06.07.2017, 12:52
(06.07.2017, 12:32)urmel57 schrieb: Ich finde, grundsätzlich sollten alle und damit meine ich wirklich alle etwas mehr Toleranz und Demut bezüglich der Forschungslage an den Tag legen. Das täte uns allen hier wesentlich besser.
Meinst du, wenn wir Betroffenen mehr Toleranz und Demut an den Tag legen, dass sich diese dann auch bei den Meinungsführern einstellt?
Ich persönlich nehme Forschungsergebnisse zwar zur Kenntnis, sortiere das grundsätzlich allerdings anders ein als wohl die meisten Mediziner. Wenn Physiker sich z.B. uneins sind über die Entstehung des Universums, dann ist das angebracht, hier Zurückhaltung zu üben. Es ändert an unserem täglichen Leben nämlich genau nichts; egal wie es jetzt war. Wenn aber hunderttausende Leute schwer krank sind, dann muss man denen (auch bei mangelnder Studienlage) zumindest eine versuchsweise Therapieoption anbieten. Man kann die Patienten ja darüber aufklären, dass das alles noch fraglich und mit Risiken behaftet ist. Dann soll jeder Patient für sich selbst entscheiden. Im realen Leben muss man leider ständig trotz mangelnder Information Entscheidungen treffen, weil eine fehlende bewusste Entscheidung im Endeffekt einer Duldung entspricht und somit auch eine Entscheidung ist. Mir wäre auch lieber, wenn es anders wäre; wenn aber die Lebenswirklichkeit von unzähligen Menschen betroffen ist, geht es halt nicht anders.
Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg