(24.11.2019, 16:07)Borrelienkriegsveteran schrieb: Ich habe mal exemplarisch eine der angeführten Studie mit besonders hohem seronegativen Prozentsatz herausgegriffen. Aus dem Abstract:
"Twenty-three patients with culture positive erythema migrans were followed for 23+/-14 months: 41% stayed seronegative" https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11200835
Tut mir Leid, sogar mit Kulturnachweis. Eindeutiger geht es nicht. Gravierende Fehler bei der Studie wurden meines Wissens auch nicht aufgeführt. Das Ganze mutet für mich schon kriminell an, sozusagen serielle Körperverletzung.
Sorry, dein Beispiel zeigt deutlich: nicht jede anerkannte Studie ist wirklich für uns hilfreich, bzw. zielführend Wichtig ist zunächst das definierte Studienziel.
Die Studie aus dem Jahr 2000 hatte zum Ziel, zu prüfen, wie die Serokoversion verläuft. Dahingehend ist diese sicherlich korrekt. Sie hatte nicht zum Ziel zu prüfen, ob Patienten krank sind nach Behandlung,. Die Schlussfolgerung, dass das mit aktiver Erkrankung einhergeht ist daher dann nicht seriös. Die Kultur wurde VOR der antibiotischen Behandlung angelegt, nicht danach. In dieser Studie wird belegt, dass viele Patienten seronegativ blieben, weil keine Antikörper nachgewiesen wurden, mehr nicht. Möglicherweise/wahrscheinlich sogar wurden mangelhafte Antikörpertests verwendet.
Dass PCR positiv bleiben kann, auch nach antibiotische Behandlung bestreitet keiner, auch nicht die LL-Autoren, denn dazu gibt es auch andere große Studien, nur der Krankheitswert konnte noch nirgends weder belegt noch ausgeschlossen werden, auch nicht in dieser Studie die diese Fragestellung leider nicht aufgegriffen hatte.
Dass das alles nicht unbedingt nur zum Wohle der Patienten beiträgt, ich glaube das ist zweifelsfrei und darüber sind wir uns einig. Das ist auch in unserer Dissenserklärung zur LL-Neuroborreliose deutlich formuliert.
Der Vergleich mit der Automobilindustrie passt da auch schon durchaus. Wenn ich Abgasnormen auf dem Prüfstand unter definierten Bedingungen fordere, dann werden die eingehalten..... das ist halt mit den Gegebenheiten in der Praxis nicht immer deckungsgleich. Über die Seriosität kann man spekulieren. Die tatsächlichen kausalen Auswirkungen lassen sich dann allerdings dann auch nicht immer eindeutig festziehen.
Letztendlich führt gerade die Leitlinie Neuroborreliose an unserem Problem vorbei, bzw. kann es nicht lösen, sowie auch die Abgasnorm der Automobilindustrie nicht unsere Umweltprobleme lösen kann. Da müssten komplett neue Lösungsansätze her.
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