15.05.2019, 08:35
Mai ist Lyme Disease Awareness Monat. Lyme Disease ist im deutschsprachigen Raum bekannt unter Borreliose. Borreliose wird von Zecken übertragen. Fiasko-Blog Tag 14.
Die letzen zwei Tage konnte ich nicht bloggen über dieses Fiasko. Einmal konnte ich ausnahmsweise morgens länger schlafen und gestern hatte ich einen Arzttermin. Dieser Arzttermin war mal wieder ein Desaster. Ich bin glaub mittlerweile derart traumatisiert, dass eine vernünftige Unterhaltung mit einem Mediziner ohne Agressivität meinerseits gar nicht mehr möglich ist. Jedenfalls ging mir das Ganze gefühlsmässig noch den ganzen Tag mit fürchterlichen Angstzuständen und Schamgefühlen nach. Es hat mir wieder deutlich gezeigt, wie wenig belastbar ich bin.
Fassen wir mal zusammen.
Habe ich einen Zeckenstich mit anschliessender typisch aussehender Wanderröte, kriege ich in den meisten Fällen Antibiotika, dosiert nach geltender Lehrmeinung und die Sache ist mit etwas Glück gegessen.
Bleibt die Wanderröte aus und ich habe im Frühstadium nur unspezifische Grippesymptome oder ich erkranke in einem späteren Stadium, wird die Diagnostik zur Lotterie. Ohne Diagnose keine Therapie!
Habe ich ein nach geltender Lehrmeinung typisches Symptom der späteren Stadien bekomme ich vielleicht eine Therapie, vielleicht auch nicht. Das ist abhängig davon, ob eine Borreliose in der jeweiligen Einrichtung in Erwägung gezogen wird oder werden darf und ob die Lotterie mit den Tests gerade funktioniert. Ohne Diagnose keine Therapie!
Bin ich nach der Therapie der Wanderröte nicht gesund, besteht keine Möglichkeit zur Therapiekontrolle. Ohne Diagnose keine Therapie!
Bin ich nach der Therapie eines späteren Stadiums nicht gesund, besteht keine Möglichkeit zur Therapiekontrolle. Ohne Diagnose keine Therapie!
Erkranke ich in einem späteren Stadium mit invalidisierenden, jedoch unspezifischen Symptomen, darf nach geltender Lehrmeinung schon gar keine Borreliose-Diagnostik betrieben werden. Ohne Diagnose keine Therapie!
Komme ich in Einrichtungen, die nach geltender Lehrmeinung arbeiten, nicht weiter, kann ich mir allfällige Therapie-Chancen nur noch wahren, indem ich einen meist privat zu zahlenden "Borreliose-Spezi" suche. Für nicht so gut Betuchte oder nicht privat Versicherte ist hier meistens Sackgasse. Eine kleine Chance besteht, den Hausarzt von einer Therapie auf Verdacht zu überzeugen. Da muss der Patient aber schon froh sein, wenn er die Dosierung wie im Frühstadium nach geltender Lehrmeinung bekommt. Dosierungen, wie von der Borreliose Gesellschaft oder ILADS empfohlen, dürften schwer zu bekommen sein. Da muss der Patient gut argumentieren können. Mit dem Durcheinander im Kopf und der vielen Herausforderungen im Genick dürfte das schwer fallen oder gar unmöglich sein.
Lande ich beim Spezi, kann ich an einen geraten, der sich für die Patienten aufopfert und Ihnen nach Ausschluss anderer möglicher Krankheiten die nach seinen Erfahrungen wirksamste Therapie zukommen lässt, individuel abgestimmt auf Krankheitsdauer, Symptome, Ansprechen auf die Therapie, Verträglichkeit, Präferenzen des Patienten etc.. Das ist meiner Meinung die einzig vertretbare Vorgehensweise vor dem Hintergrund der miesen Diagnostika und Forschungslage bei den späteren Stadien.
Ich kann aber auch an einen geraten, der mir ohne einen Gedanken an Differentialdiagnosen einen Haufen teure Diagnostika verkauft, die schlussendlich auch nichts Definitives aussagen. Ich werde weder über die Unsicherheiten bei den Tests noch über Kosten-Nutzen-Risiko der Therapien aufgeklärt. Es kann auch sein, dass ich gar keine Antibiotika bekomme sondern nur "Kräutermedizin".
Ich kann an einen Spezi geraten, der praktisch allen einen Borreliose diagnostiziert und mit langen und hoch dosierten Antibiotika therapiert ohne Berücksichtigung des Ansprechens oder "Individualitäten" des Patienten. Monate- oder gar jahrelang mit Antibiotika zu behandeln, ohne dass Besserung eintritt, könnte ein Zeichen sein, dass die Diagnose falsch ist. Das kann gefährlich sein für den Patienten. Einerseits, weil Antibiotika keine Smarties sind und andererseits weil das Verpassen der richtigen Diagnose weitere Risiken birgt, chronisch zu erkranken.
