Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Gepulste Therapie
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Hi
Im Kl Video sind mehre Studien über Biofilm.

Auch Dr. Schw spricht nun davon das man das 1000 an AB braucht damit ABS an die Bakterien in Biofilm ran kommt nicht schön das ganze.

Bsp bin Schwerhöhrig das einiziste was geholfen hat ist Serrapeptase 80.000 gegen den Biofilm frage aber nicht das Zeut macht Herx und ist relativ billig so ca 7 Euros im Monat.

Hat schon jemand den Biofilm Therapiert ?

Hausel
Zitat:hat der Körper einen erhöhten Eiweißbedarf wenn er sich einer Infektion erwehren muss.
Ob da eine Vegetarische Ernährung wirklich das Richtige ist?

@Huwe: Danke für die Mühe, die Du Dir mit dem langen Beitrag gemacht hast, auch wenn ich in Teilen Einwände hätte, z.B. daß man auch mit Borreliose niemals Nährstoffergänzungen braucht, wenn man sich gesund ernährt.
Aber in dieser Aussage von Dir hast Du offenbar vegetarisch mit vegan verwechselt. Eiweiß findet sich in tierischen Erzeugnissen, nicht nur in Fleisch. Da Vegetarier Milchprodukte und Eier essen, kann man damit absolut jeden Bedarf decken, Eiweiß inklusive.
Ich verzichte seit Jahren auf Fleisch und hatte nie einen Mangel an irgendwas, bis auf jetzt zum ersten Mal leichten Vitamin D - Mangel, aber das liegt entweder an den Borrelien oder trotz der vielen Stunden draußen am langen trüben Winter.
(08.03.2013, 19:08)huwe17 schrieb: [ -> ]Filenada, du schreibst in Beitrag #29 dass bei Antibiotikapausen von nicht mal einer Woche sofort wieder Gelenk-, Muskel-, Sehnenschmerzen aufgetreten sind, worauf Klaus verwundert war da Borrelien sich ja recht langsam vermehren.
Viele hier im Forum bei denen eine Antibiotikatherapie Symptomlinderung brachten, berichten über eine allmähliche Symptomverschlechterung über Wochen, und nicht über Tage.
Wenn die Symptome nach solch kurzer Zeit wiederkehren, könnte gerade dies, meinem Verständnis nach, für einen Immunsupressiven Effekt der Antibiotika sprechen.
Ich habe auch nicht geschrieben dass Antibiotika einen sooooo Immunsupressiven Effekt haben, sondern dass sie einen haben. ;-)
Und auch, dass es Antibiotika gibt (Makrolide) die gezielt bei der cystischen Fibrose als Immunsupressiva eingesetzt werden.


Gruß Huwe

Uwe, ich denke man kann nicht alles ueber einen Kamm scheren und Aepfel mit Birnen vergleichen. Man muss schon sehr genau differenzieren und beachten, welche Co-Infektionen bei jedem einzelnen im Spiel sind. Vllt. sind bei Filenada noch andere Erreger dabei, die sich wesentlich schneller vermehren als Borrelien (Barts, Chlamydien etc.) und deshalb wesentlich schneller wieder Symptome verursachen.

Ich kann das auch bei mir beobachten, dass ich wenige Tage nach Absetzen der ABs schon wieder Symptome bekomme (vermutlich Chlamydien). Eine Verwandte, die nur Borreliose ohne Co-Infektionen hatte, sprach von wesentlich laengeren Zeitraeumen von "Symptomfreiheit", bevor sich dann die Krankheit zurueckmeldet. Bei ihr war die Sache auch mit 25 Tagen Mino & Quensyl erledigt und sie hat seit einigen Jahren Remission.

