Es handelt sich um eine retrospektive Analyse von Krankenkassendaten. Was da drinnen steht, ist teilweise alles andere als zuverlässig (auch das, was meine Hausarztpraxis da eingetragen hat) und hält einer kritischen Überprüfung nicht immer stand.
In der Studie selbst ist von 63,1 % PTLDS-assoziierten Diagnosen der Fall, bei einer Kontrollgruppe waren es weniger als die Hälfte.
Entscheidend ist ja, dass ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen bleibenden Beschwerden und Borreliose reine Mutmaßung bleibt. Ebenfalls, ob die Borreliosediagnose zutreffend war. Es wäre denkbar, dass es keine Borreliose war und daher die Antibiotikatherapie nichts bringen konnte. Das Argument dagegen wäre allein die Geschlechterverteilung.
Das ist rein methodisch gesehen kaum belastbar und kann höchstens Hinweise für weitere Studien geben.
Das als "weltweit größte Borreliosestudie" zu bezeichnen, von einer vermeintlichen Fachgesellschaft, finde ich ehrlich gesagt alles andere als vertrauenserweckend. Auch dass hier angeblich Patienten in der Studie über was klagten, zeigt dass die Studie anscheinend nicht gelesen wurde. In der Studie hat niemand geklagt (bis auf die Forscher und Computer), das war eine Big-Data-Geschichte, die natürlich auf viele Fallzahlen kommen kann, was nicht unbedingt mit mehr Aussagekraft gleichzusetzen ist.
Markus schrieb:Würde mich schon interessieren, welche Studien das sein sollen:
Leider keine, die einer kritischen Überprüfung standhalten.