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Medikamente gegen Bartonellen Persister
#1

Nach mehreren Jahren Forschung zu Borrelienpersistern, hat die Forschungsgruppe um Ying Zhang der Johns-Hopkins-Universität nun erstmals Bartonellen unter das Mikroskop genommen.

Gängige Antibiotika sind zwar effektiv bei der Phase des exponentiellen Wachstums (Azi, Doxy, Rifampicin...), jedoch weniger wirksam bei der stationären Phase. Dies könnte auch die Diskrepanz zwischen der klinischen Wirksamkeit der Medikamente bei gleichzeitiger Wirkung in bisherigen Laborstudien erklären.
Es wurden einige Antibiotika identifiziert, die bei Bartonellen der stationären Phase effektiver sind, als gängige Antibiotika. Nach Berücksichtigung der maximal erreichbaren Serumkonzentration blieben noch 6 Antibiotika übrig: Pyrvinium pamoate, Methylene blue, Daptomycin (auch bei Borrelien-Persistern bei der Zhanggruppe sehr effektiv), Clotrimazole, Gentamicin, und Streptomycin.

Es ist möglich, dass diese Medikamente nur in Kombination sinnvoll sind, auch um Resistenzen zu vermeiden.
In weiteren Studien sollen Kombinationen erforscht werden und später auch Versuche im Tiermodell erfolgen. Zwar wurde nur B. henselae untersucht, es wird vermutet, dass sich die Ergebnisse auch auf andere Bartonellen-Stämme übertragen lassen.


Deep L Übersetzung schrieb:Bartonella henselae kann verschiedene Infektionen beim Menschen verursachen, die von gutartigen und selbstlimitierenden Krankheiten über schwere und lebensbedrohliche Krankheiten bis hin zu schwer behandelbaren persistenten Infektionen reichen. Um wirksamere Behandlungen für persistente Bartonella-Infektionen zu entwickeln, haben wir in dieser Studie einen Hochdurchsatz-Screen einer von der FDA zugelassenen Arzneimittelbibliothek gegen stationäre Phase B. henselae mit dem SYBR Green I/Propidiumiodid (PI)-Tauglichkeitstest durchgeführt. Wir identifizierten 110 Medikamentenkandidaten, die eine bessere Aktivität gegen stationäre Phase B. henselae als Ciprofloxacin hatten, und unter den Top 52 der getesteten Medikamentenkandidaten wurden 41 Medikamente mikroskopisch bestätigt, um eine höhere Aktivität als das aktuelle Frontlinienantibiotikum Erythromycin zu haben. Zu den identifizierten Top-Medikamenten gehören Pyrviniumpamoat, Daptomycin, Methylenblau, Azol-Medikamente (Clotrimazol, Miconazol, Sulconazol, Econazol, Oxiconazol, Butoconazol, Bifonazol), Aminoglykoside (Gentamicin und Streptomycin), Amikacin, Kanamycin), Amifostin (Ethyol), antivirales Lopinavir/Ritonavir, Colistin, Nitroxolin, Nitrofurantoin, Verteporfin, Pentamidin, Berberin, Aprepitant, Olsalazin, Clinafloxacin und Clofoctol. Pyrviniumpamoat, Daptomycin, Methylenblau, Clotrimazol, Gentamicin und Streptomycin bei ihrer jeweiligen maximalen Medikamentenkonzentration im Serum (Cmax) hatten die Fähigkeit, stationäre Phase B. henselae nach 3-tägiger Medikamentenbelastung in Subkulturstudien vollständig zu eliminieren. Während die derzeit verwendeten Medikamente zur Behandlung der Bartonellose, einschließlich Rifampin, Erythromycin, Azithromycin, Doxycyclin, Doxycyclin und Ciprofloxacin, eine sehr niedrige minimale Hemmkonzentration (MIC) gegen das Wachstum von B. henselae aufwiesen, hatten sie eine relativ geringe Aktivität gegen stationäre Phase B. henselae, mit Ausnahme von Aminoglykosiden. Die identifizierten FDA-zugelassenen Wirkstoffe mit Wirksamkeit gegen stationäre Phase B. henselae sollten die Entwicklung effektiverer Therapien für persistente Bartonella-Infektionen erleichtern.

Volltext:
https://www.mdpi.com/2079-6382/8/2/50

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#2

Zweite Studie der Zhang-Gruppe, dieses Mal wurde die Wirkung ätherischer Öle auf Bartonellen untersucht.