ABs sind sicherlich entzuendungshemmend, allerdings halte ich die Theorie von Autoimmunprozessen und ABs als Entzuendungshemmer bei Borreliose & Co eher als eine Verlegenheitsargumentation mancher Wissenschaftler, weil sie von Co-Infektionen und Erregerpersistenz nichts wissen, dies bewusst ignorieren oder es sich evtl. um ganz andere, noch unbekannte Mechanismen handelt. Ausser Frage stehen natuerlich irreversible Schaeden, die von Bakterien angerichtet wurden und natuerlich durch keine AB-Kombination wieder repariert werden koennen. Meine persoenliche Meinung... mag aber total daneben liegen.
Zitat:Vllt. sind bei Filenada noch andere Erreger dabei, die sich wesentlich schneller vermehren als Borrelien (Barts, Chlamydien etc.) und deshalb wesentlich schneller wieder Symptome verursachen.

Du liegst richtig mit Deiner Annahme. Ich weiß nicht, gegen wen ich noch kämpfe Icon_steckenpferd , wer überhaupt noch da ist, da alle meine Untermieter Gelenkprobleme verursachen können - Borrelien, Bartonellen, Chlamydien pneu. & tracho., Yersinien, Brucellen, Mykoplasmen.
Hallo edbo,

mal angenommen das Immunsystem ist unter einer Antibiotikatherapie downreguliert, so dass etlich Zytokine wie beispielsweise (IL=Interleukin) IL-1ß, IL-6, IL-8 und TNFα (Tumornekrosefaktor) supprimiert sind,

(Makrolide machen dies wie hier bei Roche nachzulesen ist.
http://www.roche.de/muko/kongresse/norda...roemme.pdf
Wie genau beispielsweise Tetrazykline das Immunsystem supprimieren, dazu habe ich keine Informationen im Netz gefunden, könnte mir jedoch vorstellen dass sie ähnlich wirken.)

würden doch diese Zytokine nach Absetzen der Antibiose wieder ansteigen.
IL-1β und IL-6 gemeinsam mit dem Tumornekrosefaktor α haben, lt. Wikipedia und auch anderen Quellen, systemische Wirkungen. Hierzu zählen z.B. die Auslösung von Fieber sowie generalisierte Durchblutungs- und Permeabilitätsteigerungen (wird auch als Flush bezeichnet)". Fieber und Permeabilitätssteigerungen sind mit die Leitsymptome der Jarrisch-Herxheimer-Reaktion.
Habe ich hier schon mal erläutert.
Die Ursache für die Herxheimer-Reaktion im Rahmen einer antibiotischen Behandlung wird bislang auf eine Reaktion des Komplementsystems auf den Zerfall von Bakterien, insbesondere von Spirochäten, zurückgeführt. D. Hassler, ein Borreliose-Spezialist, führt an, dass diese Reaktion mit großer Wahrscheinlichkeit durch die Freisetzung von Tumornekrosefaktor (TNF) oder Interleukin-1 (IL-1) aus stimulierten Makrophagen ausgelöst wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jarisch-Her...r-Reaktion
Wenn nun viele der Krankheitssymptome (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsprobleme, Gelenk- und Gliederschmerzen) bei Infektionskrankheiten (Grippe, Mumps, Masern, Scharlach...)gar nicht von den Erregern alleine, sondern von Zytokinen (den Botenstoffen des Immunsystems) mitverursacht werden, worauf vieles hindeutet, dann so meine ich würde es schon eine Symptomverstärkung nach Antibiotikatherapie erklären. In der Weise nähmlich dass das Immunsystem nach seiner Unterdrückung erstmal Überbordend reagiert, geschwächte Borrelien beseitigt die es in seinem durch die Antibiose gelähmten Zustand nicht abtöten konnte, und sich nach 2-3 Wochen allmählich einreguliert.
Hier im Forum wird es ja auch von einigen Betroffenen beschrieben dass nach Antibiotikatherapie erst mal eine Symptomverstärkung eintritt, die nach 2-3 Wochen dann abklingt mit einer deutlichen Remission.
(Remission bedeutet in der Medizin das temporäre oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen körperlicher bzw. psychischer Natur, jedoch ohne Erreichen der Genesung)Wikipedia
Viele Antibiotika benötigen das Immunsystem um Bakterien abzutöten, nimmt man diese dauerhaft ein behindern sie sich durch ihre immunsuppresive Wirkung möglicherweise selbst.
Haufig lese ich dass beispielsweise Azithromycin gepulst eingenommen wird, 3-4 Tage Azithromyzin anschließend 3 Tage Pause.
3 x 24 std = 72
Azithromycin hat aber eine sehr sehr lange Halbwertszeit von 40 std, ist also nach 72 std noch nicht einmal auf ein viertel des höchsten Plasmaspiegels abgefallen, bis dann wieder Azithromycin genommen wird.
Ich bezweifle dass man da von einer Gepulsten Therapie sprechen kann.
Zumal am Ende des 2. AB-Zyklus noch immer etwa 1/16 des Wirkstoffes aus dem ersten vorhanden ist.

