In einem neuen Review, das gerade recht viel verlinkt wurde, wird auf die Persistenz von Borreliose in Tieren und Menschen für einen längeren Zeitraum eingegangen.
Leider ist es kein systemisches Review und die Diskussion einiger entscheidender Fragen kommt hier zu kurz. Dass das nicht die hohe wissenschaftliche Schule ist, dürfte einigen bereits dem Namen des korrespondierendem Autors klar werden. Leider werden auch keine Interessenskonflikte offengelegt.
Link zum Volltext:
https://www.scirp.org/journal/paperinfor...rid=149133
Ein Missverständnis ist, dass die offizielle Seite nicht darauf beharrt, dass jede einzelne Borrelie durch Standardantibiotika abgetötet wird, das ist mit Ausnahme vielleicht von Tuberkulose auch nicht das Ziel einer Antibiose und im Zweifelsfall auch nicht wirklich beweisbar. Leider erfolgt hier gerade bei den Studien zu Menschen keinerlei differenzierte Diskussion, die die Knackpunkt anspricht. Es wird nur über die Tierstudien diskutiert, die aufgrund der Tiermodelle nicht so einfach übertragbar sind und am Ende des Tages geht es Patienten auch nicht darum, ob sie noch Borrelien oder Borrelien-Fragmente im Körper haben, sondern darum, dass sie ein symptomfreies, selbstbestimmtes Leben führen können.
Dass es bislang keine methodisch aussagekräftige Studie gibt, die Hinweise darauf gibt, wie man behandelt, wenn Standardantibiosen nicht funktionieren, wird ebenso wenig erwähnt, wie die Tatsache, dass die Patienten, bei denen Borrelien nach Therapie kultiviert worden sind, zum Teil nicht krank waren.
Insgesamt gibt es mehr Tierstudien, wobei diese auch nicht vollständig sind. Die neueren Studien von Lewis, Zhang, Rajadas und Embers, bei denen via PCR und Kultur noch Borrelien gefunden worden sind, wurden nicht aufgelistet, obwohl diese zum Teil auch mehrere Jahre alt sind.
Bei den menschlichen Studien wird bei der Kultur sehr schnell eher dünn, ab 2004 gibt es noch eine Studie, deren Aussagekraft ich anzweifle. Auch hier frage ich mich, ob es sich um eine vollständige Auflistung handelt.
Zumindest fällt auf, dass die erfolgreiche Kultur überwiegend auf den 1990ern und aus Europa stammen (was im übrigen der Verschwörungstheorie zu Plum Island auch widerspricht).
Ganz interessant (Grüße an Filenada) ist der Fallbericht zur persistierenden Infektion in Bändern der Hand aus Deutschland:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8240439/ (Volltext hinter Paywall)
Nach V.a. auf Neuroborreliose mit Augenentzündung (positive IgG AKs) wurde hier mit 6 Wochen Doxy behandelt, wo es zur Besserung kam. 4 Wochen nach Behandlung begannen arthritische Beschwerden in den Fingern und Herzbeschwerden. Es wurden 2 Wochen Ceftriaxon gegeben, die Beschwerden besserten sich. 2 Monate danach kam es zu einer Erneuten Augenentzündung, keine Auffälligkeiten im Liquor und Seronegativität (!). Es wurde nun mit dem Gasser-Schema (Roxithromycin und Cotrim) therapiert. Es kam während der Antibiose zu einer Sehnenscheidenentzündung und einem Schnappfinger, der operiert wurde. Bei der Operation wurde eine Gewebeprobe aus einem Band entnommen und Borrelien konnten kultiviert werden, obwohl die humorale Immunantwort inzwischen negativ war, mehrere Antibiosen erfolgten und es der Patientin auch nach der Operation wohl besser ging was den Schnappfinger angeht, jedoch ein teilweiser Sehverlust blieb. Die Patientin hatte den HLA-DR Subtyp, der mit einem schlechten Ansprechen auf Antibiotika bei Lyme-Arthritis assoziiert ist.
Die Frage ist ja, warum gelang in den letzten 15 Jahren keine Kultur mehr, die Therapien haben sich ja nicht wirklich verändert, vom Gasser-Schema mal abgesehen. Hat man das nicht häufig genug versucht? Fragen über Fragen. Zumindest ist dieser geschilderte Fallbericht nicht sehr weit weg von der ein oder anderen Patientengeschichte.
Zwar wird das Persistieren von Borrelien in Sehnen und Bändern oft in Lymeland diskutiert und auch angenommen, außerhalb spielt es leider keine wirkliche Rolle und es gibt auch extrem wenige Studien diesbezüglich. Daher fand ich den Fallbericht sehr interessant und wäre auch ehrlich an einer Einordnung von der offiziellen Seite interessiert.
Leider ist es kein systemisches Review und die Diskussion einiger entscheidender Fragen kommt hier zu kurz. Dass das nicht die hohe wissenschaftliche Schule ist, dürfte einigen bereits dem Namen des korrespondierendem Autors klar werden. Leider werden auch keine Interessenskonflikte offengelegt.