Zitat: Abstrakt
Bartonella henselae ist ein anspruchsvolles gramnegatives intrazelluläres Bakterium, das Katzenkratzerkrankungen, Endokarditis bei Mensch und Tier sowie andere Komplikationen verursachen und zu akuten oder chronischen Infektionen führen kann. Die derzeitige Behandlung von Bartonella-Infektionen ist aufgrund der Antibiotikaresistenz und auch der Persistenz nicht sehr effektiv. Um bessere Therapien für persistente und chronische Bartonella-Infektionen zu entwickeln, haben wir in dieser Studie mit Hilfe des SYBR Green I/PI Viability Assay ein Hochdurchsatz-Screening einer ätherischen Ölbibliothek gegen stationäre Phase B. henselae durchgeführt. Wir haben 32 ätherische Öle mit hoher Aktivität identifiziert, darunter vier ätherische Öle aus Zitruspflanzen, drei aus Origanum, drei aus Cinnamomum, zwei aus Pelargonium und zwei aus Melaleuca, sowie Weihrauch, Ylang Ylang, Tannennadel, Bergbohnenkraut (Winter), Zitronella, Minze, Elemi, Vetiver, Nelkenknospe, Piment und ätherische Öle aus Zedernholz. Die Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration (MIC) dieser 32 Top-Treffer zeigte, dass sie nicht nur gegen die stationäre Phase der nicht wachsenden B. henselae aktiv waren, sondern auch eine gute Aktivität gegen die logarithmische Phase der B. henselae. Die Zeit-Tötungskurve durch den Drogentest zeigte 13 aktive Treffer, darunter ätherische Öle von Oregano, Zimtrinde, Bohnenkraut (Winter), Zimtblatt, Geranie, Nelkenknospe, Piment, Geranienbourbon, Ylang Ylang Ylang, Zitronella, Elemi und Vetiver, die alle stationären Zellen der Phase B. henselae innerhalb von 7 Tagen bei einer Konzentration von 0,032% (v/v) vernichten konnten. Zwei Wirkstoffe, Carvacrol und Zimtaldehyd, aus ätherischen Ölen der Oregano- bzw. Zimtrinde, erwiesen sich als sehr aktiv gegen stationäre Phase B. henselae, so dass sie in der Lage waren, alle Bakterienzellen auch bei der Konzentration ≤ 0,01% (v/v) zu vernichten. Unser Fund von aktiven ätherischen Ölen kann helfen, effektivere Behandlungen für anhaltende Bartonella-Infektionen zu entwickeln.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator
Link zum Volltext:
https://www.preprints.org/manuscript/201910.0178/v1

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Thanks given by: Markus , micci , Boembel , Sabine , AnjaM
#3

An Valtuille,
danke für diese Infos. Das passt zu meinen Erfahrungen, dass zahlreiche Kombis von Makroliden mit Rifampicin oder zusätzlich Tinnidazol, Doxycyclin und selbst Flourchinolone keine vollständiges Beseitigen der Erreger bewirkt haben (sechs Jahre Therapie!) Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt nach zwei Jahren Antibiose-Pause, an dem ich handeln möchte und brauche eine Therapie.
Ich denke, ich versuche Cotrim und Rifampicin. Vielleicht Artemisia und Rizole hinzunehmen?
Alle Ärzte, selbst die in D sehr bekannten, haben Fehler in der Behandlung gemacht. Ich glaube, man muss selbst seinen Weg suchen. Versuch und Irrtum. Bist du Arzt?
Bin dankbar für jeden Tipp.
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Thanks given by:
#4

(19.10.2019, 13:16)Andrea1 schrieb:  Das passt zu meinen Erfahrungen, dass zahlreiche Kombis von Makroliden mit Rifampicin oder zusätzlich Tinnidazol, Doxycyclin und selbst Flourchinolone keine vollständiges Beseitigen der Erreger bewirkt haben (sechs Jahre Therapie!)
Vielleicht stimmt die Diagnose auch nicht? Oder woher nimmst du die Gewissheit, dass deine Probleme von Bartonellen kommen?

(19.10.2019, 13:16)Andrea1 schrieb:  Ich denke, ich versuche Cotrim und Rifampicin.
Würde ich nicht. Das Rifa drückt den Wirkspiegel von dem Trimethoprim stark runter, sodass man davon ausgehen sollte, dass hier keine wirksamen Spiegel mehr gehalten werden können. Rifa würde ich allenfalls mit Azithromycin kombinieren, fast alle anderen Wirkstoffe werden zu stark beeinflusst.
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Thanks given by: micci , borrärger , Valtuille
#5

(19.10.2019, 13:42)Markus schrieb:  
(19.10.2019, 13:16) schrieb:  
Würde ich nicht. Das Rifa drückt den Wirkspiegel von dem Trimethoprim stark runter, sodass man davon ausgehen sollte, dass hier keine wirksamen Spiegel mehr gehalten werden können.

Umgekehrt: Cotrim verlangsamt die Verstoffwechslung von Rifampicin (ich meine dies steht im Beipack oder der Fachinfo). Als ich Cotrim zu meiner Rifampicin - Therapie hinzunahm, verbesserte sich die sehr schleichend positive Wirkung "um eine Stufe".