KUF den Beas-Liebling in Beitrag #20 zitierte nimmt lt. eigener Schrift
Doxycyclin 300mg - 100mg - 100mg - 100mg - 100mg - 100mg im Abstand von 8 stunden alle vier Wochen.
Da Minocyclin ebenfalls ein Tetracyclin ist, noch dazu bedeutend Liquorgängiger sein soll als Doxycyclin müsste ein ähnliches Schema damit auch möglich sein.
Ist das Festhalten an irgendwelchen Protokollen und Schemata, derer es ja viele gibt, überhaupt so wichtig.
Oder ist es möglicherweise Sinnvoller symptombezogen zu therapieren.
So ist auch die Einnahmepraxis von KUF zu hinterfragen, ob diese Sinnvoll ist wenn keine beträchtliche Remission vorliegt, oder ob man den Intervall bei starker Symptomatik nicht auf wöchentlich, 10 oder 14 tägig verringert.
Kann es möglicherweise kontraproduktiv sein wenn man bei starken Herxheimer Reaktionen bis an die Exodusgrenze weitertherapiert?
Oder ist vielmehr eine Pause angezeigt?

Das sind natürlich alles Thesen, und ich erhebe selbstverständlich keinen wissenschaftlichen Anspruch auf meine Ausführungen, zumal das ganze in der einen oder anderen Form im Netz und auch hier im Forum zu finden ist.
Doch ist es für mich mit die plausibelste Erklärung der Symptomverschlechterung nach AB Therapie oder auch des häufig ausbleibenden Erfolges nach Langzeittherapien mit Antibiiotika.
Eine These ist ein Gedanke oder Satz, dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf. ...Eine wissenschaftliche Form der These ist die Hypothese.

In der Medizin werden ganze Krankheitsbilder mit Hypothesen erklärt und Therapien entwickelt, welche Milliarden in die Kassen der Pharmaindustie spülen. Einmal etabliert halten Sie sich mit Hilfe der Medien hartnäckig im Bewußtsein der Bevölkerung und der Ärzteschaft.
Bei Alzheimer z.B. die Amyloidplaquehypothese welche das massenhafte verschreiben von Acetylcholinesterase-Hemmer rechtfertigt obwohl deren Wirkung selbst in Fachkreisen mehr als Umstritten ist und die Nebenwirkungen derer Symptomatik aufweisen die sie eigentlich beheben sollen.
Oder auch Serotoninhypothese bei Depressionen welche die Selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) hervorbrachte, die ebenfalls äußerst umstritten sind was ihre Wirksamkeit angeht.

@ hanni,
das mußte noch raus. ;-)


Gruß,

Huwe.
Zitat:Azithromycin hat aber eine sehr sehr lange Halbwertszeit von 40 std, ist also nach 72 std noch nicht einmal auf ein viertel des höchsten Plasmaspiegels abgefallen, bis dann wieder Azithromycin genommen wird

Bloß mal eine dumme Frage zu einem Auszug ......

Sage mal bitte? Halbwertzeit von 40 Stunden, somit wäre der Wirkstoffspiegel nach 80 Stunden bei null..... und bei 60 Stunden bei einem viertel.
Oder verstehe ich da etwas nicht richtig?

LG Rosa
Hallo in die Runde,
ich verfolge den treat nun schon länger und bin durch einen Auszug aus Huwas letztem Beitrag mal wieder auf eine Frage gestoßen, die mir schon länger im Hirn rumgeistert.

Zitat Huwe: (Klappt mal wieder nicht bei mir normal zu zitieren...)
"KUF den Beas-Liebling in Beitrag #20 zitierte nimmt lt. eigener Schrift
Doxycyclin 300mg - 100mg - 100mg - 100mg - 100mg - 100mg im Abstand von 8 stunden alle vier Wochen.
Da Minocyclin ebenfalls ein Tetracyclin ist, noch dazu bedeutend Liquorgängiger sein soll als Doxycyclin müsste ein ähnliches Schema damit auch möglich sein.
Ist das Festhalten an irgendwelchen Protokollen und Schemata, derer es ja viele gibt, überhaupt so wichtig.
Oder ist es möglicherweise Sinnvoller symptombezogen zu therapieren.
So ist auch die Einnahmepraxis von KUF zu hinterfragen, ob diese Sinnvoll ist wenn keine beträchtliche Remission vorliegt, oder ob man den Intervall bei starker Symptomatik nicht auf wöchentlich, 10 oder 14 tägig verringert." Zitatende

Also mich würde interessieren, wie es mit Mino geht zu pulsen? Hat jemand das schonmal ausprobiert ? Meine Hauptfrage geht da zu den bekannten Minonebenwirkungen, Kopfschmerz und Schwindel und dem Einschleichen, was ja sonst empfohlen wird.

Beim Pulsen hingegen geht es ja um relative hohe Dosen über einen kürzeren Zeitpunkt...
Ganz praktisch: ich habe noch einige Minopackungen, und Doxy ist z.Z etwas schwieriger zu bekommen, wird von den Herstellern gerade nicht an die Apotheken GRs geliefert, warum..wer weiß, vielleicht hängt es mit dem gerade aufgeflogenen Skandal in der griechischen Pharmaklüngelei zusammen, es soll illegal viel exportiert worden sein, seit hier die Preise gefallen sind.

LG bineroda
Danke fuer deinen Beitrag, Uwe. Von Zytokinen und entzuendlichen Prozessen habe ich leider nur wenig Ahnung, deswegen kann ich da nicht so gut mitreden.Wink Was ich aber in meinem urspruenglichen Post sagen wollte ist, dass meiner Meinung nach die derzeit uebliche wissenschaftliche Erklaerung hinkt, dass es vielen Leuten unter ABs nur deshalb besser geht, weil durch ABs ihre Entzuendung gelindert wird. Von Placebo-Effekt ist ja auch oft die Rede. Ich glaube allerdings, dass noch aktive Erreger im Spiel sind.

Warum...

1. Mit dem Entzuendungs-Modell laesst sich z.B. nicht erklaeren, warum es Leuten monate- oder jahrelang gut geht, um dann wieder einen "Rueckfall" zu erleben und dieselben oder sogar unter mehr Symptomen als vorher zu leiden. Warum sollten sich auf einmal neue Bereiche entzuenden, ohne dass Erreger vorhanden sind? Ich glaube schon, dass es bei vielen Krankheiten zum Weiterbestehen und evtl. langsamen Abklingen von Entzuendungen kommt, aber nur bei Borreliose & Co kommt es zum Wiedererstarken der Entzuendung. Das macht mich stutzig. Ich halte unsere Koerper nicht fuer so fehlgesteuert, dass aus dem nichts eine so wahnsinnige Immunreaktion provizert wird, die dann auch noch auf einen vorangegangenen Infekt passt. Gibt es wohl so bei keiner anderen Bakterien- oder Virenerkrankung.

Die Argumentation, dass Leute sich dann neu angesteckt haben muessen, halte ich ebenfalls fuer Humbug. Die wissenschaftliche Untersuchung "Relapse is Reinfection" vom letzten Jahr taugt dafuer leider gar nicht, da hier nur Leute mit EM untersucht wurden. Voellig logisch, dass mehrere EMs nach gewissen Zeitraeumen von mehreren Infektionen herruehren. Rueckfaelle bei Borrelien sind fuer mich nicht eindeutig wissenschaftlich ausgeschlossen.

2. Mit dem Modell laesst sich auch schlecht die Persistenz oder das Wiederkehren von psychiatrischen Symptomen erklaeren. Bin mir da jetzt nicht ganz sicher, aber psychiatrische Symptome duerften ja eigtl. keine Entzuendung sein, oder? Siehe dazu Artikel hier:
http://www.wadhurst.demon.co.uk/lyme/lyme101.htm
Es gibt Patienten mit Rueckfaellen von manischen Psychosen aufgrund von Lyme-Borreliose (1 Jahr spaeter), die mit AB-Behandlung eingedaemmt werden koennen. Wichtig hierbei: diese koennen natuerlich genausogut von Coinfektionen verursacht worden sein und nicht von Borrelien, aber selbst dann sind es nunmal Erreger, auf die das AB wirkt und keine Entzuendung.

3. Selbst in vor kurzem veroeffentlichten Studien wird die Lyme Borreliose beim Menschen immer nur als isolierte Erkrankung betrachtet. Das ist zwar wissenschaftlich ganz sinnvoll und notwendig, um Daten abzuleiten, entspricht aber wahrscheinlich meistens nicht so der Realitaet. Das Vorkommen von Borrelien als alleinigem Erreger bei einer Zeckeninfektion ist vermutlich eher die Ausnahme als die Regel. Es gibt genuegend Studien, die zeigen, dass in mindestens 50% der Zecken mehr als ein Pathogen vorhanden ist. D.h. Betrachtung von Co-Infektionen wird komplett aussen vorgelassen. Es wird zwar immer gesagt, Co-Infektionen wurden bei Studien ausgeschlossen aber der Nachweis dieser anderen Erreger scheint ja bekanntermassen nicht immer ganz leicht zu sein. Und vllt. handelt es sich auch um Erreger, die wir noch gar nicht nachweisen koennen (siehe Borrelia miyamotoi). Selbst wenn in Studien wirklich durch enge Kritierien sichergestellt werden kann, dass Leute nur an Borreliose erkrankt sind... Die ueberwiegende Zahl an Patienten da draussen sind es eben einfach nicht. Man versteift sich dann auf Borreliose und schiebt alles darauf. Deswegen muss ja auch immer genau differenziert werden, an was genau man erkrankt ist und dann dies gezielt behandeln. Klar, dass laengerdauernde Ceftriaxon-Behandlungen nur kurzfristig zu Linderung verhelfen, wenn man an Babesiose oder Bartonellose leidet.

Meiner Meinung nach sind Punkt 1 und 3 (Erregerpersistenz und Coinfektionen) Hauptgrund fuer die vielen Missverstaendnisse, Streitigkeiten und Ungereimtheiten bei diesem Krankheitskomplex. Sind diese Punkte hoffentlich irgendwann geklaert und wissenschaftlich untersucht, koennen wahrscheinlich auch gezielt Therapien aufgestellt werden, die uns dauerhaft zu Linderung oder gar Heilung verhelfen. Wichtig finde ich halt nur, dass man die Sachen an der Quelle anpackt und nicht ungewoehnliche Verlegenheitsargumentationen aufstellt oder nur Symptome behandelt, da dadurch Leute nicht geheilt werden. Waere ja nicht der erste Fall in der Medizin, wo dies so passiert.

