Doxycycline vs. Ceftriaxon bei mulitplen EM
#1

Eine neue Studie aus Slowenien:

Orales Doxycyclin (200 mg) für 14 Tage wurde mit intravenösem Ceftriaxon (2 g) bei 200 erwachsenen europäischen Patienten mit multiplen Erythema migrans (EM) in einer Open-Label-Beobachtungsstudie verglichen. Das Behandlungsergebnis wurde nach 14 Tagen und nach 2, 6 und 12 Monaten nach der Einschreibung erfasst. Unspezifische Symptome bei Patienten und 192 Kontrollpersonen ohne Lyme-Borreliose wurden ausgewertet und verglichen.

Nach 12 Monaten zeigten 4/82 (4,9%) der Patienten, denen Doxycyclin verordnet wurde, und 6/88 (6,8%) derer, denen Ceftriaxon verordnet wurde, eine unvollständiges Ansprechen auf die Behandlung, die sich überwiegend als Post-Lyme-Symptome manifestierte.

Die Häufigkeit unspezifischer Symptome bei den Patienten war ähnlich wie bei der Kontrollgruppe.

36,5 % der Ceftriaxon- und 23 % der Doxycyclin-Gruppe hatten Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten im Labor.

Bei 5 von 194 multiple-EM-Patienten konnten Borrelien aus Blut kultiviert werden (bei Hauptbiopsien gelang dies bei 54,7 % der Patienten).
Je knapp ein Drittel der Patienten erinnerten sich an einen Zeckenstich.
42 (Doxy) und 45 (Ceftriaxon) der Patienten litten unter Komorbiditäten.

Volltext:
https://academic.oup.com/jac/advance-art...34/4828186

"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts."
Bertrand Russell
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#2

Aus #1
brauche mal eine Denkhilfe.
Zitat:Bei 5 von 194 multiple-EM-Patienten konnten Borrelien aus Blut kultiviert werden
Interpretiere ich das richtig?
Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um Infektionen der Patienten in der Frühphase der Borreliose handelt.
http://www.labor-enders.de/244.98.html



Zitat:42 (Doxy) und 45 (Ceftriaxon) der Patienten litten unter Komorbiditäten.
Daher wird auch von Doppel- oder Mehrfachdiagnose gesprochen. Sind bei einem Patienten sehr viele zusätzliche Diagnosen vorhanden, bezeichnet man dies als Multimorbidität. Komorbiditäten können, müssen aber nicht – im Sinne einer Folgeerkrankung – ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängen.
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#3

fischera schrieb:Interpretiere ich das richtig?
Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um Infektionen der Patienten in der Frühphase der Borreliose handelt.
Multiple Erythema migrans=disseminiertes Frühstadium. Also das Stadium, in dem man am ehesten Erfolg im Blut hat, weil die Erreger sich ausbreiten.
Die Quote von 5 aus 194 deckt sich mit den meisten Studien dazu. Einerseits, weil Borrelien nicht gerne im Blut sind, andererseits, weil vergleichsweise wenig Bakterien bei einer Infektion da sind.

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Thanks given by: fischera


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