Zitat:Abstract:
Die chronische Lyme-Borreliose (CLD) ist nach wie vor eine umstrittene Erkrankung. Die Kontroverse beruht auf einer tiefgreifenden Meinungsverschiedenheit über das Vorliegen einer persistierenden Infektion mit dem Lyme-Spirochäten Borrelia burgdorferi und die Fähigkeit dieser persistierenden Infektion, bei Patienten, die nicht oder nur unzureichend gegen die Spirochätenerkrankung behandelt werden, chronische Symptome zu verursachen. Auf der Grundlage einer Auswertung der medizinischen Fachliteratur haben wir 56 Studien identifiziert, die die Persistenz von B. burgdorferi bestätigen. In diesem Artikel fassen wir Erkenntnisse aus Tiermodellen und Studien am Menschen zusammen, die eine persistente Spirochäteninfektion als Ursache der CLD belegen. Insbesondere haben direkte und funktionelle Tests unter Verwendung von Kulturen, Histologie und Xenodiagnose lebensfähige Organismen nach einer Antibiotikatherapie nachgewiesen, und die potenzielle Rolle von Zysten (L-Formen) und Biofilmen in diesem Prozess wird untersucht. Zukünftige Studien sind erforderlich, um den Mechanismus der persistierenden Infektion bei CLD zu untersuchen.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Link zum Volltext:
https://www.scirp.org/journal/paperinfor...rid=149133
Ein Missverständnis ist, dass die offizielle Seite nicht darauf beharrt, dass jede einzelne Borrelie durch Standardantibiotika abgetötet wird, das ist mit Ausnahme vielleicht von Tuberkulose auch nicht das Ziel einer Antibiose und im Zweifelsfall auch nicht wirklich beweisbar. Leider erfolgt hier gerade bei den Studien zu Menschen keinerlei differenzierte Diskussion, die die Knackpunkt anspricht. Es wird nur über die Tierstudien diskutiert, die aufgrund der Tiermodelle nicht so einfach übertragbar sind und am Ende des Tages geht es Patienten auch nicht darum, ob sie noch Borrelien oder Borrelien-Fragmente im Körper haben, sondern darum, dass sie ein symptomfreies, selbstbestimmtes Leben führen können.
Dass es bislang keine methodisch aussagekräftige Studie gibt, die Hinweise darauf gibt, wie man behandelt, wenn Standardantibiosen nicht funktionieren, wird ebenso wenig erwähnt, wie die Tatsache, dass die Patienten, bei denen Borrelien nach Therapie kultiviert worden sind, zum Teil nicht krank waren.
Insgesamt gibt es mehr Tierstudien, wobei diese auch nicht vollständig sind. Die neueren Studien von Lewis, Zhang, Rajadas und Embers, bei denen via PCR und Kultur noch Borrelien gefunden worden sind, wurden nicht aufgelistet, obwohl diese zum Teil auch mehrere Jahre alt sind.
Bei den menschlichen Studien wird bei der Kultur sehr schnell eher dünn, ab 2004 gibt es noch eine Studie, deren Aussagekraft ich anzweifle. Auch hier frage ich mich, ob es sich um eine vollständige Auflistung handelt.
Zumindest fällt auf, dass die erfolgreiche Kultur überwiegend auf den 1990ern und aus Europa stammen (was im übrigen der Verschwörungstheorie zu Plum Island auch widerspricht).
Ganz interessant (Grüße an Filenada) ist der Fallbericht zur persistierenden Infektion in Bändern der Hand aus Deutschland:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8240439/ (Volltext hinter Paywall)
Nach V.a. auf Neuroborreliose mit Augenentzündung (positive IgG AKs) wurde hier mit 6 Wochen Doxy behandelt, wo es zur Besserung kam. 4 Wochen nach Behandlung begannen arthritische Beschwerden in den Fingern und Herzbeschwerden. Es wurden 2 Wochen Ceftriaxon gegeben, die Beschwerden besserten sich. 2 Monate danach kam es zu einer Erneuten Augenentzündung, keine Auffälligkeiten im Liquor und Seronegativität (!). Es wurde nun mit dem Gasser-Schema (Roxithromycin und Cotrim) therapiert. Es kam während der Antibiose zu einer Sehnenscheidenentzündung und einem Schnappfinger, der operiert wurde. Bei der Operation wurde eine Gewebeprobe aus einem Band entnommen und Borrelien konnten kultiviert werden, obwohl die humorale Immunantwort inzwischen negativ war, mehrere Antibiosen erfolgten und es der Patientin auch nach der Operation wohl besser ging was den Schnappfinger angeht, jedoch ein teilweiser Sehverlust blieb. Die Patientin hatte den HLA-DR Subtyp, der mit einem schlechten Ansprechen auf Antibiotika bei Lyme-Arthritis assoziiert ist.
Die Frage ist ja, warum gelang in den letzten 15 Jahren keine Kultur mehr, die Therapien haben sich ja nicht wirklich verändert, vom Gasser-Schema mal abgesehen. Hat man das nicht häufig genug versucht? Fragen über Fragen. Zumindest ist dieser geschilderte Fallbericht nicht sehr weit weg von der ein oder anderen Patientengeschichte.
Zwar wird das Persistieren von Borrelien in Sehnen und Bändern oft in Lymeland diskutiert und auch angenommen, außerhalb spielt es leider keine wirkliche Rolle und es gibt auch extrem wenige Studien diesbezüglich. Daher fand ich den Fallbericht sehr interessant und wäre auch ehrlich an einer Einordnung von der offiziellen Seite interessiert.
The elm, the ash and the linden tree
The dark and deep, enchanted sea
The trembling moon and the stars unfurled
There she goes, my beautiful world