Sorry, das hat jetzt mit der gepulsten Therapie nicht mehr ganz so viel zu tun. Bin gerne bereit, neuen Thread aufzumachen, wenn das hier stoert. Blush
Hallo edbo,

da Du mich in Beitrag #48 namentlich ansprichst, wenn du auch schon zum 2. mal das h vergessen hast, gehe ich davon aus, dass sich Deine Erläuterungen auf meine Beiträge beziehen.
Darum möchte ich kurz dazu Stellung nehmen.

Zitat:Von Zytokinen und entzuendlichen Prozessen habe ich leider nur wenig Ahnung, deswegen kann ich da nicht so gut mitreden....
...meiner Meinung nach die derzeit uebliche wissenschaftliche Erklaerung hinkt, dass es vielen Leuten unter ABs nur deshalb besser geht, weil durch ABs ihre Entzuendung gelindert wird. Von Placebo-Effekt ist ja auch oft die Rede.

Dass es vielen Leuten unter Antibiose möglicherweise wegen des antientzündlichen bzw. imunsupressiven Effektes besser geht, ist sicherlich nicht die derzeit übliche wissenschaftliche Erklärung. Dieser Gedanke ist mir in der Tat alleine gekommen, als ich über die teils widersprüchlichen Erfahrungen der Betroffenen hier im Forum nachdachte. Informationen über antientzündliche und immunsupressive Eigenschaften von Antibiotika muss man suchen. Sie werden nicht probagiert, sind auch nicht in den Packungsbeilagen beschrieben.
Die gängige Erklärung, die den Betroffenen dargeboten wird, ist wohl eher der Placebo Effekt, wie Du selbst schon hier und hier im Forum beschrieben hast.


Zitat:Mit dem Entzuendungs-Modell laesst sich z.B. nicht erklaeren, warum es Leuten monate- oder jahrelang gut geht, um dann wieder einen "Rueckfall" zu erleben und dieselben oder sogar unter mehr Symptomen als vorher zu leiden. Warum sollten sich auf einmal neue Bereiche entzuenden, ohne dass Erreger vorhanden sind?

Mit keiner Silbe habe ich behauptet, dass keine Erreger mehr vorhanden sein sollen! Im Gegenteil habe ich sogar im Beitrag #32 darauf hingewiesen, dass sich Borrelien vor der Antibiose möglicherweise in Nischen zurückziehen um unangreifbar zu sein.

Zitat:Mit dem Modell laesst sich auch schlecht die Persistenz oder das Wiederkehren von psychiatrischen Symptomen erklaeren. Bin mir da jetzt nicht ganz sicher, aber psychiatrische Symptome duerften ja eigtl. keine Entzuendung sein, oder? Siehe dazu Artikel hier:
http://www.wadhurst.demon.co.uk/lyme/lyme101.htm

Da ich des Englischen nicht besonders mächtig bin, konnte ich mit Deinem Link leider nicht viel anfangen.
Aber zu neuropsychiatrischen Symptomen in Zusammenhang mit Borreliose findet man auch etlich Links auf deutsch. Dazu habe ich in einem anderen Thread was geschrieben, in dem ich ausdrücklich darauf eingehe, dass es deutliche Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Psyche und infektiös entzündlichem Geschehen gibt.
Siehe hier.

Zitat:Es gibt Patienten mit Rueckfaellen von manischen Psychosen aufgrund von Lyme-Borreliose (1 Jahr spaeter), die mit AB-Behandlung eingedaemmt werden koennen. Wichtig hierbei: diese koennen natuerlich genausogut von Coinfektionen verursacht worden sein und nicht von Borrelien, aber selbst dann sind es nunmal Erreger, auf die das AB wirkt und keine Entzuendung.