LG
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Thanks given by:
#6

(19.10.2019, 17:43)magihe schrieb:  Cotrim verlangsamt die Verstoffwechslung von Rifampicin
Das kann möglicherweise zusätzlich sein. Dennoch senkt das Rifa den Wirkspiegel von Trimethoprim deutlich ab, z.B. hier:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11600390 schrieb:Statistisch signifikant waren 47 bzw. 23% weniger Trimethoprim- und Sulfamethoxazol-Mittelwerte unter der Konzentrationszeitkurve von 0 bis 24 h (AUC(0-24)) nach Verabreichung von Rifampin zu beobachten.
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Thanks given by:
#7

....stelle ich nicht in Frage. Die Einahme habe ich ausschließlich wegen der beobachteten Wirkverstärkung beibehalten.

LG
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Thanks given by:
#8

Von Herzen danke für den Hinweis. Es ist unglaublich, dass einer der bekanntesten Ärzte überhaupt in Deutschland mir vor zwei Jahren die Kombi Clarythromycin und Rifampicin geraten hat. Ich habe das als Infusion über Wochen durchgeführt. Erst danach habe ich gelesen ,dass Rifa die Wirkung herabsetzt auf 10 %. Er wusste das genau, als ich ihn darauf hinwies.
Ich habe eine positive Serologie auf Bartonella henselae. Die Symptome, insbesondere die neurologischen, passen gut. auch subkutane Hautknoten sind ein Symptom. Wenn ich nur einen Arzt finden würde, der sich damit auskennt.Kann man Cotrim und Clarythromycin zusammen einnehmen?
Valtuille : Danke für die Ergebnisse der Studie, aber hat jemand schon einmal Streptomycin oder Gentamycin eingenommen. Oder etwa Daptamycin? Für mich alles neu.
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Thanks given by:
#9

(19.10.2019, 19:08)Andrea1 schrieb:  Er wusste das genau, als ich ihn darauf hinwies.
Das Problem ist, dass die meisten Ärzte wenig bis keine Ahnung von solchen Sachen haben. Gilt wohl auch für die Spezis. Ich hab mir schon öfters gedacht, dass wenn ein KFZ-Mechaniker von seinem täglichen Handwerkszeug so viel oder wenig verstünde wie die meisten Ärzte von dem ihrigen, dann würde keiner mehr sein Auto in eine KFZ-Werkstatt bringen, sondern versuchen das selbst hinzufrickeln.

(19.10.2019, 19:08)Andrea1 schrieb:  Ich habe eine positive Serologie auf Bartonella henselae.
Was heißt positiv? IgG oder IgM? Und welches Labor? Ich rate mal: DCL?

(19.10.2019, 19:08)Andrea1 schrieb:  Kann man Cotrim und Clarythromycin zusammen einnehmen?
Cotrim kann evtl Auswirkungen aufs EKG haben und Clarithromycin ist bekannt dafür. Da wäre ich zumindest vorsichtig. Wieso machst du nicht Azi + Rifa? Azi ist auch ein Makrolid wie das Clari.

(19.10.2019, 19:08)Andrea1 schrieb:  hat jemand schon einmal Streptomycin oder Gentamycin eingenommen. Oder etwa Daptamycin?
Gentamicin und vermutlich auch Streptomycin und Daptomycin wirken nicht intrazellulär, wo die Bartonellen ja sein müssten. Von daher erschließt sich mir nicht, wie diese Wirkstoffe überhaupt wirksam sein sollen in der Realität. Im Labor kann man ja alles zusammenmischen.

Towanda weiß da evtl mehr dazu?!
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Thanks given by: Valtuille
#10

IgG war positiv schon 2011 in der DKD in Wiesbaden, auch im Labor IMD Berlin. Ich weiß, dass das nicht auf eine akute Infektion hindeutet. Man hat mir aber eindeutig gesagt, dass die Symptome so klar sind, dass es nur Bartonella sein kann.
Ich werde diese Woche eine Professorin aufsuchen, eine Hautärztin und dann weitersehen. Falls ich nicht weiterkomme, nehme ich Cotrim ein. Hat mir aus diesem Forum jemand geraten. Frage ist nur, welches Antibiotikum dazu? Azi und Rifa habe ich oft eingenommen, auch Clarythr. Doxy, Minoc.,Flourchinolone, Metro, Tinid...... Kein endgültiger Erfolg. Ein Gespräch mit dem Borreliosezentrum steht noch an. Danke für den Tipp, dass die o.g. Antibiotika nicht intrazellulär wirken.
So langsam bin ich bereit, den Flug nach Amerika anzutreten. Bin 10 Jahre krank und niemand in D kann einen vollständig heilen. Traurig!

Man muss seinen Weg finden.
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