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"Hilfreiche" Zahlen der Meldepflicht bei Borreliose-Erkrankungen??
#1

Aktuell musste ich wieder 2 Beiträge zur Erkrankung an Lyme-Borreliose lesen.

Hohe Zahlen von gemeldeten Erkrankungen würden theoretisch einen Handlungsbedarf in der Medizin je nach Möglichkeiten hervorrufen siehe z.B. LongCovid in Verbindung mit ME/CFS.
Sind die Zahlen nur im unteren Durchschnitt wird vieles wohl einfach hingenommen?

Wieso hebt man eine bestehende Meldepflicht z. B. plötzlich auf?

MV verlässt Spitzengruppe bei Borreliose-Fällen 14.7.26 / ntv
Zitat:Die Zahl der durch Zecken übertragenen Borreliose-Fälle hat in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu einigen anderen Bundesländern abgenommen. "In den letzten fünf Jahren ist die Borreliose-Inzidenz in MV spürbar zurückgegangen, während sie in Ländern wie Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt in etwa auf hohem Niveau geblieben ist - MV zählt damit nicht mehr zur Spitzengruppe, wie das in den Jahren zuvor noch der Fall war", teilte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock der dpa mit.

Das klingt ja einerseits erfreulich. 
Andererseits kann man die Zahlen nicht mit den Vorjahren vergleichen! Weil:

Zitat:Seit dem 7. April 2026 ist in Mecklenburg-Vorpommern laut Lagus die landesspezifische Meldepflicht für Borreliose beziehungsweise Borrelia burgdorferi entfallen. Zu einem Trend bezüglich der Entwicklung der Zahlen in diesem Jahr lasse sich aufgrund dieses Wegfalls der Meldepflicht keine Aussage treffen, teilte die Sprecherin mit.

Formulare zur Meldepflicht sind teils aufwendig auszufüllen. Und die Meldekriterien sind von Bundesland zu Bundesland ebenfalls nicht vergleichbar.
In einigen Bundesländern von Deutschland besteht keine Meldepflicht bei Lyme-Borreliose. Auch das ist nicht einheitlich.

Persönlich habe ich erlebt:. Ich wurde von 3 Ärzten auf Borreliose untersucht. Letztendlich hatte ich 3 Meinungen unterschiedlichster Art vorliegen. Erst der 3. Arzt - ein alter Infektiologe einer Uni diagnostizierte die Lyme-Borreliose und meldete den Fall auch per Meldepflicht ans Gesundheitsamt.

Also die Dunkelziffer oder Abweichungen der unstimmigen Zahlen sind wohl vorprogrammiert.
 
Anderes aktuelles Beispiel:
Zecken halten sich nicht an Ländergrenzen  Biggrin:
Gefahr durch Zecken: Zahl der Borreliose-Fälle in Tschechien steigt deutlich 16.7.2026 / Tschechien News

Zitat:Immer mehr Borreliose-Fälle werden in Tschechien registriert. Experten führen den deutlichen Anstieg vor allem auf ein neues Meldesystem sowie eine immer längere Zeckensaison zurück.

Zitat:Der deutliche statistische Anstieg ist vor allem auf eine Änderung des Meldesystems zurückzuführen. Die Borreliose wurde im vergangenen Jahr in das tschechische Frühwarnsystem aufgenommen. Seit Juli 2025 melden Haus- und Kinderärzte entsprechende Diagnosen automatisch.
Zitat:Die Meldung kann beispielsweise auf Grundlage der typischen ringförmigen Hautrötung erfolgen, die nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Das vorherige Verfahren war deutlich komplizierter und führte nach Einschätzung des Gesundheitsinstituts dazu, dass zahlreiche Erkrankungen nicht erfasst wurden.
(Was ist mit untypischen Fällen ohne Wanderröte?)

PS. Kann man sich nicht europaweit auf einheitliche Maßnahmen einigen um endlich auch verlässliche Zahlen zu haben um endlich auch den Handlungsbedarf einheitlich zu sehen? Siehe auch hier.

Die längere Zeckensaison besteht doch auch überall und wird auch immer wieder betont.

FreeNine

PS. Mir stellt sich die Frage:
Werden Statistiken immer so frisiert, wie man sie gerade braucht oder sie eben genehm und passend sind? Wem nützt das Ganze?
(Wenn selbst ehemalige Gesundheitsminister ihre eigenen Regeln zu Gesetzen herbeiführen.) Huh

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

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