Nun ich wiederhole, dass ich in meinen Beiträgen niemals ein infektiöses Geschehen seitens bakteriellen, viralen oder mykosen Erregern geleugnet habe.
Nun eine Entzündung wird durch physikalische, chemische oder biologische Reize (Noxen) ausgelöst. Zu den biologischen Noxen gehören Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten. Was Du wohl meinst sind sind autoimmune Entzündungen, doch diese habe in diesem Thread nicht erwähnt und auch nie gemeint.
In der Regel reagiert der Körper auf pathogene (krankmachende) Bakterien immer mit einer Entzündungsreaktion. Doch scheint es bei einigen Bakterien so zu sein, dass diese nicht mit den üblichen Entzündungsparametern (Leukozyten, CRP-Wert) zu beweisen sind.
Hier ein Auszug über Chlamydien:
Chronische Entzündungen durch Chlamydien können nicht über die erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen beim Blutbild nachgewiesen werden. Denn das Immunsystem sieht die chronischen Entzündungen irgendwann als "normal" an und stellt die Produktion von weißen Blutkörperchen zur Abwehr gegen diese Entzündungen ein.
Daher wird der hsCRP-Wert gemessen. CRP ist ein Protein, das die Leber herstellt und sein erhöhter Wert im Blut markiert eine bakterielle Entzündung. hsCRP zeigt das Vorhandensein niedrig gradiger, chronischer systemischer Entzündungen.

http://www.sanego.de/Krankheiten/Chlamyd...-Diagnose/

Zitat:Wichtig finde ich halt nur, dass man die Sachen an der Quelle anpackt und nicht ungewoehnliche Verlegenheitsargumentationen aufstellt oder nur Symptome behandelt, da dadurch Leute nicht geheilt werden.

Dass Du mir "ungewöhnliche Verlegenheitsargumentationen" unterstellt kränkt mich jetzt aber schon ein bisschen. Sad
In Beitrag #43 schreibst Du
Zitat:Uwe, ich denke man kann nicht alles ueber einen Kamm scheren und Aepfel mit Birnen vergleichen. Man muss schon sehr genau differenzieren und beachten, welche Co-Infektionen bei jedem einzelnen im Spiel sind. Vllt. sind bei Filenada noch andere Erreger dabei, die sich wesentlich schneller vermehren als Borrelien (Barts, Chlamydien etc.) und deshalb wesentlich schneller wieder Symptome verursachen.

Nicht nur vielleicht, Filenada gibt in Ihrem Profil an auch unter Bartonellen, Yersinien, Chlamydien pn. & tr., Mycoplasmen, Brucellen zu leiden, jedoch habe ich über die Generationszeit dieser Erreger nichts im Netz gefunden. Vielleicht kannst Du mir ja weiterhelfen mit entsprechenden Links. Icon_danke_ATDE

Übrigens habe ich nie davon geschrieben nur Symptome zu behandeln, sondern die Frage in den Raum gestellt ob nicht eine symptomadaptierte Therapie sinnvoll sein könnte. Das ist ein klitzekleiner Unterschied.

Übrigens: Für alle von Filenada angegebenen Erregern gelten die Tetracycline Minocyclin und Doxycyclin als wirksam.
http://www.diagnosia.com/de/medikament/m...tada-50-mg
Doxycyclin bei einigen dieser Erreger sogar als Therapie der 1. Wahl, lt. Arzneimittelpocket.

Zitat:ABs sind sicherlich entzuendungshemmend, allerdings halte ich die Theorie von Autoimmunprozessen und ABs als Entzuendungshemmer bei Borreliose & Co eher als eine Verlegenheitsargumentation
Autoimmunprozesse? Nein, Nein, hab ich nicht's von geschrieben.
Schon gar nicht habe ich Autoimmunprozesse als Entzündungshemmer bezeichnet. Wie war das nochmal mit den Äpfeln und Birnen. Icon_langenase

Zitat:Meiner Meinung nach sind Punkt 1 und 3 (Erregerpersistenz und Coinfektionen) Hauptgrund fuer die vielen Missverstaendnisse, Streitigkeiten und Ungereimtheiten bei diesem Krankheitskomplex
Gerade wenn man von einem Krankheitskomplex spricht, sollte man bereit sein ungewoehnliche Gedankenspiele zuzulassen, und nicht nur die alten Denkmuster zuzulassen, die da wären: Bakterien solange mit Antibiotika zu beschießen bis alle tot sind.
Icon_bug-blaster
Und bist Du nicht willig so brauch ich Gewalt.
Komplexität (...) bezeichnet allgemein die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dessen Gesamtverhalten man selbst dann nicht eindeutig beschreiben kann, wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Komplexit%C3%A4t


Nun Edbo, ich hoffe dass Du meine Beiträge nun in einem etwas anderen Licht siehst, ich hatte ja schon fast den Eindruck Du zählst mich zu den IADS Anhängern. Icon_kolobok
Und dass, obwohl ich mir immer stets große Mühe gegeben habe meine Ausführungen und Überlegungen, Begrifflichkeiten die für medizinische Laien nicht selbstverständlich sind, mit Links zu unterlegen, die Diese untermauern bzw. erklären.

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Isses so recht? Angel

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@ Rosa 45

Hallo Rosa45,

sorry für die späte Antwort aber ich war etwas abgelenkt. Vielleicht hast Du schon bei Wikipedia nachgeschaut, aber HWZ bedeutet dass sich ein Wert innerhalb einer festgelegten Zeitspanne jeweils halbiert, also das gegenteil von exponentiellem Wachstum.
Bsp.
8 std 1/2
16 std 1/4
24 std 1/8
32 std 1/16
40 std 1/32
48 std 1/64
56 std 1/128
64 std 1/256
72 std 1/512
80 std 1/1024

Übrigens wird in den Leitlinien der Deutschen Borreliose Gesellschaft eine Gewebehalbwertszeit von sogar 68 std angegeben.
Die 40 Stunden die ich im Beitrag angegeben habe sind aus dem Arzneimittelpocket abgegriffen, möglich dass es sich dabei um den Plamahalbwertszeitwert handelt.
Also bei 68 std würde sich bei 4 Tagen Pause und anschließend wieder 3 Tage Therapie
(7Tage x 24 Stunden = 168 std : 68 = ca 2,5 Halbwertszeiten)
immerhin zum Ende des 2. Zyklus noch mehr als 1/8 des Wirkstoffes vom 1. Zyklus im Gewebe befinden.
Wenn man das über mehrere Zyklen für 4 Wochen oder vielleicht noch länger durchzieht dann potenziert sich der Wirkstoff allmählich im Gewebe und es kommt zu einer schleichenden Vergiftung, so jedenfalls nach meinem Verständniss.


Gruß,

Huwe
Hallo Huwe,

jetzt verstehe ich auch Deine Meinung.

Also Ziel meiner speziellen Therapie (Azi und Mino) war es eben, einen besonders hohen Wirkstoffpegel aufzubauen und nicht langsam abzubauen!
Davor hatte ich eine Immunstimmulation über 10 Wochen.

Zu dem Zeitpunkt war die floride Infektion bereits fast 3 Jahre am Wirken und eine erste Therapie eben mit dem angeblich so wirksamen Doxy 1,5 Jahre zuvor hat versagt.
Dabei nicht versagt im Sinne von nicht geholfen, es hat die Arthritis eingedämmt und einige Symptome verbessert, dafür hat sich danach eine Neuritis mit Ausfällen im peripheren Nervensystem gebildet und das war kein Zuckerschlecken.

Die von mir erwähnte Therapie hat den Krankheitsverlauf gestoppt und mir die neuropathischen Schmerzen genommen. Anzeichen von Vergiftungserscheinungen oder sonstiges hatte ich nicht, ganz im Gegenteil.

Das nicht alles weg ist, zeigt sich dadurch, das sich seit ca. einem Jahr immer wieder Erytheme bilden. Aber mit dem momentanen Stand kann ich leben.

LG Rosa

Mit dem Doxy 200 mg pro Tag hatte ich extreme Nebenwirkungen, mit der hochdosierten Kombi Azi 500 mg und dazu Mino 200 mg nicht.
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