "Borreliose" weil das so ungewöhnlich war und nix half. "Verhärtungen / Plaques" mit Homöopathie (z.B. Acidum hydroflouricum D6, 3xtägl. 5 Globuli) ua behandeln. Thuja nach genauer Begutachtung durch HP. Öle und ätherische Öle die erweichend und antibakteriell wirken...
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Thanks given by: borrärger
#9

Suntouch, ich verstehe deinen Post jetzt in diesem Zusammenhang nicht.

Es ist ein sehr phantasievolles Geschehen, was du da beschreibst - gibt gerade für die Entgiftungsmechanismen des Körpers den Nobel-Preis. Vielleicht hättest du dich dafür bewerben sollen? Icon_winkgrin

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnos...14973.html

Die Pathophysiologie der Borrelioseerreger ist nicht hinreichend aufgeklärt, da wäre noch Luft nach oben.

Ansonsten freut es mich, wenn es dir wieder gut geht.

Liebe Grüße Urmel

Mitglied bei => Onlyme-Aktion.org

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Thanks given by: leonie tomate , Rosenfan
#10

Es geht mir besser ;-), man hat das Gefühl selbst etwas tun zu können. Allerdings dauert es offenbar Jahre. - (Meine)Plaques deuten auf "Zirkumskripte Sklerodermie" http://rheumatologie.klinikum-bochum.de/...ermie.html . Der Rest basiert auf Rechreche in der "Fachliteratur" soweit vorhanden. Da es keine wirklich gültigen Leitlinien geben kann, erarbeiten sich die meisten Betroffenen, je nach persönlichem Leidensweg, Behandlungsmöglichkeiten selbst. Erfahrungen und Wissensstand werden in den Foren ausgetauscht, das ist doch gut so, nicht wahr ;-) ?! Für alle die dem Beitrag folgen können, eine bemerkenswerte Studie von Dr. Sapi https://www.youtube.com/watch?v=AmvgOfIN_8c
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