Wo ist das Problem? Seht ihr sie, die vielen Probleme? Warum sehen sie die Experten nicht? Würden sie sie sehen, würde mehr geforscht.
Die letzen zwei Tage konnte ich nicht bloggen über dieses Fiasko. Einmal konnte ich ausnahmsweise morgens länger schlafen und gestern hatte ich einen Arzttermin. Dieser Arzttermin war mal wieder ein Desaster. Ich bin glaub mittlerweile derart traumatisiert, dass eine vernünftige Unterhaltung mit einem Mediziner ohne Agressivität meinerseits gar nicht mehr möglich ist. Jedenfalls ging mir das Ganze gefühlsmässig noch den ganzen Tag mit fürchterlichen Angstzuständen und Schamgefühlen nach. Es hat mir wieder deutlich gezeigt, wie wenig belastbar ich bin.
Fassen wir mal zusammen.
Habe ich einen Zeckenstich mit anschliessender typisch aussehender Wanderröte, kriege ich in den meisten Fällen Antibiotika, dosiert nach geltender Lehrmeinung und die Sache ist mit etwas Glück gegessen.
Bleibt die Wanderröte aus und ich habe im Frühstadium nur unspezifische Grippesymptome oder ich erkranke in einem späteren Stadium, wird die Diagnostik zur Lotterie. Ohne Diagnose keine Therapie!
Habe ich ein nach geltender Lehrmeinung typisches Symptom der späteren Stadien bekomme ich vielleicht eine Therapie, vielleicht auch nicht. Das ist abhängig davon, ob eine Borreliose in der jeweiligen Einrichtung in Erwägung gezogen wird oder werden darf und ob die Lotterie mit den Tests gerade funktioniert. Ohne Diagnose keine Therapie!
Bin ich nach der Therapie der Wanderröte nicht gesund, besteht keine Möglichkeit zur Therapiekontrolle. Ohne Diagnose keine Therapie!
Bin ich nach der Therapie eines späteren Stadiums nicht gesund, besteht keine Möglichkeit zur Therapiekontrolle. Ohne Diagnose keine Therapie!
Erkranke ich in einem späteren Stadium mit invalidisierenden, jedoch unspezifischen Symptomen, darf nach geltender Lehrmeinung schon gar keine Borreliose-Diagnostik betrieben werden. Ohne Diagnose keine Therapie!
Komme ich in Einrichtungen, die nach geltender Lehrmeinung arbeiten, nicht weiter, kann ich mir allfällige Therapie-Chancen nur noch wahren, indem ich einen meist privat zu zahlenden "Borreliose-Spezi" suche. Für nicht so gut Betuchte oder nicht privat Versicherte ist hier meistens Sackgasse. Eine kleine Chance besteht, den Hausarzt von einer Therapie auf Verdacht zu überzeugen. Da muss der Patient aber schon froh sein, wenn er die Dosierung wie im Frühstadium nach geltender Lehrmeinung bekommt. Dosierungen, wie von der Borreliose Gesellschaft oder ILADS empfohlen, dürften schwer zu bekommen sein. Da muss der Patient gut argumentieren können. Mit dem Durcheinander im Kopf und der vielen Herausforderungen im Genick dürfte das schwer fallen oder gar unmöglich sein.
Lande ich beim Spezi, kann ich an einen geraten, der sich für die Patienten aufopfert und Ihnen nach Ausschluss anderer möglicher Krankheiten die nach seinen Erfahrungen wirksamste Therapie zukommen lässt, individuel abgestimmt auf Krankheitsdauer, Symptome, Ansprechen auf die Therapie, Verträglichkeit, Präferenzen des Patienten etc.. Das ist meiner Meinung die einzig vertretbare Vorgehensweise vor dem Hintergrund der miesen Diagnostika und Forschungslage bei den späteren Stadien.
Ich kann aber auch an einen geraten, der mir ohne einen Gedanken an Differentialdiagnosen einen Haufen teure Diagnostika verkauft, die schlussendlich auch nichts Definitives aussagen. Ich werde weder über die Unsicherheiten bei den Tests noch über Kosten-Nutzen-Risiko der Therapien aufgeklärt. Es kann auch sein, dass ich gar keine Antibiotika bekomme sondern nur "Kräutermedizin".
Ich kann an einen Spezi geraten, der praktisch allen einen Borreliose diagnostiziert und mit langen und hoch dosierten Antibiotika therapiert ohne Berücksichtigung des Ansprechens oder "Individualitäten" des Patienten. Monate- oder gar jahrelang mit Antibiotika zu behandeln, ohne dass Besserung eintritt, könnte ein Zeichen sein, dass die Diagnose falsch ist. Das kann gefährlich sein für den Patienten. Einerseits, weil Antibiotika keine Smarties sind und andererseits weil das Verpassen der richtigen Diagnose weitere Risiken birgt, chronisch zu erkranken.
Wo ist das Problem? Seht ihr sie, die vielen Probleme? Warum sehen sie die Experten nicht? Würden sie sie sehen, würde mehr geforscht.
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz