22.05.2019, 09:53
Mai ist Lyme Disease Awareness Monat. Lyme Disease ist im deutschsprachigen Raum bekannt unter Borreliose. Borreliose wird von Zecken übertragen. Fiasko-Blog Tag 22.
Chronische Verläufe bei der Borreliose werden teilweise bestritten. Dabei ist oft aufgrund verschiedener Bezeichnungen unklar, was genau gemeint ist. Oft ist von Chronischer Borreliose oder Post (Treatment) Lyme Syndrom die Rede. Beim Begriff "Chronische Borreliose" müsste es sich um den Zustand einer chronisch aktiven Infektion handeln, gegen die Antibiotika nicht oder nur teilweise wirken. Beim Post Lyme Syndrom müsste es sich um einen Residualzustand nach erfolgter Therapie handeln, dessen Ursache nicht bekannt ist. "Syndrom" beschreibt einen Zustand, keine Ursache.
Ich bevorzuge den Begriff Chronischer Verlauf, da keiner einen Schimmer hat, ob die Beschwerden nach einer Therapie ihre Ursache in einer fortdauernden Borrelieninfektion oder anderen Prozessen haben. Es gibt Hinweise aus Tierversuchen und dem Labor, dass Borrelien sich den gängigen Antibiotikatherapien entziehen können, z.B. durch Aufenthalt in schlecht durchbluteten Körperpartien wie Sehnen und Bänder. Im Labor konnte auch nachgewiesen werden, dass Borrelien sich in Biofilmen abschotten oder in atypische Formen übergehen, die den Therapien nicht mehr zugänglich sind. Leider sind diese Vorgänge in einem für signifikante Ergebnisse genügend grossen Patientengut sehr schwer bis gar nicht nachzuweisen, da man für einen Direktnachweis nicht weiss, wo die Borrelien sich gerade im Körper aufhalten und es ansonsten keine anderen Diagnosemöglichkeiten gibt. "Experten" bestreiten also die Möglichkeit Chronischer Borreliosen, obwohl sie genau wissen, dass der Erreger selbst im menschlichen Patientengut nur schwer bis gar nicht nachweisbar ist. Ich bin etwas enttäuscht, wie Wissenschaft funktioniert. Das heisst nämlich für mich, dass alles was nicht nachweisbar ist, nicht existiert.
Andererseits gibt es auch Hinweise auf autoimmune Prozesse. Blöde ist nur, dass signifikante Ergebnisse nicht weiterverfolgt und/oder überprüft werden. Entsprechend werden auch keine Diagnostika entwickelt und von klinischen Therapiestudien können Betroffene nur träumen, während ihr Albtraum täglich weitergeht. Man müsste zumindest ansatzweise wissen, wo man bei welchen Symptomschwerpunkten ansetzen könnte/sollte/müsste. Vielleicht sind sogar mehrere Prozesse am Laufen.
Es sind also alles nur wissenschaftliche Hinweise und keine Beweise für die möglichen Ursachen der chronischen Beschwerden trotz und nach der Therapie. Merkwürdig finde ich, dass ausgerechnet Experten von Ärztegesellschaften, die chronische Verläufe bestreiten, klinische Therapiestudien mit Antibiotika (z.B. Klempner) zu chronischen Verläufen machen oder wissenschaftliche Literatur dazu zitieren. An solchen Therapiestudien dürfen nur Patienten teilnehmen mit eindeutiger Vorgeschichte, Verläufen und Testergebnissen. Entsprechend klein sind die Patientenzahlen für die Studien, denn eine Borreliose in späteren Stadien ist bekanntlich schwer zu beweisen. Wie häufig es zu chronischen Verläufen im Rahmen eines Post Lyme Syndroms kommt, ist nicht annähernd geklärt. Folgendes Zitat zur Häufigkeit des Post Lyme Sydroms findet sich in den Leitlinien der CH Infektiologen: "Die tatsächliche Häufigkeit des Syndroms ist nicht bekannt. Langzeitstudien kommen zu sehrunterschiedlichen Ergebnissen, nämlich von recht häufig bis sehr selten." Diese Aussage ist mit entsprechender Literatur versehen.
Man weiss also nichts Genaues. Das hindert gewisse Koryphäen trotzdem nicht daran, chronische Verläufe zu bestreiten und damit die längst fällige und dringend nötige Forschung zu verhindern oder behindern. So können sie getrost Patienten mit Artikeln wie z.B. mit dem Titel "Chronische Borreliose ist ein Hirngespinst" denunzieren und schaden. Gleichzeitig können "Experten" in aller Öffentlichkeit blauäugig fragen: "Wo ist das Problem?"
Tja, ich kann die Probleme sehen. Du auch?
Chronische Verläufe bei der Borreliose werden teilweise bestritten. Dabei ist oft aufgrund verschiedener Bezeichnungen unklar, was genau gemeint ist. Oft ist von Chronischer Borreliose oder Post (Treatment) Lyme Syndrom die Rede. Beim Begriff "Chronische Borreliose" müsste es sich um den Zustand einer chronisch aktiven Infektion handeln, gegen die Antibiotika nicht oder nur teilweise wirken. Beim Post Lyme Syndrom müsste es sich um einen Residualzustand nach erfolgter Therapie handeln, dessen Ursache nicht bekannt ist. "Syndrom" beschreibt einen Zustand, keine Ursache.
Ich bevorzuge den Begriff Chronischer Verlauf, da keiner einen Schimmer hat, ob die Beschwerden nach einer Therapie ihre Ursache in einer fortdauernden Borrelieninfektion oder anderen Prozessen haben. Es gibt Hinweise aus Tierversuchen und dem Labor, dass Borrelien sich den gängigen Antibiotikatherapien entziehen können, z.B. durch Aufenthalt in schlecht durchbluteten Körperpartien wie Sehnen und Bänder. Im Labor konnte auch nachgewiesen werden, dass Borrelien sich in Biofilmen abschotten oder in atypische Formen übergehen, die den Therapien nicht mehr zugänglich sind. Leider sind diese Vorgänge in einem für signifikante Ergebnisse genügend grossen Patientengut sehr schwer bis gar nicht nachzuweisen, da man für einen Direktnachweis nicht weiss, wo die Borrelien sich gerade im Körper aufhalten und es ansonsten keine anderen Diagnosemöglichkeiten gibt. "Experten" bestreiten also die Möglichkeit Chronischer Borreliosen, obwohl sie genau wissen, dass der Erreger selbst im menschlichen Patientengut nur schwer bis gar nicht nachweisbar ist. Ich bin etwas enttäuscht, wie Wissenschaft funktioniert. Das heisst nämlich für mich, dass alles was nicht nachweisbar ist, nicht existiert.
Andererseits gibt es auch Hinweise auf autoimmune Prozesse. Blöde ist nur, dass signifikante Ergebnisse nicht weiterverfolgt und/oder überprüft werden. Entsprechend werden auch keine Diagnostika entwickelt und von klinischen Therapiestudien können Betroffene nur träumen, während ihr Albtraum täglich weitergeht. Man müsste zumindest ansatzweise wissen, wo man bei welchen Symptomschwerpunkten ansetzen könnte/sollte/müsste. Vielleicht sind sogar mehrere Prozesse am Laufen.
Es sind also alles nur wissenschaftliche Hinweise und keine Beweise für die möglichen Ursachen der chronischen Beschwerden trotz und nach der Therapie. Merkwürdig finde ich, dass ausgerechnet Experten von Ärztegesellschaften, die chronische Verläufe bestreiten, klinische Therapiestudien mit Antibiotika (z.B. Klempner) zu chronischen Verläufen machen oder wissenschaftliche Literatur dazu zitieren. An solchen Therapiestudien dürfen nur Patienten teilnehmen mit eindeutiger Vorgeschichte, Verläufen und Testergebnissen. Entsprechend klein sind die Patientenzahlen für die Studien, denn eine Borreliose in späteren Stadien ist bekanntlich schwer zu beweisen. Wie häufig es zu chronischen Verläufen im Rahmen eines Post Lyme Syndroms kommt, ist nicht annähernd geklärt. Folgendes Zitat zur Häufigkeit des Post Lyme Sydroms findet sich in den Leitlinien der CH Infektiologen: "Die tatsächliche Häufigkeit des Syndroms ist nicht bekannt. Langzeitstudien kommen zu sehrunterschiedlichen Ergebnissen, nämlich von recht häufig bis sehr selten." Diese Aussage ist mit entsprechender Literatur versehen.
Man weiss also nichts Genaues. Das hindert gewisse Koryphäen trotzdem nicht daran, chronische Verläufe zu bestreiten und damit die längst fällige und dringend nötige Forschung zu verhindern oder behindern. So können sie getrost Patienten mit Artikeln wie z.B. mit dem Titel "Chronische Borreliose ist ein Hirngespinst" denunzieren und schaden. Gleichzeitig können "Experten" in aller Öffentlichkeit blauäugig fragen: "Wo ist das Problem?"
Tja, ich kann die Probleme sehen. Du auch?
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz