15.05.2019, 08:28
Mai ist Lyme Disease Awareness Monat. Lyme Disease ist im deutschsprachigen Raum bekannt unter Borreliose. Borreliose wird von Zecken übertragen. Weiter gehts mit dem Fiasko. Tag 3.
Ich bin ja mittlerweile ziemlich genervt. Ich bin schon seit über 20 Jahren krank und seither verfolge ich die "Entwicklung" bei der Erforschung der Borreliose. An dieser Stelle meinen Dank an die deutschsprachigen Cracks, die englische Artikel in den deutschen Sprachraum tragen.
In den ersten Jahren glaubte ich nach jedem Artikel, der Beweise für chronische Verläufe, höher und länger dosierte Therapien oder Chancen für bessere Diagnostik liefert, dass das Borreliose-Fiasko in absehbarer beendet würde. Bis ich dann von Leuten, die mehr von der Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse verstehen, eines Besseren belehrt wurde. Die Basis für die "neuen" Erkenntnisse waren oftmals genauso schlecht wie die Forschungsbasis geltender Lehrmeinung, die sich ja auf den Standpunkt stellt, dass Borreliose einfach zu diagnostizieren und therapieren sei und chronische Verläufe selten seien.
Mittlerweile räumt aber auch geltende Lehrmeinung ab und zu ein, dass es bei geschätzten (man beachte: es wird wieder ein bisschen wissenschaftlich geschätzt) 10 Prozent der Patienten zu Therapieversagen kommen kann - im Frühstadium wohlgemerkt. Von den vielen Patienten in späteren Stadien und solchen, die nie diagnostiziert wurden, ist hier noch nicht die Rede. 10 Prozent Therapieversagen würde bedeuten, dass alleine in der Schweiz jährlich mindestens 900 Personen (10% der 9000 aus der Sentinella Statistik) trotz rechtzeitger Therapie chronisch an Borreliose erkranken.
Diese Patienten stehen dann gänzlich ohne medizinische Versorgung da, weil Ärzte das Krankheitsbild mangels Forschung und Information nicht verstehen können. Wenn der betroffene Patient selbst nicht weiss, was da abgeht, dürfte er sich bald selbst für wahnsinnig erklären.
Heute hast du Herzrasen, rufst den Arzt an und bis du den Termin hast, ist das Herzrasen weg, dafür hast du schlimme Fussgelenkschmerzen. Bis du zum Röntgen kannst, sind die Gelenkschmerzen weg, dafür hast du schmerzhafte Muskelverspannungen am Schulterblatt. Wenn du endlich einen Termin in der Physiotherapie hast, sind die Schmerzen am Schulterblatt weg, dafür hast du eine Depression, die sich gewaschen hat und du brichst in der Physiotherapie in Tränen aus. Der Hausarzt schickt dich in die Psychotherapie. Bis du dort endlich einen Termin bekommst, sind die Depressionen weg und du hattest mittlerweile schlimme Rückenschmerzen, das beängstigende Herzrasen war zweimal wieder da, das Knie schmerzte und du konntest nächtelang wegen neuropathischer Schmerzen nicht richtig schlafen. Der Psychiater kann mit dir auch nichts anfangen, weil du aktuell nicht mehr depressiv bist und eine Infektion statt einer Psychose hast.
Ist es dieses verwirrende Chaos, das im Körper veranstaltet wird, dass Betroffene mit chronischen Verläufen immer wieder psychiatrisiert werden? Werden chronische Verläufe bestritten, weil sie schwer zu verstehen sind? Oder hat das Ganze irgendein System?
Eigentlich wollte ich heute über das Hickhack bei der Therapie schreiben und bin abgedriftet. Fortsetzung folgt......
Ich bin ja mittlerweile ziemlich genervt. Ich bin schon seit über 20 Jahren krank und seither verfolge ich die "Entwicklung" bei der Erforschung der Borreliose. An dieser Stelle meinen Dank an die deutschsprachigen Cracks, die englische Artikel in den deutschen Sprachraum tragen.
In den ersten Jahren glaubte ich nach jedem Artikel, der Beweise für chronische Verläufe, höher und länger dosierte Therapien oder Chancen für bessere Diagnostik liefert, dass das Borreliose-Fiasko in absehbarer beendet würde. Bis ich dann von Leuten, die mehr von der Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse verstehen, eines Besseren belehrt wurde. Die Basis für die "neuen" Erkenntnisse waren oftmals genauso schlecht wie die Forschungsbasis geltender Lehrmeinung, die sich ja auf den Standpunkt stellt, dass Borreliose einfach zu diagnostizieren und therapieren sei und chronische Verläufe selten seien.
Mittlerweile räumt aber auch geltende Lehrmeinung ab und zu ein, dass es bei geschätzten (man beachte: es wird wieder ein bisschen wissenschaftlich geschätzt) 10 Prozent der Patienten zu Therapieversagen kommen kann - im Frühstadium wohlgemerkt. Von den vielen Patienten in späteren Stadien und solchen, die nie diagnostiziert wurden, ist hier noch nicht die Rede. 10 Prozent Therapieversagen würde bedeuten, dass alleine in der Schweiz jährlich mindestens 900 Personen (10% der 9000 aus der Sentinella Statistik) trotz rechtzeitger Therapie chronisch an Borreliose erkranken.
Diese Patienten stehen dann gänzlich ohne medizinische Versorgung da, weil Ärzte das Krankheitsbild mangels Forschung und Information nicht verstehen können. Wenn der betroffene Patient selbst nicht weiss, was da abgeht, dürfte er sich bald selbst für wahnsinnig erklären.
Heute hast du Herzrasen, rufst den Arzt an und bis du den Termin hast, ist das Herzrasen weg, dafür hast du schlimme Fussgelenkschmerzen. Bis du zum Röntgen kannst, sind die Gelenkschmerzen weg, dafür hast du schmerzhafte Muskelverspannungen am Schulterblatt. Wenn du endlich einen Termin in der Physiotherapie hast, sind die Schmerzen am Schulterblatt weg, dafür hast du eine Depression, die sich gewaschen hat und du brichst in der Physiotherapie in Tränen aus. Der Hausarzt schickt dich in die Psychotherapie. Bis du dort endlich einen Termin bekommst, sind die Depressionen weg und du hattest mittlerweile schlimme Rückenschmerzen, das beängstigende Herzrasen war zweimal wieder da, das Knie schmerzte und du konntest nächtelang wegen neuropathischer Schmerzen nicht richtig schlafen. Der Psychiater kann mit dir auch nichts anfangen, weil du aktuell nicht mehr depressiv bist und eine Infektion statt einer Psychose hast.
Ist es dieses verwirrende Chaos, das im Körper veranstaltet wird, dass Betroffene mit chronischen Verläufen immer wieder psychiatrisiert werden? Werden chronische Verläufe bestritten, weil sie schwer zu verstehen sind? Oder hat das Ganze irgendein System?
Eigentlich wollte ich heute über das Hickhack bei der Therapie schreiben und bin abgedriftet. Fortsetzung folgt......
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz